- 11.11.2016, 12:05:27
- /
- OTS0133
ÖAMTC-Expertenforum: CO2 als Herausforderung für konventionelle Antriebe (+ Fotos)
Experten sind sich einig – nur Maßnahmen-Mix und Vielfalt an Antriebsarten werden zum Erfolg führen
Utl.: Experten sind sich einig – nur Maßnahmen-Mix und Vielfalt an
Antriebsarten werden zum Erfolg führen =
Wien (OTS) - Die Herausforderungen der Reduktion von CO2-Emissionen
für den Verbrennungsmotor und damit auch für die individuelle
Mobilität wurden gestern, 10. November 2016, beim ÖAMTC-Expertenforum
diskutiert. ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold strich das
Bekenntnis des Mobilitätsclubs zum Klimaschutz heraus. "Vorgaben zur
Reduktion der Treibhausgasemissionen bedeuten natürlich Rückenwind
für alternative Antriebe wie E-Motoren und
Brennstoffzellentechnologie. Dennoch muss klar sein, dass
individuelle Mobilität auf absehbare Zeit nicht vollkommen ohne den
Verbrennungsmotor auskommen kann", betonte Schmerold. "Denn neben
technischen Fragen, die zu lösen sind, gilt es auch, die Leistbarkeit
der Mobilität im Blick zu behalten." Eine zentrale Aufgabe der
Hersteller muss daher weiterhin die Optimierung und Weiterentwicklung
der konventionellen Antriebe sein. Dass es in dieser Richtung noch
Potential gibt, zeigten die Vorträge der weiteren Referenten.
Der ÖAMTC-Verbandsdirektor begrüßte außerdem die Einführung neuer
Fahrzyklen als Bemessungsgrundlage für den Kraftstoffverbrauch (und
damit den CO2-Ausstoß). Der "Worldwide harmonized Light vehicles Test
Cycle (WLTC) wird wesentlich realitätsnähere Ergebnisse bringen.
Erster Erfahrungen zeigen aber auch, dass der im Typenschein
angegebene Verbrauch damit um ca. 20 Prozent steigen wird. "Das darf
keinesfalls zu Steuererhöhungen über die Hintertür führen – weder bei
der Normverbrauchsabgabe noch bei der Privatnutzung von Firmenautos",
stellte Schmerold klar.
CO2-Einsparungspotential des Verbrennungsmotors noch nicht
erreicht
Die Referenten beim Expertenforum waren sich einig, dass nicht das
vollständige Aus für den Verbrennungsmotor, sondern nur ein Mix an
verschiedenen Maßnahmen nachhaltig zu einer Reduktion der
CO2-Emissionen führen kann. Der Tenor lautete: "Die ideale
Antriebsart gibt es nicht, die Kombination mehrere Methoden ist der
vielversprechendste Weg." Christian Stach von der Robert Bosch GmbH
bezifferte das Einsparungspotential beim Diesel-Motor mit 20 bis 25
Prozent. Er gab außerdem zu bedenken, dass sich die Umweltvorteile
alternativer Antriebe durch den Energiemix relativieren, weswegen
gleichzeitig auch der Ausbau regenerativer Energie zu forcieren sei,
um tatsächlich CO2-Emissionen einzusparen.
Gerfried Jungmeier (Joanneum Research) machte in seinem Vortrag
deutlich, dass eine Bewertung von Umweltauswirkungen von
Technologien, Produkten und Dienstleistungen nur auf Basis von
Lebenszyklusanalysen möglich sind. Es müsse bedacht werden, dass
Produkte nicht nur in der Nutzung, sondern auch in der Herstellung
und Entsorgung Ressourcen benötigen und Emissionen erzeugen.
Schlüsselfaktoren zur CO2-Reduktion sind für Jungmeier der Ausbau
erneuerbarer Energien und die Steigerung der Energieeffizienz.
Tobias Lösche-ter Horst (Volkswagen AG) gab zu bedenken, dass der
CO2-Ausstoß von Verbrennungsmotoren in den vergangenen Jahren und
Jahrzehnten bereits stark reduziert wurde. Dennoch sieht auch er
weitere Möglichkeiten, vor allem in Bezug auf Motoreffizienz, den
Antriebsstrang und das Schaltgetriebe. Neben der E-Technologie, so
die Ansicht des Experten, müsse der Verbrennungsmotor definitiv
weiterentwickelt und optimiert werden.
Thomas Bruckmüller vom Institut für Fahrzeugantriebe und
Automobiltechnik der TU Wien sprach über die neuen Fahrzyklen, die
den Verbrauch realistischer wiedergeben. Er stellte außerdem heraus,
dass eine Verringerung des Flottenverbrauchs notwendig sei, was aber
nur mittels Einsatz von regenerativen Energien gelingen könne. Als
wichtigste Maßnahmen zur Zielerreichung nannte er die Optimierung des
Verbrennungsmotors, die Elektrifizierung und die Weiterentwicklung
alternativer Antriebe und Kraftstoffe.
Über das ÖAMTC-Expertenforum
Das Expertenforum ist eine regelmäßig vom ÖAMTC und dem Institut
für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien (IFA)
organisierte Fachveranstaltung. Im Rahmen des Forums tauschen sich
internationale Referenten über Entwicklungsfelder der Automobil- und
Mobilitätstechnologie aus.
Aviso an die Redaktionen: Fotos findet man in der Mediathek unter
www.oeamtc.at/presse. Die Vorträge der Referenten stehen ab kommender
Woche auf www.oeamtc.at zur Verfügung.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OCP






