• 19.10.2016, 12:30:29
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  • OTS0139

Falstaff-Umfrage: Soll Trinkgeld fix auf die Rechnung?

Wien (TP/OTS) - Ein Wachauer Gastronomiebetrieb setzte eine
Trinkgeldpauschale in der Höhe von 10 Prozent der Konsumation fix auf
die Rechnung und löst eine wilde Diskussion aus. In einer
Online-Befragung, an der mehr als 3.000 Personen teilgenommen haben,
sprachen sich über 80% gegen eine derartige Neuregelung des
Trinkgeldes aus.

In der »Hofmeisterei Hirtzberger« in Wösendorf (im Falstaff
Restaurantguide mit 90 Punkten und drei Gabeln ausgezeichnet) wird
seit kurzem das Trinkgeld in der Höhe der üblichen zehn Prozent fix
in die Rechnung inkludiert. Gäste können diese reklamieren, wenn sie
finden, dass etwas nicht zu ihrer Zufriedenheit war. Laut den
Inhabern ist das jedoch noch nicht vorgekommen und die Resonanz sei
»großartig«. Das Personal selbst sei umso motivierter gute Arbeit zu
leisten.

Emotionale Diskussion

Wir wollten von unserer Community wissen, was sie von dieser Lösung
hält. So viel vorweg: Mit dieser Änderung scheint ein Nerv getroffen
zu sein, denn bei kaum einem anderem Thema gingen die Wogen bei
unseren Lesern ähnlich hoch. Auf der Falstaff-Facebookseite, die
mittlerweile über 50.000 Fans vorweisen kann, entstand eine lebhafte
Diskussion, bei der sowohl Pro als auch Kontra zur Sprache gebracht
werden.

Kritische Stimmen überwiegen

Die Reaktionen reichen dort von purem Unverständnis: »Was veranlasst
einen Wirten so etwas zu tun?« bis hin zu einem Apell an den gesunden
Menschenverstand: »Der Anstand und die gute Erziehung sollten es
selbstverständlich machen, dass man die Bemühungen des
Servicepersonals honoriert!« Während sich viele Community-Mitglieder
bevormundet fühlen – » Ich lass’ es mir sicher nicht vorschreiben,
denn Trinkgeld ist eine freiwillige Honoration« – stehen andere
hinter den Gastronomen – »Ich finde es korrekt, solange es
ausgewiesen ist auf der Karte! Jeder Wirt hat das Recht ›sein‹
Konzept durchzusetzen.« – und zeigen sich von dem Vorstoß nahezu
begeistert: »Die Knauserigkeit der Gäste wird immer schlimmer,
hoffentlich setzt sich das überall durch.«

Vier Fünftel für freie Entscheidung

Viel eindeutiger fiel da schon das Votum in unserer Online Abstimmung
aus. Binnen 24 Stunden wurden über 3.000 Stimmen abgegeben und dass
das Thema wirklich fast alle zu beschäftigen scheint, bzw. beinahe
jeder eine Meinung dazu hat, zeigt die sehr geringe Anzahl an »Ich
weiß nicht«-Stimmen (2 %). Der Großteil (81%) der Community spricht
sich gegen eine Änderung der Trinkgeldregelung à la »Hofmeisterei
Hirtzberger« aus und möchte den bisherigen »Usus der Selbstbestimmung
durch den Gast« beibehalten. Lediglich ein kleiner Teil (17 %) steht
dem neuen Modell positiv gegenüber.

Signal gegen Bevormundung

Falstaff-Herausgeber Wolfgang Rosam sieht das eindeutige Votum als
klares Signal, dass die Gäste nicht bevormundet werden wollen.
»Kultivierte Restaurant-Besucher geben die üblichen zehn Prozent
Trinkgeld, wenn sie mit dem Service zufrieden sind. Auch wenn der
Rechnungsbetrag höher ist, ist das Ehrensache. Aber die Diskussion
kann durchaus jene an die Branchenusance erinnern, die auf die faire
Entlohnung immer öfter ›vergessen‹«.

Branche spürt sinkende Trinkgeld-Moral

Die Tendenzen sind eindeutig: der Souverän sollte der Gast bleiben,
der das Trinkgeld als Form des direkten Feedbacks versteht. Guter
Service, kulinarische Leistungen oder ein schönes Ambiente: Gäste
belohnen Lokale individuell, nach eigenem Ermessen und möchten dies
auch weiterhin tun. Die bittere Realität für das Servicepersonal
schaut leider oft anders aus. Denn je höher der Rechnungsbetrag,
desto weiter entfernen sich Gäste immer häufiger von den üblichen
zehn Prozent Trinkgeld. Eine Problematik, die mit der
»Trinkgeld-Zwangsbeglückung« aber sicher nicht gelöst wird.

Über den Falstaff-Verlag

Der Falstaff-Verlag gibt das führende deutschsprachige Magazin für
Genießen, Wein, Essen und Reisen heraus. Die Marke Falstaff hat einen
Bekanntheitsgrad von 65 Prozent, unter Weinliebhabern sogar von 84
Prozent (GfK-Umfrage). Seit 2010 erscheint Falstaff mit einer eigenen
Deutschland-Ausgabe in einer Auflage von 58.350 Stück sowie seit 2014
mit einer Schweiz-Ausgabe in einer Auflage von 28.000 Stück.

Mit einer Gesamtauflage von 131.350 Stück ist Falstaff somit das
größte Wein- und Gourmetmagazin im gesamten deutschsprachigen Raum.
Neben dem Gourmetmagazin bringt der Falstaff-Verlag renommierte
Guides heraus, die durch die Genusswelt führen. Darunter der Café-,
Bar-, Restaurant- und Weinguide.

Online bieten die Falstaff-Websites auf www.falstaff.at/.de/.ch
täglich aktuelle News aus der Welt des kulinarischen Lifestyles. Die
Genuss-Datenbank umfasst rund 62.000 Weine mit Bewertungen, 9500
Restaurants, 2500 Hotels, 2.250 Vinotheken und über 1000
Genussproduzenten. Auch auf dem Social Media Sektor ist Falstaff
führend und kann auf eine lebendige Community mit über 50.000
Facebook-Freunden verweisen.

Weitere Informationen unter www.falstaff.at.

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