AK zu Metaller-Lohnrunde: Basis für fairen Abschluss vorhanden

Branche kann auf solide Finanz-Kennzahlen verweisen – gutes wirtschaftliches Umfeld

Wien (OTS) - „Die Unternehmen in der Metallindustrie haben gut verdient, zudem stehen die Zeichen in der Industrie auf Wachstum“, sagt Heinz Leitsmüller, Leiter der Abteilung Betriebswirtschaft in der AK Wien. Damit ist die Grundlage für einen fairen Abschluss bei den diesjährigen Lohnverhandlungen mehr als gegeben.

In den ersten fünf Monaten des heurigen Jahres kann die Metallindustrie laut einem Branchenreport der AK Wien (134 Unternehmen mit 82.000 Beschäftigten) sowohl auf einen steigenden Produktionswert (plus 2,1 Prozent) als auch auf steigende Aufträge (plus 1,4 Prozent) verweisen. Laut Daten des Einkaufsmanagerindex der Bank Austria befindet sich die gesamte Industrie bereits seit dem Frühjahr 2015 auf Wachstumskurs. Zuletzt hat sich das Tempo sogar beschleunigt. Im Oktober ist der Index gegenüber dem Vormonat um 0,4 auf 53,9 Punkte geklettert. Grund ist vor allem eine deutlich bessere Auftragslage. Auch für die kommenden Monate zeigen sich die Ökonomen der Bank optimistisch. Es wird sogar damit gerechnet, dass die Industrie die Wachstumsprognose von real zwei Prozent für heuer dank eines guten Jahresendspurts sogar übertreffen könnte.

Auch die mittelfristige Prognose des Wifo zeigt eine Erholung der Wirtschaft über die kommenden Jahre: In den nächsten fünf Jahren wird eine Steigerung des BIP um 1,5 Prozent pro Jahr erwartet – im Vergleich zu 0,6 Prozent per anno in der Phase der Stagnation von 2012 bis 2015.

„Gute Aussichten also auch für die Metallindustrie, die ohnehin über solide Finanz-Kennzahlen verfügt“, weiß Leitsmüller. So konnten die von der AK untersuchten Unternehmen 2015 einen operativen Gewinn (EBIT) von 2,16 Milliarden € erwirtschaften. Das entspricht einem Plus von knapp 19 Prozent und damit einer EBIT-Quote von 6,4 Prozent (plus 0,9 Prozentpunkte). Auch die Eigenkapitalquote kann sich mit fast 40 Prozent sehen lassen (ebenfalls ein Plus gegenüber 2014 von etwas mehr als einem Prozentpunkt). „Zudem ist auch die Ausschüttungsquote wieder in die Höhe gefahren worden und lag im Vorjahr bei knapp 69 Prozent. Damit fließen mehr als zwei Drittel aller erwirtschafteten Gewinne an die Eigentümer. Daher ist es jetzt an der Zeit, den Beschäftigten etwas zurück zu geben“, fordert Leitsmüller.

Die AK plädiert für einen fairen Abschluss bei den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen in der Metallindustrie – auch vor dem Hintergrund, dass der private Konsum als wichtiger Motor für die Konjunktur gestützt werden muss. Zumal das Wifo mittelfristig mit einem Anstieg der Inflation auf 1,7 bis 1,8 Prozent rechnet und daher eine Lohnanpassung zum Erhalt der Kaufkraft umso notwendiger ist.

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