• 19.10.2016, 15:22:53
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  • OTS0194

Bundesminister Andrä Rupprechter übernimmt Pflanzenpatenschaft in Linzer Genbank

Rupprechter: Vielfalt am Acker ist die beste Versicherung für Ernährung künftiger Generationen

Bundesminister Andrä Rupprechter übernimmt
Pflanzenpatenschaft in Linzer Genbank

Utl.: Rupprechter: Vielfalt am Acker ist die beste Versicherung für
Ernährung künftiger Generationen =

Linz (OTS/Österr. Agentur f. Gesundheit u. Ernährungssicherheit
(AGES)) - Anlässlich des Welternährungstages betont Bundesminister
Andrä Rupprechter die Bedeutung der Erhaltung pflanzengenetischer
Ressourcen für die Zukunft der Landwirtschaft und der
Ernährungssicherung. „Vielfalt am Acker ist die beste Versicherung
für Ernährung künftiger Generationen“, so Rupprechter, der die
Patenschaft für eine seltene landwirtschaftliche Sorte in der Genbank
der AGES in Linz übernommen hat: Die alte Landsorte „Tiroler
Imperial“ (Fisser Gerste) stehe stellvertretend für die Erhaltung und
Nutzung des heimischen pflanzengenetischen Materials. „Der
Klimawandel ist eine riesige Herausforderung für die Landwirtschaft,
im Zusammenhang mit den Nutzungsmöglichkeiten der Pflanzengenetischen
Ressourcen aber auch eine große Chance, die wir nützen wollen“,
betonte Landwirtschaftsminister Rupprechter. ****

Die „Tiroler Imperial“ ist eine alte Gerstensorte, die in der
Zwischenkriegszeit bis auf 1.400 Meter Seehöhe (Tiroler Gemeinde
Fiss) auf kargem Boden angebaut wurde. In den 1950-er Jahren war das
Saatgut dieser Sommergerste so begehrt, dass es bis nach Südamerika
exportiert und in den Anden angebaut wurde. Mit dem Rückgang des
Getreideanbaus in den alpinen Lagen Österreichs in den 50-er und
60-er Jahren geriet die „Tiroler Imperial“ fast in Vergessenheit.
Seit 1969 lagert ein Muster der Sorte in der Genbank der AGES in
Linz, wo die Reinheit und Vermehrbarkeit dieser Sorte erhalten wird.

Inzwischen wurde die „Tiroler Imperial“ von einigen Bauern und
regionalen Initiativen wieder entdeckt: sie soll künftig wieder für
verschiedene kulinarische Produkte (Gerstlsuppe, regionaler Whisky,
Zillertaler Brauerei beabsichtigt Brauversuch für „Fisser Bier“)
genutzt werden. Um die Nutzung dieser traditionellen Sorte zu
fördern, wurde sie als so genannte „Erhaltungssorte“ in die Liste der
geförderten Sorten für den Anbau von seltenen Landwirtschaftlichen
Kulturpflanzen (SLK) aufgenommen. Durch den Eintrag in die
österreichische Sortenliste steht mittlerweile wieder geprüftes
Saatgut zur Verfügung. Im Rahmen der ÖPUL-Maßnahme „Anbau seltener
landwirtschaftlicher Kulturpflanzen“ (SLK) haben im Vorjahr fünf
Landwirte rund 18 Hektar angebaut.

Das Erbgut alter Pflanzen ist die Grundlage für unsere
Ernährung

Die Genbank in Linz erhält die Tiroler Imperial schon seit 1969 an
ihrem Standort und bewahrt auch andere alte und traditionelle Sorten
sowie Heil- und Gewürzkräuter vor dem Verlust und stellt Muster davon
für die weitere Nutzung, Züchtung und Forschung weltweit zur
Verfügung. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel rückt der Anbau von
in Vergessenheit geratenen Arten und Sorten für eine breitere
Ernährungsbasis und Ernäöhrungsvielfalt in den Vordergrund. Viele
ihrer genetischen Eigenschaften wie beispielsweise Hitze-, Kälte-,
Trockentoleranzen, aber auch Krankheitsresistenzen etc. werden
künftig verstärkt gefragt sein. Das Thema Vielfalt und Biodiversität
ist daher auch ein Kernthema des von Landwirtschaftsminister
Rupprechter initiierten Strategieprozess Zukunft Pflanzenbau
www.zukunft-pflanzenbau.at.

In der AGES-Genbank lagern rund 5.000 Muster von landwirtschaftlich
genutzten Pflanzenarten, die als Samen auch bei Temperaturen von
minus 20 °C langfristig gesichert werden. Gewürz- und Heilkräuter
bzw. vegetativ erhaltene Arten werden auch in extra angelegten
Parzellen angebaut. Die bekanntgegebenen nationalen „Muster“ finden
sich im Katalog unter www.genbank.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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