- 21.10.2016, 15:49:24
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GÖD-Gesundheitsgewerkschaft: Das Pflegepersonal muss dringend entlastet werden
Die gute Versorgung der älteren Generation muss der Gesellschaft etwas wert sein!
Utl.: Die gute Versorgung der älteren Generation muss der
Gesellschaft etwas wert sein! =
Wien (OTS) - Reinhard Waldhör, Vorsitzender der GÖD
Gesundheitsgewerkschaft, zum seit Jahren nachdrücklich geforderten,
menschenwürdig kalkulierten Personalschlüssel: „Die Gesellschaft
befindet sich im Wandel. Auch die Frage: „Wie gehen wir in Zukunft
mir unserer älteren Generation um?“ Wir sind zwar stolz auf die
Generation, die es geschafft hat unseren Wohlstand mit zu begründen,
aber bei der Verpflichtung sie im Alter gut zu versorgen wird aktiv
weggeschaut! Und ja – diese Versorgung kostet Geld!“
Mehr als ein Drittel der in der Pflege tätigen Personen empfinden
ihre Tätigkeit als stark seelisch belastend und aufreibend. Der
Zeitdruck ist dabei ein sehr wesentlicher Faktor. Nur 33% der
Pflegekräfte glauben, ihren Beruf bis zur Pensionierung ausüben zu
können.
Waldhör stellt fest, dass derzeitige
Personalbedarfsberechnungsmodelle vor allem ökonomischen Vorgaben
dienen und mit der Anforderung nach idealer Pflege nichts zu tun
haben.
Pflegekräfte werden in diesem System mehr und mehr zu Maschinen
herabgewürdigt. Es bedarf grundlegender länderübergreifender
Standards in Bezug auf Arbeitseinheiten. Dazu muss die
Schnelllebigkeit heutiger Versorgungsformen, Dienstplanänderungen und
Ausbildungen berücksichtigt, als auch altersgerechte Arbeitsformen
definiert werden.
Ebenso hat sich der Bedarf an pflegerischer Versorgungsleistung durch
die geänderten gesellschaftlichen Strukturen, den medizinischen
Fortschritt und die mit dem demografischen Wandel verbundene
Multimorbidität in den letzten Jahren wesentlich gewandelt. Die
Menschen in unserem Land werden auch in Zukunft immer älter, die
Lebenserwartung wird bei Männern von 78,5 auf 87,3 Jahre (2060) und
bei Frauen von 83,6 auf 90,6 Jahre steigen. Auch dieser Umstand trägt
dazu bei, dass Personalbedarfsberechnungen adaptiert werden müssen,
um diesen Anforderungen gerecht zu werden.
Die GÖD-Gesundheitsgewerkschaft fordert daher bei der
Berechnung des Personalschlüssels eine stärkere Berücksichtigung
folgender Punkte:
• Zeitliche Anforderungen bei Demenz und psychiatrischen Erkrankungen
• Tätigkeiten außerhalb der direkten Pflege und Betreuung
• Zeiten für Dokumentation, Vorbereitung und Begleitung diverser
Kontrollorgane im Heim, Praxisanleitungen und Projekte der
betrieblichen Gesundheitsförderung und des alternsgerechten Arbeitens
• Beschäftigtenstruktur: Altersstruktur der Beschäftigten, sowie
weitere beschäftigtenbezogene Aspekte (z.B. Schwangerschaft,
begünstigte Behinderungen)
• Fehlzeiten: Einzurechnen sind die durchschnittliche
Krankenstandsdauer in den Einrichtungen, gesetzlich geregelte
Abwesenheiten, wie Fort- und Weiterbildungsstunden oder tatsächliche
Urlaube
Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft:
• Einführung flächendeckender – für die Träger verpflichtende –
Standards für die Personalausstattung im Gesundheits- und
Sozialbereich
• Einführung strengerer Kontrollen bei der Umsetzung eines
Mindestpersonalschlüssels – bei einer Unterschreitung muss die
Behörde Neueinstellungen vorschreiben
• Einführung des Modells der lebensphasenorientierten
Arbeitszeitgestaltung mit Recht auf Wechsel zwischen Teilzeit und
Vollzeit für beide Geschlechter
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