• 14.11.2016, 10:59:26
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  • OTS0069

„Lionsrock – Die Heimkehr des Königs“ am 15. November in ORF 2

„Universum“ zeigt die Herbergssuche eines Löwenrudels in Gefangenschaft

Utl.: „Universum“ zeigt die Herbergssuche eines Löwenrudels in
Gefangenschaft =

Wien (OTS) - Es ist ein weltweit einzigartiges Refugium auf dem
südafrikanischen Hochplateau – nur wenige Autostunden von
Johannesburg entfernt: Rund 130 Löwen, die meisten von ihnen in
europäischen Zoos und Zirkussen geboren, sind hierher in die
afrikanische Savanne zurückgebracht worden und leben in ihren
Familienverbänden rund um die markante Bergformation Lionsrock – dem
„Felsen der Löwen“. Die Zahl der hierher gebrachten Löwen steigt
ständig – es ist ein internationales Projekt in bisher noch nie da
gewesener Dimension. Die ersten Großkatzen, die sich schon seit 2008
in diesem Areal wieder frei fühlen dürfen, sind die Löwen aus dem
früheren Safari-Park im niederösterreichischen Gänserndorf. Die
„Universum“-Dokumentation „Lionsrock – Die Heimkehr des Königs“ von
Thomas Rilk und Andreas Laschober begleitet am Dienstag, dem 15.
November 2016, um 20.15 Uhr in ORF 2 die ungewöhnliche Herbergssuche
eines Löwenrudels in Gefangenschaft – von Amsterdam im europäischen
Norden zurück nach Bethlehem am südafrikanischen Jordan-Fluss ins
Land ihrer Ahnen. Der Film – eine Koproduktion von ORF,
ORF-Enterprise und Rilk Film, gefördert vom Land Niederösterreich –
erzählt die Geschichte von majestätischen Tieren, die ihre Würde
zurückerhalten, und von engagierten Menschen, die die Voraussetzungen
dafür zu schaffen.

Artgerechte Haltung von Großkatzen ist in Zirkuskäfigen und kleinen
Zoos nicht möglich. Meist leben die Tiere in Gefangenschaft in viel
zu kleinen Käfigen mit Gittern vor Augen sowie Beton unter den
Pfoten. Nur selten wärmt die Sonne das Fell, die meisten haben
niemals den Geruch der Savanne kennengelernt. Nach wie vor leben
allein in Europa schätzungsweise 2.000 Großkatzen nicht in
artgerechter Haltung. In einem großangelegten Flugzeugtransport
wurden im Juli 2014 erneut sechs Löwen von den Niederlanden nach
Südafrika überstellt. „Universum“ dokumentiert die Vorbereitung und
Abwicklung dieses aufwendigen Unternehmens und zeigt, wie die
prachtvollen, aber durch die Gefangenschaft teils bereits
verhaltensgestörten Tiere in ihrer neuen Heimat aufleben – in der
Nachbarschaft einer äußerst vielfältigen und exotischen Tierwelt.

Südafrika, Provinz Free State. 300 Kilometer südlich von Johannesburg
liegt die kleine Stadt Bethlehem am Ufer des Flusses Jordan. Unweit
von Bethlehem, am Fuße des markanten Felsens Lionsrock, endet im Jahr
2008 eine Herbergssuche der besonderen Art: Die österreichische
Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ erwirbt das 1.250 Hektar große
Grundstück einer Löwenfarm, die ihren Betrieb einstellen muss. Solche
Zuchtfarmen dienen der Großwildjagd zur Beschaffung von
Löwennachwuchs und sind in Südafrika noch immer legal. Mit dem Coup
erreichen die Tierschützer aber zugleich die Schließung dieser Farm
und gelangen in den Besitz eines Grundstücks, das künftig die neue
Heimat europäischer Großkatzen sein kann. Es ist das Ende einer
jahrelangen Suche nach einem geeigneten Platz für diese Tiere. Von
nun an gehört dieses Land den Löwen, Leoparden oder Geparden, die vor
allem in Europa aus schlechter Haltung befreit werden.

Die ersten Löwen kommen bereits 2008. Ein zehnköpfiges Rudel aus dem
in Konkurs gegangenen Safaripark Gänserndorf bei Wien. Mit ihnen
kommt auch ihre langjährige Betreuerin Hildegard Pirker. Die Löwen
von Lionsrock werden ihr zur neuen Lebensaufgabe. Die Österreicherin
bleibt bei „ihren“ Löwen in Südafrika und trägt heute die
Verantwortung für mehr als 130 Großkatzen: Löwen, Leoparden,
Geparden, aber auch Tiger sind ihr überantwortet. Hildegard Pirkers
Herz schlägt für diese Tiere: „Die Löwen aus dem Safaripark
Gänserndorf sind mir natürlich besonders ans Herz gewachsen. Ich
kenne die meisten von ihrer Geburt an. Von der professionellen Sicht
sind mir aber alle Tiere gleich wichtig und bekommen die gleiche
Aufmerksamkeit. Afrika ist der natürliche Lebensraum für Löwen und so
war es auch naheliegend, hier in Südafrika am Fuß des Lionsrock
dieses einzigartige Reservat zu gründen.“

Ausgangspunkt der Dokumentation ist das Großkatzenasyl „Pantera“ in
den Niederlanden. Noch ahnen die sechs ausgewählten Löwen nicht, dass
sie schon bald unter dem freien Himmel Afrikas Sonne und Wind im Fell
spüren werden, noch kauern sie apathisch in ihren viel zu kleinen
Käfigen. Der mächtige Rudelführer „Kongo“ wurde in der Schweiz
geboren und war bis vor kurzem Star in einer Zirkusarena, als
Hauptakteur eines namhaften deutschen Tierdompteurs. Dann wurde er
ausgemustert und abgeschoben. Noch nie kam ein größerer Löwe nach
Lionsrock. Mit seinen zwei Schwestern „Nora“ und „Neira“ wird er sich
dort ein großes Gehege teilen. Auch die Zirkuslöwen „Simba“ und
„Pregan“, in einem deutschen Zoo geboren, werden in Afrika
zusammenbleiben können. Nur eine kleine Löwin aus Rumänien muss für
immer allein leben. Sie ist durch die Fehlernährung in der
Gefangenschaft körperlich beeinträchtigt – andere Löwen würden die
Artgenossin gnadenlos töten. Es sind dramatische Bilder von
ängstlichen, aggressiven Tieren, die im holländischen Tierasyl auf
die große Reise vorbereitet werden. Das hochspezialisierte
Betreuerteam arbeitet extrem konzentriert, jeder Fehler kann tödlich
sein – für die Tiere wie für das Team. Ein Tierarzt betäubt die
aufgeregten Großkatzen, ein letzter Medizincheck erfolgt.

Unweit der südafrikanischen Stadt Bethlehem überragt der 2.000 Meter
hohe Lionsrock die hügelige Savannenlandschaft. Die Fauna Südafrikas
ist hier artenreich und üppig vertreten. Wenn bei uns Hochsommer ist,
herrscht in Südafrika Winter – und Winter bedeutet in dieser Region
Südafrikas strengen Nachtfrost, Raureif und Eis auf den Teichen.
Mitten in der winterlichen Savanne brütet der Vogel Strauß.
Stundenlang verharrt er bewegungslos auf seinem Gelege, die Federn
von Raureif überzogen: Für die Jungen ein harter Start ins Leben –
viele sterben an der Kälte oder fallen Raubtieren zum Opfer. Die
etwas höheren Tagestemperaturen lassen das Eis schmelzen. Dann kommen
auch die Erdhörnchen aus ihren Bauen, wärmen sich in der Mittagssonne
und graben nach Futter. Leuchtend bunt gefärbte Webervögel flechten
derweil an den Teichufern ihre Nester in die langen Äste der Weiden,
und Süßwasserkrabben jagen auf beinahe 2.000 Metern Seehöhe am Grund
der vielen Teiche. Auf den ersten Blick dominieren allerdings die
großen Tiere: Blessböcke, Zebras, Impalas, Kuhantilopen, Springböcke
und die riesigen Strauße. Ganz bewusst und auf Anraten der
Tierschutz-Experten erfolgt die Heimkehr der Löwen im afrikanischen
Winter. Hitze soll die Katzen auf ihrer langen Reise nicht zusätzlich
belasten. Die Ankunft „Kongos“ und der fünf anderen Löwen sowie die
ersten Schritte im neuen Freilandgehege sind die emotionalen
Höhepunkte dieser „Universum“-Folge: Als der Schieber von „Kongos“
Transportbox hochgeht, setzt der Löwe an, um kraftvoll
herauszuspringen, hält aber gleich wieder inne, um mit offenem Maul
all die unbekannten Gerüche einzuziehen, die diese Landschaft bietet
– und die ihm fremd und neuartig sind.

Geschützt durch einen Zaun, der das unübersehbar große Gelände
umgibt, leben die Tiere ganz unabhängig vom Menschen. Die Löwen
freilich brauchen eigene Gehege. Diese sind jeweils mehrere Hektar
groß und ermöglichen ein Leben fast wie in freier Wildbahn – mit
einer einzigen Ausnahme: Jagen können diese Löwen nicht. Sie wurden
in Gefangenschaft geboren und haben nie das Jagen in der Gruppe
erlernt, das für Löwen die einzige Möglichkeit ist, erfolgreich
Antilopen, Gazellen oder auch Giraffen zu erlegen. Gefüttert werden
sie mit dem Fleisch verendeter Rinder, das auf den riesigen Farmen
Südafrikas reichlich anfällt. Löwenbabys gibt es in Lionsrock nicht,
denn die Löwen hier sind kastriert oder vasektomiert. Löwennachwuchs
gehört nicht zum Konzept von Lionsrock. Es gilt, notleidende Tiere zu
retten und nicht, neue in die Welt zu setzen, denn das Jagen mitsamt
den dazu gehörenden Strategien könnten sie nur von in der Wildnis
aufgewachsenen Löwen lernen.

Alle Löwen von Lionsrock wurden in Gefangenschaft geboren. Die
gesicherten großen Freilandgehege sind daher unbedingt notwendig,
denn trotz ihrer Vergangenheit in der Nähe des Menschen sind diese
Löwen unberechenbare Wildtiere. Daher ist auch das ungesicherte
Betreten der riesigen Gehege strikt verboten. So konnten auch die
Filmaufnahmen nur unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen
durchgeführt werden. Für die Kameraarbeit in den Gehegen musste ein
kleiner Lastwagen umgebaut und mit einem schweren Stahlkäfig
gesichert werden. Ein nach Maß geschweißter und mehrere hundert Kilo
schwerer Gitterkäfig schützte nicht nur die Ladefläche als
Arbeitsbereich des Filmteams, sondern auch die Fahrerkabine. Nur
kleine Klappen in den Gitterwänden ermöglichten dem Kameramann die
freie Sicht auf die Großkatzen, und nur so konnten die
beeindruckenden Bilder dieser „Universum“-Dokumentation gemacht
werden.

Produzent und Regisseur Thomas Rilk: „Es waren Dreharbeiten der
Extreme, sowohl psychisch als auch physisch. Zuerst die
erschütternden Haltungsbedingungen dieser wunderbaren Tiere in den
Niederlanden. Dann die Dreharbeiten im südafrikanischen Winter bei
Eis, Raureif und Temperaturen um die minus 15 Grad.“ Rilk weiter:
„Österreich ist weltweit Vorreiter mit seinen Haltungsbedingungen und
dem strengen Wildtierverbot in Zirkussen. Das sind
Tierschutzrichtlinien, die nun zunehmend auch in anderen EU-Staaten
Thema werden. Lionsrock wird großen Zuwachs bekommen!“

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

Das gesamte TV-Angebot des ORF – ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF
SPORT + – ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen
zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden
sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090
010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

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