FCG-Younion-Obermülner: WiStA-Reform läuft höchst unprofessionell

Wien (OTS) - Zuletzt hat LAbg. Ing. Christian Meidlinger als Vorsitzender der Younion - Die Daseinsgewerkschaft die Positionen unserer Gewerkschaft zur Wiener Struktur- und Ausgabenreform (WiStA) in einer Presseaussendung öffentlich gemacht und auch die Forderungen des Wiener Landesvorstandes präsentiert. Die FCG in der Younion steht voll und ganz hinter diesen kritischen Positionen und klaren Forderungen.

Als Vorsitzender der FCG-Younion/Landesgruppe Wien möchte ich aber ergänzend kritisieren, wie unprofessionell hier seitens der politisch Verantwortlichen gearbeitet wird.

Begonnen wurde dieses überaus wichtig erscheinende Projekt praktisch aus dem Nichts heraus. Es gab keine intern wahrnehmbaren Vorarbeiten oder Vorgespräche mit der Gewerkschaft und der Personalvertretung. Plötzlich und seltsam strukturiert gab es den Start des Projekts WiStA - es wurde das Ziel „Minus 10 %“ in allen Dienststellen, Unternehmungen und Unternehmen festgesetzt und ein tabuloses Hinterfragen aller Einsparmöglichkeiten verkündet.

Zur seltsamen Struktur des Projektes gehörte etwa, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeladen wurden, sich mit Spar-Vorschlägen zu beteiligen. Diese Möglichkeit bestand allerdings nur für drei Wochen und praktisch nur für diejenigen, die einen Intranet-Zugang haben - sehr viele Kolleginnen und Kollegen hatten damit keine Möglichkeit sich einzubringen. Eine derart kurze und einmalige Beteiligungsmöglichkeit kann man wohl nur als Alibi-Beteiligung bezeichnen.

In den dann folgenden Informationsbeiträgen in Mitarbeiter/Innen-Zeitungen oder Intranet durften wir dann stets lesen, dass die Mitarbeiter/innen bestmöglich informiert und eingebunden werden. Davon ist aber praktisch nichts zu bemerken. Die Einbindung findet hauptsächlich über Gerüchte und Verunsicherung statt - für eine konstruktive Beteiligung ist derartiges wohl eher abträglich.

Stadträtin Mag.a Brauner hat in der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister Dr. Häupl am 18. Oktober 2016 zum Ausdruck gebracht, dass auch die Bediensteten der Stadt einen Beitrag leisten müssen. Sie wollte dazu aber keine näheren Angaben machen, da sie solche Informationen der Gewerkschaft nicht vor den Verhandlungen über die Medien ausrichten werde. Es gibt seltsamerweise offiziell bis heute keine Informationen oder gar Verhandlungen.

Nun soll aber bereits Ende November der Voranschlag für das Jahr 2017 beschlossen werden. Selbstverständlich will die Stadtregierung bis zu diesem Zeitpunkt substanzielle Sparmaßnahmen präsentieren. Es mag ja sein, dass die Stadtregierung erst noch den Abschluss der Finanzausgleichsverhandlungen abwarten will, um zu wissen, wie schmerzhaft die Maßnahmen auszufallen haben.

Es ist aber aus Sicht der FCG jedenfalls ein Armutszeugnis für diese Stadtregierung, wie hier mit Ad-hoc-Entscheidungen gearbeitet wird, weil offensichtlich kein Spielraum für professionelle Vorarbeiten mehr besteht. Ob Personalführung, Finanzmanagement, Projektmanagement oder Kommunikation, solche Vorgangsweisen schaffen kein Vertrauen und blockieren viel konstruktives Engagement bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde Wien.

Rückfragen & Kontakt:

Kurt Obermülner, MAS
Vorsitzender

Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen
in der Younion - Die Daseinsgewerkschaft / LGr. Wien
1090 Wien, Maria Theresien Straße 11

E-Mail: kurt.obermuelner@younion.at

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