- 17.10.2016, 12:32:54
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Empörung über Schwertner-Sperre auf Strache-Facebook-Seite
Caritas wird hinkünftig auch Rechtsweg gegen Verhetzung im Internet beschreiten
Utl.: Caritas wird hinkünftig auch Rechtsweg gegen Verhetzung im
Internet beschreiten =
Wien (KAP) - Empörung hat die Sperre des Wiener
Caritas-Generalsekretärs Klaus Schwertner auf der Facebook-Seite von
FPÖ-Partei-Chef Heinz-Christian Strache am Wochenende ausgelöst. Die
Blockade erfolgte nach der Verzweiflungstat eines Syrers am
Samstagnachmittag in Wien-Favoriten, der sich auf die Schienen einer
Straßenbahn legte und offenbar in Selbstbeschädigungsabsicht
randalierte. Dies war Anlass für Dutzende Hasspostings auf der viel
genutzten Social-Media-Plattform Straches, auf die wiederum
Schwertner mit einem Aufruf zur Mäßigung reagierte: "Woher kommt all
euer Hass? Warum schreiben Menschen über einen anderen Menschen, den
sie nicht einmal persönlich kennen, solche Dinge?"
Dieser Kommentar wurde gelöscht, Gewaltaufrufe jedoch blieben auf
Straches Facebook-Seite weiterhin online, teilte Schwertner in einem
"Kathpress"-Interview am Montag mit. Er rief zu einem Schulterschluss
über weltanschauliche Grenzen hinweg gegen den Hass im Internet auf,
der zuletzt davor nicht gekannte Dimensionen erreicht habe.
Schwertner erinnerte dabei an die Kampagne "Gegen Hass im Netz" der
Bundesregierung, an der sich im Sommer u.a. Kardinal Christoph
Schönborn beteiligte.
Schwertner sieht - wie er auf Facebook schrieb - einen Widerspruch
darin, dass die FPÖ, die ihrerseits immer wieder Ausgrenzung ihrer
kritischen Positionen beklagt, nun selbst unliebsame Kritik nicht
zulässt. Meinungsfreiheit scheine in dieser Partei nicht viel zu
gelten, so Schwertners Resümee. Auch anderen durchaus sachlichen
Kommentatoren sei es in diesem Fall wie ihm ergangen.
Schwertners Facebook-Eintrag über die Causa wurde bis Montagmittag
von mehr als 3.600 Personen "geliked", darunter vom Grazer Bischof
Wilhelm Krautwaschl und weiteren Kirchenpersönlichkeiten sowie
zahlreichen Vertretern der Zivilgesellschaft. Auf der Facebook-Seite
von HC Strache mit ihren mehr als 420.000 "Followern" wurde der
Eintrag über den suizidgefährdeten Syrer mittlerweile übrigens
entfernt.
"Facebook in die Pflicht nehmen"
Klaus Schwertner hält ein Maßnahmenpaket gegen Hass im Netz für
notwendig: Die Politik müsse Facebook viel stärker als bisher in die
Pflicht nehmen, Gewalt schürende bzw. Fakten verzerrende Einträge
rasch vom Netz zu nehmen.
Die Caritas sei wegen ihres konsequenten Eintretens für Randgruppen
und Notleidende immer wieder Zielscheibe von Angriffen im Netz, von
Anzeigen habe die katholische Hilfsorganisation bisher abgesehen,
berichtete Schwertner. In manchen Fällen wie z.B. bei der von einer
Unterstützer-Plattform für den FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert
Hofer verbreiteten Behauptung, Flüchtlinge bekämen 900 Euro teure
iPhones von der Caritas geschenkt, werde man nun aber den Rechtsweg
beschreiten.
((ende)) RME/PWU
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