- 15.10.2016, 17:51:50
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NÖ: Superintendent Lars Müller-Marienburg in sein Amt eingeführt
„Superintendent ist kein Titel, sondern ein Ruf“ - Gemeinsam mit anderen Kirche sein
Utl.: „Superintendent ist kein Titel, sondern ein Ruf“ - Gemeinsam
mit anderen Kirche sein =
Wiener Neustadt (OTS) - Mit einem Festgottesdienst in der
Auferstehungskirche in Wiener Neustadt ist am Samstag, 15. Oktober,
der neue Superintendent der evangelischen Diözese Niederösterreich,
Lars Müller-Marienburg, durch Bischof Michael Bünker in sein
Leitungsamt eingeführt worden. Müller-Marienburg (39) folgt auf Paul
Weiland, der im August des Vorjahres überraschend verstorben ist.
In seiner Ansprache erinnerte Bischof Michael Bünker an die Aufgabe
eines Superintendenten. „Die Fülle der Leitungs-, Verwaltungs- und
Koordinierungsfunktionen verbunden mit der Aufgabe der Seelsorge an
den Pfarrerinnen und Pfarrern und die besondere Stellung zwischen den
einzelnen Gemeinden und der Gesamtkirche zeichnen dieses kirchliche
Amt des Superintendenten aus“, sagte Bünker. Mit dem neuen Amt seien
aber nicht nur Rechte und Pflichten verbunden, sondern in erster
Linie gehe es um die Menschen mit ihren unterschiedlichen Lebens- und
Glaubensgeschichten, die dem neuen Superintendenten anvertraut sind.
„In diesem gefestigten Glauben, in dem du dich selbst als einen
Anvertrauten, für den gesorgt ist, sehen kannst, in Freiheit und
Verantwortung, wissen wir uns gerufen, für die da zu sein, die im
Schatten oder am Rand stehen, die Schwachen und Bedrohten. und heute
in besonderer Weise für die, die auf der Suche nach Hilfe und Schutz
zu uns kommen.“ Sorge für die Anvertrauten sei Sorge für das Leben
und die Würde aller in ihrer Vielfalt und Verschiedenheit“, so der
Bischof.
"Superintendent ist für mich kein Titel, sondern ein Ruf", erklärte
Lars Müller-Marienburg in seiner Predigt. Als Superintendent sehe er
seine Aufgabe darin, "auf die Kirche zu schauen“, damit sie ihrem
Auftrag nachkomme, Kirche zu sein. Müller-Marienburg möchte Hilfe
anbieten, wo sie nötig ist, und auch unangenehme Dinge angehen.
"Gemeinsam mit den anderen Pfarrerinnen und Pfarrern, den Lektorinnen
und den Lektoren, den PresbyterInnen und allen Mitgliedern der
Pfarrgemeinden möchte ich Kirche sein."
Den „partnerschaftlichen Umgang“ zwischen der Evangelischen Kirche
und dem Bundesland Niederösterreich hob Landeshauptmann Erwin Pröll
in seinem Grußwort hervor. Müller-Marienburgs Vorgänger, Paul
Weiland, habe dafür einen wesentlichen Beitrag geleistet und auch
großen Anteil daran, „dass die Ökumene in Niederösterreich so gut
funktioniert“. Pröll sprach von der „gemeinsamen Verantwortung von
Kirche und Politik, eine gedeihliche Entwicklung unserer Gesellschaft
zu gewährleisten“. In den mannigfaltigen Herausforderungen komme der
Evangelischen Kirche und ihrem neuen Superintendenten die Aufgabe zu,
„Hoffnung zu geben, wo Menschen verzagt sind, Stimme zu sein und
anderen Stimme zu geben, Menschen eine Stütze sein, damit andere
nicht stürzen“, so der Landeshauptmann.
Seitens der römisch-katholischen Kirche überbrachte Weihbischof
Helmut Krätzl die Glückwünsche an den neuen Superintendenten. Auch er
erinnerte an das Vermächtnis von Paul Weiland, dem er „tief
verbunden“ gewesen sei. Vor den zahlreichen Festgästen aus den
Kirchen, der Politik und des öffentlichen Lebens drückte der
Weihbischof seine „Sehnsucht nach dem gemeinsamen Tisch“ bei der
Feier des Abendmahls aus. Das Jahr 2017, in dem die Evangelischen
Kirchen 500 Jahre Reformation feiern, möge helfen, „aus der
Geschichte zu lernen, wozu wir eigentlich da sind“. In der Ökumene
gehe es darum, „sich gegenseitig zu stärken und das
Christusbekenntnis gemeinsam vorzuleben“, so der Weihbischof.
In Vertretung von Staatssekretärin Muna Duzdar gratulierte
Ministerialrat Karl Schwarz vom Kultusamt. Dem neuen Superintendenten
werde „geistliche Führung zugemutet und abverlangt“. Schwarz
verwendete dafür das Bild des „Bergführers“, erinnerte aber auch an
Martin Luther King, der seinen Dienst als „Tambourmajor“ umschrieben
hat. Ob als „Bergführer“ oder „Tambourmajor“, Müller-Marienburg sei
„in Pflicht genommen, um auf den Weg der Evangelischen Kirche, die
sich als eine Kirche des Buches versteht, in Niederösterreich
voranzugehen“.
Glückwünsche kamen auch vom Vorsitzenden der Islamischen
Religionsgemeinde Niederösterreich. Niederösterreich sei ein Land der
religiösen Vielfalt, in dem die Zusammenarbeit zwischen den
Religionen „ausgezeichnet“ funktioniere, zeigte sich Mehmet Isik
überzeugt.
Lars Müller-Marienburg wurde 1977 in Ansbach (Deutschland) geboren
und studierte evangelische Theologie in München. Nach seinem Vikariat
in Linz und seiner Pfarramtskandidatenzeit in Pöttelsdorf wurde er
2010 Pfarrer der evangelischen Pfarrgemeinde
Innsbruck-Auferstehungskirche.
Zu den Aufgaben des neuen Superintendenten gehört die geistliche
Leitung der Diözese Niederösterreich, der rund 40.000 Mitglieder in
28 Pfarrgemeinden angehören. Die Position des Superintendenten
entspricht der Stellung des Diözesanbischofs in der katholischen
Kirche.
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