- 03.11.2016, 19:22:54
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Mit neuer Lutherübersetzung ins Reformationsjubiläum
500 Jahre Reformation - Evangelische Kirchen starten mit Reformationsempfang in das Jubiläumsjahr
Utl.: 500 Jahre Reformation - Evangelische Kirchen starten mit
Reformationsempfang in das Jubiläumsjahr =
Wien (OTS) - Der Reformationsempfang im Wiener Odeon-Theater
markierte den Auftakt der Evangelischen Kirchen in Österreich zum
Reformationsjubiläum 2017 - 500 Jahre Reformation. Vorgestellt wurde
beim Empfang am 3. November die neue Übersetzung der Lutherbibel,
die, so Jutta Henner von der Österreichischen Bibelgesellschaft,
„zurück zu Luther“ führt. Denn den Theologen, die an der Revision
beteiligt waren, sei es nicht um die Modernisierung der Bibel
gegangen. Bedarf für die Revision gab es unter anderem auch, weil das
Alte Testament in der Luther-Bibel von 1984 bereits aus dem Jahr 1946
stammte. In der Zwischenzeit hätte es neue bibelwissenschaftliche
Erkenntnisse gegeben, die in die neue Übersetzung eingeflossen seien.
„Wenn die Liebe und Begeisterung Luthers und der Reformatoren für die
Bibel ins Jahr 2017 überspringt, dann hat sich die Arbeit der
Übersetzer gelohnt“, resümiert Henner.
Das Netz als Ort und Raum der offenen Kommunikation entwickle sich
immer mehr zu einem Ort der Hassgeschichten und Parallelwelten, die
zu einem massiven Problem für unsere Gesellschaft und unsere
Demokratie werden können, erklärte Staatssekretärin Muna Duzdar in
ihrer Festrede. Sie präsentierte beim Reformationsempfang die
Regierungsinitiative gegen Hass im Netz und forderte „digitale
Zivilcourage“ ein. Dem Hass im Netz könne man aber nicht allein mit
gesetzlichen Änderungen entgegenwirken, vielmehr müsse die
Zivilgesellschaft im Internet aktiv werden. Deshalb habe man im
Rahmen der Kampagne etwa einen Argumentationsleitfaden entwickelt mit
dem Ziel, die Lufthoheit im Netz zurückzugewinnen. „Mit dem Löschen
der Hasspostings löscht man aber nicht automatisch den Hass“, gibt
Duzdar zu bedenken. Entwicklungen im Netz seien nicht losgelöst von
den Entwicklungen in der Gesellschaft. „Religionen sind unsere
Bündnispartner im Kampf gegen den Hass im Netz“, unterstrich die
Staatssekretärin.
In wenigen Tagen macht der Reformationstruck in Österreich Station.
Auf dem „Europäischen Stationenweg kommt der 28-Tonnen-LKW nach
Villach (14.-15.11.), Graz (16.-17.11.) und Wien (18.-19.11.), bis er
am 20. Mai 2017 in Wittenberg eintrifft. Über das „Geschichtenmobil“
und das begleitende Rahmenprogramm informierten beim
Reformationsempfang die Superintendenten Hansjörg Lein, Manfred Sauer
und Hermann Miklas gemeinsam mit Fachinspektorin Michaela Legenstein.
Jede Stadt sei eingeladen, spezielle Geschichten mit zu geben, sagte
Manfred Sauer. In Villach bleibt es nicht bei Geschichten: So wird
dort das in Kärnten gebraute „Lutherbier“ angestochen. In Graz
erwartet die BesucherInnen ein vielfältiges Programm, das die
ökumenische Entwicklung vom Gegeneinander über das Nebeneinander zum
Miteinander darstellt, kündigten Miklas und Legenstein an. Der Wiener
Superintendent Hansjörg Lein freut sich, dass der Reformationstruck
direkt gegenüber Rathaus und Christkindlmarkt neben dem Burgtheater
Halt macht. Mitwirken werde an dem bunten Programm u.a. auch der
Schauspieler Karl Markovics.
Das Reformationsjubiläum steht in den Evangelischen Kirchen unter dem
Motto „Freiheit und Verantwortung seit 1517“. Was Freiheit und
Verantwortung bedeuten, symbolisieren sieben neue Sujets, die der
Künstler Olaf Osten gestaltet hat. Präsentiert wurde auch ein neuer
„Stiftfilm“, der in einfach und live-gezeichneten Szenen das Thema
„Freiheit u Verantwortung“ erklärt.
Der mit 10.00 Euro dotierte Diakoniepreis - er wurde auch hier wieder
von der Raiffeisenlandesbank OÖ gestiftet - geht an die
Hospizbewegung Kärnten. Sie unterstützt Menschen mit Behinderung
aller Altersgruppen in ihrer letzten Lebensphase. Einen Sonderpreis
über ebenfalls 10.000 Euro erhielt die Evangelische Pfarrgemeinde
Leibnitz, die sich seit Beginn der Flüchtlingskrise im Sommer 2015
mit zahlreichen Aktivitäten und Projekten für das Zusammenleben von
Menschen aus verschiedenen Ländern einsetzt.
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