- 18.10.2016, 13:10:58
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Mehr Autonomie für die Schulen
Haslauer: Herzstück der Bildungsreform wird umgesetzt
Utl.: Haslauer: Herzstück der Bildungsreform wird umgesetzt =
Salzburg (OTS) - Nach der Umsetzung des Grundschulpakets zu
Schulbeginn, eines ebenfalls elementaren Bestandteils der am 17.
November 2015 von Bund und Ländern beschlossenen Bildungsreform,
folgt nun das weitreichende Autonomiepaket.
"Durch das heute beschlossene Autonomiepaket werden die Salzburger
Schulen aufgewertet. Die Schulleiterinnen und -leiter erhalten mehr
Gestaltungsfreiheit und können zukünftig inhaltliche Schwerpunkte
definieren", so Landeshauptmann Wilfried Haslauer heute, Dienstag,
18. Oktober. Haslauer betonte weiters, dass die pädagogischen,
organisatorischen und personellen Spielräume damit an die Schulen und
in die Klassen kommen, wo sie auch hingehören. Damit werden die
Freiheit und Eigenverantwortung gestärkt.
Salzburg als Vorbild
Neben der aktiven Mitwirkung an der Bildungsreform sowie an der
Umsetzung der einzelnen Umsetzungspakete hat Salzburg auch inhaltlich
in vielen Bereich als Vorbild gedient. Waren im Grundschulpaket etwa
die Willkommensklassen Vorbild für die Einführung von
Sprachstartgruppen, so ist nun die neue Lehrerinnen- und
Lehrerauswahl bei der Schulautonomie nach dem in Salzburg bereits im
Schuljahr 2013/2014 eingeführten Modell gestaltet.
Inhalt des Schulautonomiepakets
Autonome Schulen, die möglichst eigenverantwortlich und regional
ausgerichtet sind, sollen mehr Gestaltungsspielraum bekommen, um
Österreichs Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern und zu
fordern. Herzstück dieses Umbaus des österreichischen Bildungssystems
ist das Autonomiepaket.
Stärkere inhaltliche Schwerpunktsetzung durch mehr Autonomie
Viele Maßnahmen tragen zukünftig dazu bei, dass Schulen individuelle
inhaltliche Schwerpunkte in verschiedenen Bereichen wie
Informationstechnologie, MINT-Fächer (Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaft und Technik), Musik, Sport und vielem mehr bilden
können.
• Klassen- und Gruppengrößen werden nicht mehr zentral vorgegeben,
sondern in die Schulautonomie übertragen. Die Schule oder der
Schulcluster kann autonom festlegen, welche Fächer in welcher Art der
Gruppenbildung durchgeführt werden.
• Die aus der Flexibilisierung am Standort frei werdenden Ressourcen
können für pädagogisch differenzierte Maßnahmen am Standort
eingesetzt werden, wie zum Beispiel für fächerübergreifende Projekte
oder Förderangebote. Auch jahrgangübergreifende Unterrichtsformen
sollen vermehrt Platz finden.
• Die Flexibilisierung wird auch in der Unterrichtszeit sichtbar: Die
50-Minuten-Stunde wird geöffnet. Sie bleibt lediglich
Berechnungsgröße für die Personalbewirtschaftung und
Ressourcenzuteilung. Schulen können autonom entscheiden, wie
Unterrichtseinheiten zeitlich zusammengefasst werden.
• Für die jeweiligen Schwerpunkte wird zukünftig auch die passende
Auswahl von Lehrpersonen, nach dem bereits 2013 erfolgreich
eingeführten Salzburger Modell, bundesweit in die autonome
Entscheidung der Schulleiterinnen und -leiter gelegt. Seit dem
Schuljahr 2013/2014 können in Salzburg Pflichtschuldirektorinnen und
-direktoren bereits die Personalauswahl für Neuaufnahmen selber
vornehmen und die Anstellungsgespräche direkt in ihrer Schule führen
(mehr dazu in der Meldung der Landeskorrespondenz vom 29. September
2016, "Autonome Personalauswahl durch Schulleitungen").
• Auch in der Fortbildung bringt das Autonomiepaket eine Trendumkehr
von einer derzeit überwiegend angebotsorientierten, zu einer
überwiegend bedarfsorientierten Fort- und Weiterbildung. Entsprechend
der jeweiligen Schwerpunkte sind die Fortbildungen künftig von
Schulleitungen und Schulclusterleitungen frei abrufbar und inhaltlich
frei gestaltbar.
Schulcluster, Bildungscampus und Bildungsregion
Zwei bis maximal acht Schulstandorte können in benachbarter Lage
zukünftig zu einem Schulcluster zusammengeschlossen werden. Die
Aufgaben der Schulleitung übernimmt dabei die Schulclusterleitung.
Sie ist für den Aufbau ihres Führungsteams zuständig. An den
einzelnen Schulstandorten gibt es eine pädagogische Leitung. In jedem
Schulcluster wird ein Sekretariat an der Stammschule des Clusters, in
der die Schulclusterleitung ihren Sitz hat, geschaffen.
Der Bildungscampus (urbaner Bereich) oder die Bildungsregion
(ländlicher Bereich) hat die Schaffung nahtloser Bildungsübergänge
vom Kindergarten bis inklusive der Sekundarstufe II zum Ziel.
Starke Schulclusterleitungen und Schulleitungen mit starker
Schulpartnerschaft
Bei der Bildungsreform gilt es, die Stärken der österreichischen
Schulpartnerschaft zu nutzen, um strukturelle Verbesserungen auf
allen Systemebenen zügig und breit abgestimmt umzusetzen. Die
Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte der Schulpartner auf Schul- und
Clusterebene sollen sich zukünftig stärker auf den pädagogischen
Bereich konzentrieren, während organisatorische und personelle
Belange stärker im Verantwortungsbereich der Schulleitung verankert
sind. Auf Klassenebene bekommt nun auch die AHS-Unterstufe die
Möglichkeit der schulpartnerschaftlichen Mitbestimmung. Auf Ebene der
Schulcluster wird ein Schulpartnerbeirat (Schulclusterbeirat) mit
beratender Funktion der Schulclusterleitung geschaffen. Selbiges gilt
für die Landes- und Bundesebene.
Grundschulpaket bereits in Umsetzung
Zu Schulbeginn wurde bereits das Grundschulpaket präsentiert. Dieses
besteht aus folgenden Maßnahmen:
1. die neue Schülerinnen- bzw. Schülereinschreibung, bei der erstmals
bundesweit ein förderbezogener Datenaustausch zwischen Kindergarten
und Schule vorgesehen ist;
2. die Möglichkeit für die Schulstandorte, über die
Beurteilungsformen selber zu entscheiden;
3. die organisatorische und pädagogische Erweiterung der
schulautonomen Entscheidungsmöglichkeit, ob die Klassen der
Grundschule nach Schulstufen getrennt oder jahrgangsübergreifend
gebildet werden;
4. Ermöglichung einer Flexibilisierung bei der Gestaltung des
sprengelfremden Schulbesuchs;
5. die Ergänzung der bisherigen Sprachförderkurse um
Sprachstartgruppen, die parallel zum Unterricht in der Regelklasse
geführt werden können: In beiden Formen sind Diagnose- und
Förderinstrumente verpflichtend einzusetzen. Hier war Salzburg mit
den Willkommensklassen Vorbild.
6. die Schaffung eines neuen Berufsbildes von Erzieherinnen und
Erziehern für die Lernhilfe, die als entsprechend qualifiziertes
Personal bei der individuellen Lernzeit ganztägiger Schulformen und
in der Freizeitbetreuung flexibel einsetzbar sind;
7. Neuordnung des Datenmanagements im Schulalltag: Zur Steigerung der
Effektivität und Effizienz der Schulverwaltung sowie zur
Bereitstellung elektronischer Services für Schülerinnen und Schüler
durch die Schule wird unter Beachtung der Zugriffsbeschränkungen und
Datensicherheitsmaßnahmen eine Modernisierung des Datenmanagements im
Schulalltag angestrebt.
Weitere Informationen: Christian Blaschke, Büro Landeshauptmann
Wilfried Haslauer, Tel.: +43 664 5917126, E-Mail:
[email protected].
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