- 28.10.2016, 08:00:02
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BirdLife: Grüne Landesrätin gefährdet Tiroler Naturschutz
LH-Stv. Felipe will 60% der Naturschutzmittel zweckentfremden
Utl.: LH-Stv. Felipe will 60% der Naturschutzmittel zweckentfremden =
Tirol (OTS) - Durch eine kleine Änderung des Tiroler
Naturschutzgesetzes möchte die grüne Naturschutzlandesrätin und
Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe Mittel vom Naturschutz
abzweigen. Konkret sollen wichtige Gelder aus dem Naturschutzfond die
Tarifreform im öffentlichen Verkehr mitfinanzieren.
BirdLife reagiert mit Entsetzen auf das Vorhaben der grünen
Landesrätin. Schließlich beherbergt gerade Tirol einige Gebiete, in
denen stark gefährdete Wiesenvögel noch optimale Bedingungen
vorfinden. Durch die Förderung naturnaher Flächenbewirtschaftung hat
sich Tirol bisher beispielsweise für die letzten Populationen des
kleinen Braunkehlchens stark gemacht. Diese Vogelart befindet sich
nicht nur europaweit in den letzten Jahren im Sinkflug, sondern steht
auch in manchen österreichischen Bundesländern kurz vor dem Aus.
Die Umwidmung der Gelder in der Höhe von 600.000 Euro bedeutet in
Summe den Verlust von 1,2 Millionen Euro für essentielle
Naturschutzprojekte, da diese von der EU mit 50% kofinanziert werden.
Gerade erst im Vorjahr ist der Ortolan in Tirol (und damit auch in
ganz Österreich) ausgestorben, während diese Art 2005 noch 26 Reviere
besiedelte. Deshalb hat das Land Tirol eine besondere Verantwortung
im Naturschutz – eine Zweckentfremdung wichtiger Geldmittel kann die
Schutzbemühungen der letzten Jahre unmittelbar zu Nichte machen. „Wir
fordern Frau Felipe auf, ihrem Amtstitel gerecht zu werden und den
Naturschutzfond nicht zur Finanzierung ihrer Wahlkampfzuckerl
anzutasten“, so Gerald Pfiffinger, Geschäftsführer der
Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich. „Sonst ist der Ortolan
bestimmt nicht die letzte Tierart, die in Tirol ausgestorben ist.“
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