„matinee“ und „dok.film“ am 6. November mit Teil zwei der USA-Reise: „Traumrouten“ und Noam Chomskys „Requiem“

Außerdem: Sinatra-Doku und „Die Kulturwoche“

Wien (OTS) - Zwei Tage vor der US-Präsidentschaftswahl befassen sich die „matinee“ und der „dok.film“ am Sonntag, dem 6. November 2016, nochmals mit Nordamerika. Der ORF-Kulturvormittag bringt den zweiten und letzten Teil der Dokumentation „Traumrouten der USA“, der in den atemberaubenden Süden des Kontinents führt, „Durch Louisiana entlang des Mississippi“ (9.05 Uhr). Danach zeichnet „Legenden der Leinwand – Frank Sinatra“ (9.50 Uhr) ein sehr persönliches und umfassendes Porträt des berühmten Sängers und Entertainers. „Die Kulturwoche“ (10.35 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps beschließt die „matinee“. Der „dok.film“ am Sonntagabend präsentiert eine besondere ORF-Premiere: den neuesten Film mit Noam Chomsky („Manufacturing Consent“, „The Corporation“), in dem der stets unbequeme Intellektuelle die US-Politik des vergangenen halben Jahrhunderts darlegt und gegen ökonomische und politische Ungleichheit auftritt – ein „Requiem für den amerikanischen Traum“ (23.05 Uhr).

„Traumrouten der USA: Durch Louisiana entlang des Mississippi“ (9.05 Uhr)

Nach der ersten Folge der „Traumrouten“ durch den Westen der USA führt nun die Folge zwei in den Süden, nach Louisiana. Ausgangspunkt der Reise ist das gewaltige Mississippi-Delta, wo sich der Fluss wie ein gigantischer Fächer in den Golf von Mexiko ausbreitet. Die Route folgt den französischen Siedlern und den unzähligen Sklaven, die über den Ol’ Man River, wie der Mississippi genannt wurde, flussaufwärts gebracht und in den Städten wie New Orleans – Welthauptstadt des Jazz und ehemaliges Zentrum des Sklavenhandels – verkauft wurden.
Die Reise stromaufwärts führt weiter durch die endlosen Felder und Zuckerrohrplantagen, auf denen die Sklaven schufteten. Ein knappes Dutzend der imposanten Herrenhäuser der Plantagenbesitzer ist erhalten geblieben und dokumentiert den damaligen Reichtum Louisianas.
Vorbei an der Hauptstadt des Bundesstaates Baton Rouge geht es in die Sümpfe des Atchafalaya Basins. Das schwer zugängliche Gebiet diente den französischstämmigen Siedlern, den Cajuns, die einst von den Engländern aus dem heutigen Kanada vertrieben wurden, als Rückzugsgebiet. Hier konnten sie ihre Sprache und Kultur bewahren, wo sie auch heute noch ein Leben im Einklang mit der Natur führen und sich den Lebensraum mit dem nordamerikanischen Alligator teilen. Die letzte Station der Filmemacher Jörg Daniel Hissen und Michaela Brzezinka ist die die Prärie, wo die Cowboys und Viehzüchter den amerikanischen Traum von Freiheit, Weite und Abenteuer leben.

„Legenden der Leinwand – Frank Sinatra“ (9.50 Uhr)

Frank Sinatra war nicht nur einer der weltweit populärsten Sänger und Entertainer seiner Zeit. In Filmen wie „Der Mann mit dem goldenen Arm“ (1955) und „Botschafter der Angst“ (1962) bewies der Ausnahmekünstler, dass er ein ernstzunehmender Schauspieler war. Seine ersten großen Kinoerfolge feierte Sinatra an der Seite von Gene Kelly in den Musicals „Urlaub in Hollywood“ (1945) und „Heut’ gehn wir bummeln“ (1949). Für die Rolle eines Soldaten in Fred Zinnemanns Kriegsdrama „Verdammt in alle Ewigkeit“ (1953) wurde er mit dem Oscar als bester Nebendarsteller ausgezeichnet. Das Filmporträt von Lyndy Saville geht nicht nur auf das künstlerische Schaffen von „Frankie Boy“ ein, sondern auch auf die Familiengeschichte sowie seine Leidenschaften und zahlreichen Affären.

„Requiem für den amerikanischen Traum“ (23.05 Uhr)

Geld regiert die Welt. Doch wer regiert das Geld? Im minutiös recherchierten Dokumentarfilm „Requiem für den amerikanischen Traum“ von Kelly Nyks und Jared Scott legt US-Linguistik-Professor, Philosoph und Sozialkritiker Noam Chomsky unaufgeregt und eindrucksvoll dar, wie eine kleine Elite von Reichen und Mächtigen den Diskurs der amerikanischen Gesellschaft lenkt und dabei ist, quasi unbemerkt die klassische Mittelschicht auszuradieren. Chomsky, seit seinem Engagement gegen den Vietnamkrieg in den USA einer der umstrittensten Intellektuellen, zeigt auf, dass von eben diesem Traum bald nicht mehr viel übrig bleiben wird, wenn es nicht rasch Bewegungen gegen die „zwei Amerika“, also gegen die seit Langem zunehmende ökonomische und politische Ungleichheit im Land, gibt. In über einen Zeitraum von vier Jahren geführten Interviews verdeutlicht er, wie es zu dieser nie zuvor dagewesenen Ungleichheit gekommen ist:
Indem er ein halbes Jahrhundert US-Politik nachzeichnet, die die Reichen zuungunsten der Mehrheit bevorteilt hat, warnt er eindringlich vor einer Entsolidarisierung der Gemeinschaft und rüttelt das Publikum auf, für eine gerechte Zukunft einzustehen. Ein Gedanke, der in den vergangenen fünfzig Jahren vollkommen verloren gegangen scheint.

Die ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) stellt den „dok.film“ sowie alle Sendungen der „matinee“, für die entsprechende Lizenzrechte vorhanden sind, als Live-Stream und als Video-on-Demand bereit.

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