• 24.10.2016, 14:55:02
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Plus für Tirols Sommertourismus, Winter bringt Herausforderung

Telfs (TP/OTS) - Die bisherige Sommersaison hat sich im Tiroler
Tourismus positiv entwickelt. Von Mai bis September 2016 wurden 18,7
Millionen Nächtigungen verzeichnet, das bedeutet eine Zunahme von 4,6
Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ankünfte haben um 4,8 Prozent auf
einen neuen Höchstwert von etwas mehr als fünf Millionen zugelegt.
Die Aufenthaltsdauer ist konstant geblieben und liegt wie schon im
Vorjahr bei 3,7 Tagen.

Mit dieser positiven Zwischenbilanz setzt Tirols Tourismus einen
längerfristigen Trend fort: Seit 2009 gehen die Nächtigungen im
Sommer kontinuierlich nach oben. 18,7 Millionen im bisherigen Sommer
bedeuten den höchsten Wert seit 1994, als 18,9 Millionen
Übernachtungen von Mai bis September gezählt wurden. Die Nächtigungen
in diesem Zeitraum machen durchschnittlich 90 Prozent der
Sommersaison aus, die mit 31. Oktober abgeschlossen wird.

Deutsche Gäste bringen Wachstum

Zu verdanken ist die Steigerung in diesem Sommer zu einem großen Teil
den deutschen Gästen, auf deren Konto rund jede zweite Nächtigung in
Tirol geht. Ihre Übernachtungen nahmen um 600.000 (+6,6%) auf 9,8
Millionen zu, die Ankünfte um 210.000 (+9,5%) auf 2,4 Millionen.
Damit wird ein positiver Trend prolongiert: Nächtigungen aus
Deutschland haben im Zeitraum Mai bis September in den vergangenen
fünf Jahren um 1,4 Millionen (+16,8%) zugelegt.

Ebenfalls positiv entwickelt hat sich der Heimmarkt. 2,0 Millionen
Nächtigungen bedeuten ein Plus von 6,1 Prozent, 720.000
österreichische Gäste eines von 6,4 Prozent. Der niederländische
Markt ist um 6,2 Prozent auf 1,5 Millionen Nächtigungen und um 7,5
Prozent auf 340.000 Ankünfte gewachsen. Positiv entwickelt haben sich
außerdem die Schweiz, Belgien sowie Tschechien. Rückgänge gab es aus
Italien, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und China.

Mehrheit der Betriebe zufrieden

Laut dem von Tirol Werbung und Wirtschaftskammer Tirol in Auftrag
gegebenen Saisonalen Tourismusbarometer zeigen sich 79 Prozent der
Unterkunftsbetriebe mit dem wirtschaftlichen Erfolg in der bisherigen
Sommersaison sehr zufrieden bzw. zufrieden. 14 Prozent sind nicht
zufrieden. Auch die regelmäßige Erhebung der Prodinger GFB
Tourismusberatung in der Tiroler 4- und 5-Stern-Hotellerie belegt
eine positive Entwicklung. Der durchschnittliche Umsatz pro Nacht ist
im Zeitraum Mai bis August um 5,7 Prozent gegenüber dem
Vergleichszeitraum des Vorjahres gestiegen.

„Leitbranche Tourismus“

Für Landeshauptmann und Tourismusreferent Günther Platter macht das
aktuelle Ergebnis die engagierte Arbeit der Tiroler Touristiker
deutlich. Diese Leistung drücke sich nicht nur in einer positiven
touristischen Bilanz aus, sondern mache sich gesamtwirtschaftlich
bemerkbar. „Für mich ist und bleibt der Tourismus eine Leitbranche im
Land. Sie generiert Wachstum und hat als einer der Haupttreiber für
den Rückgang der Arbeitslosigkeit in Tirol in den vergangenen Monaten
gewirkt“, so Platter. Das gute Ergebnis in diesem Sommer führt der
Landeshauptmann außerdem auf die ausgeprägte Sensibilität der Gäste
auf den Nahmärkten zurück: „Reisentscheidungen werden weiterhin vor
dem Hintergrund eines gestiegenen Sicherheitsbedürfnisses getroffen.
Davon profitieren Länder wie Tirol, die als sehr sicher gelten.“ Der
gegenteilige Effekt mache sich am chinesischen Markt bemerkbar, von
wo in diesem Sommer erstmals seit Sommer 2009 Rückgänge zu
verzeichnen waren. „Hier spüren wir die Zurückhaltung jener
Reisegruppen aus China, die insbesondere die sogenannte Westroute
nach den Anschlägen in Paris und Brüssel zunehmend meiden.“

Für Tirol Werbung-Geschäftsführer Josef Margreiter belegt die
Zwischenbilanz, dass der alpine Bergsommer weiterhin Konjunktur hat.
Zu verdanken sei dies auch der Investitions- und
Innovationsbereitschaft der heimischen Touristiker, die eine stetig
wachsende Angebotsqualität und damit die Grundlage für derart
positive Entwicklungen bilden. „Nach den alarmierend rückläufigen
Sommerzahlen ab Mitte der 1990er-Jahre wurden vermehrt Aktivitäten
für eine Verjüngung des Bergsommerangebots gesetzt, sodass die
Nächtigungen in den vergangenen zehn Jahren wieder um 13,8 Prozent
zugenommen haben“, bilanziert Margreiter. Ein Wermutstropfen sei,
dass die Aufenthaltsdauer abgenommen habe und somit wesentlich mehr
Gäste für dieses positive Nächtigungsergebnis gewonnen werden müssen.
Lag sie vor zehn Jahren noch bei 4,5 Tagen, so beträgt die
durchschnittliche Aufenthaltsdauer mittlerweile 3,7 Tage. Hier mache
sich der weiterhin starke allgemeine Trend in Richtung Kurzreisen
bemerkbar. „Umso erfreulicher ist, dass die Werbe- und
Vermarktungsmaßnahmen der Branche zu einem Gästewachstum von 42,8
Prozent in den vergangenen zehn Jahren geführt haben“, so Margreiter.

Die Tiroler Tourismusbetriebe zeigen sich laut Franz Hörl,
Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der
Wirtschaftskammer Tirol, mit der heurigen Sommersaison überwiegend
zufrieden. „Die Stimmung unter den Touristikern ist dennoch nicht
rosig, weil die Mehrwertsteuererhöhung ein besseres Ergebnis
verhindert hat und darüber hinaus eine Reihe weiterer Belastungen
wirkt. Der Sommer wird immer stärker, dennoch liegt die
Wertschöpfungsspitze unter dem Winter“, macht Hörl deutlich. Und noch
etwas bereite ihm Sorgen: „Im Vergleich zum Vorjahr ist die
Investitionsbereitschaft unserer Betriebe gesunken.“

Verhaltene Erwartungen für den Winter

Für die kommende Wintersaison zeigt das Saisonale Tourismusbarometer,
dass derzeit 76 Prozent der Tiroler Unterkunftsbetriebe mit der
Buchungslage zufrieden bzw. sehr zufrieden sind. Dieses Ergebnis
liegt damit unter dem Wert des Vorjahres mit 83 Prozent. Am besten
ist die Buchungslage bei den deutschen Gästen, mit der 90 Prozent der
befragten Betriebe sehr zufrieden bzw. zufrieden sind.

In puncto Umsatz ist die Einschätzung ähnlich dem Vorjahr: 53 Prozent
der Betriebe rechnen damit, das Ergebnis aus dem Winter 2015/16
halten zu können. Rund ein Viertel erwartet eine Steigerung, 14
Prozent befürchten Einbußen.

Trotz dieser Einschätzung stehen die Vorzeichen für die kommende
Wintersaison nicht besonders rosig. Den Touristikern macht abgesehen
von erschwerten Wettbewerbsbedingungen vor allem eine unvorteilhafte
Ferienkonstellation zu schaffen. Neben der ungünstigen Lage eines
Teils der Weihnachtsfeiertage und des Neujahrstages an Wochenenden
gibt es in der zweiten Februarhälfte 2017 eine Kollision der
bayerischen Weihnachtsferien mit den Krokusferien in Teilen der
Niederlande sowie in Belgien. „Das wird zu Kapazitätsengpässen führen
und nicht alle potenziellen Gäste werden auch eine Unterkunft in
Tirol finden“, konstatiert Josef Margreiter. Darüber hinaus macht es
der späte Ostertermin vor allem für tiefer gelegene Regionen
schwierig, diese Ferien noch mitzunehmen.

Unabhängig von den Entwicklungen der kommenden Saison betont
Landeshauptmann Platter die grundsätzliche Bedeutung des
Wintertourismus für Tirol: „Die Fachveranstaltung theALPS hat in der
Vorwoche vor Augen geführt, wie wesentlich der Wintertourismus für
unser Land ist. Daher warne ich davor, dass wir uns diesen
Wirtschaftsmotor schlechtreden lassen.“ Zwei Drittel der
touristischen Wertschöpfung in Tirol passieren im Winter. „Wir nehmen
gesellschaftliche und klimatische Veränderungen selbstverständlich
ernst. Die heimischen Touristiker haben schon seit vielen Jahrzehnten
erfolgreich bewiesen, dass sie mit Veränderungen umgehen können.“ Die
umfassende wissenschaftliche Studie zu theALPS habe dafür wichtige
Erkenntnisse geliefert.

Aus betrieblicher Sicht zähle der Mitarbeitermangel zu den größten
Herausforderungen, macht WK-Obmann Hörl deutlich: „Wenn wichtige
Positionen nicht mehr besetzt werden können, droht in diesem Bereich
ein Qualitätsverlust und damit ein Imageverlust für den Tiroler
Tourismus. Hier müssen endlich Rahmenbedingungen geschaffen werden,
die ein Arbeiten in der Dienstleistungsbranche erleichtern. Darüber
hinaus sind auch die Betriebe gefordert, das Thema ,Mitarbeiter‘ noch
stärker in den Fokus zu rücken.“ Großes Potenzial sieht Hörl bei den
Regelungen zu Arbeits- und Ruhezeiten.

Hochfilzen und St. Moritz als Schaufenster

Tirol ist im kommenden Winter Gastgeber für gleich zwei
Weltmeisterschaften: der Rodel-WM in Innsbruck-Igls sowie der
Biathlon-WM in Hochfilzen. Letztere wird mit einem weiterentwickelten
TirolBerg zur Bewerbung des Landes genutzt. „Die Veranstaltung in
Hochfilzen ist vor allem in Richtung unseres wichtigsten Marktes
Deutschland wichtig, wo Biathlon sowohl bei Medien als auch Publikum
enormen Zuspruch genießt“, so Margreiter.

Auch bei der Alpinen Ski-Weltmeisterschaft in St. Moritz präsentiert
sich das Land mit dem erweiterten TirolBerg in umfassender Form,
erklärt Landeshauptmann Platter: „Mir war für die Fortsetzung dieser
Plattform maßgeblich, den gesamten Standort zu präsentieren. Darüber
hinaus ist nun auch mein Wunsch nach einer mehrjährigen Kooperation
mit den wichtigen Partnern erfüllt.“ Neben den fünf
Tourismusverbänden Innsbruck, Ötztal, Paznaun-Ischgl, St. Anton und
Seefeld als Regionspartner wird Leitner ropeways als Premiumpartner
in der Schweiz dabei sein. „Wir wollen diese Plattform bewusst
nutzen, wenn sich Tirol nicht nur als Sport- und Tourismusland,
sondern auch als attraktiver Wirtschafts- und Forschungsstandort
präsentiert“, erklärt Lukas Emberger, Geschäftsführer der Leitner
GmbH. Daher ist die Unternehmensgruppe nicht nur mit der Marke
Leitner ropeways, sondern auch mit den Marken Prinoth und Demaclenko
als Toppartner im TirolBerg vertreten. „Dort können wir uns mit
Partnern austauschen, die Meinung unserer Kunden einholen und neue
Kontakte knüpfen“, so Emberger. Noch zu unterstreichen sei, dass
Demaclenko der exklusive Schneeproduzent für die Alpine Ski-WM in St.
Moritz ist.

Bildmaterial sowie weitere Details finden Sie unter
http://presse.tirol.at/.

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