• 13.10.2016, 12:47:09
  • /
  • OTS0153

ÖGB-FGV-Zellhofer: „Gute Pflege kostet Geld“

Informationsveranstaltung zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz im ÖGB

Utl.: Informationsveranstaltung zum Gesundheits- und
Krankenpflegegesetz im ÖGB =

Wien (OTS) - „Die Reform der Pflegeberufe ist Realität und enthält
Neuerungen, die wir uns gewünscht haben, aber auch viele, die äußerst
kritisch zu betrachten sind, wie etwa die Drei-Gliederung. Mehr
Leistung und mehr Verantwortung um weniger Geld, das geht einfach
nicht“, sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar in seiner Begrüßungsrede bei
der gestrigen Informationsveranstaltung zum Gesundheits- und
Krankenpflegegesetz (GuKG) im ÖGB. Begrüßenswert aus seiner Sicht ist
unter anderem die Akademisierung des gehobenen Dienstes.

Viele Pflegekräfte sind aufgrund der GuKG-Novelle verunsichert und
„wir werden in den kommenden Monaten ein wachsames Auge auf die
Auswirkungen der Novelle haben“, betonte Josef Zellhofer,
Vorsitzender der ÖGB-Fachgruppenvereinigung Gesundheits- und
Sozialberufe (ÖGB-FGV) in seinem Vortrag. Kritisiert wird vor allem
die verkürzte Ausbildung bei gleichzeitig erweitertem Aufgabengebiet
für die Pflegefachassistenz. „Unsere Befürchtung ist, dass es aus
Kostengründen zu einem Verdrängungswettbewerb nach unten kommt, von
dem vor allem Frauen betroffen wären. Gute Pflege kostet Geld, mit
Einsparungen wird es nicht gehen“, so Zellhofer. „Die Leistungen der
MitarbeiterInnen in allen Pflegeberufen müssen ordentlich honoriert
werden, die Arbeitsbestimmungen müssen stimmen.“

In seinem Vortrag ging er auch auf die Mängel bei der rechtlichen
Absicherung von Pflege(fach)assistentInnen ein. „Das Risiko von
Fehleinschätzungen und -entscheidungen steigt, wenn Tätigkeiten an
PflegeassistentInnen übertragen werden, die weit über ihre Ausbildung
hinausreichen. Da diese auch strafrechtliche Folgen haben können,
müssen Arbeitgeber hier für entsprechende Schulungen und
Übergangsfristen sorgen, sonst dürfen sie die neuen Kompetenzen nicht
einfordern. Nur so kann für Sicherheit bei Personal und PatientInnen
gesorgt werden.“

„Qualität in der Gesundheitsversorgung ist nicht verhandelbar. Daher
sind auch die Bundesländer aufgerufen, die Novelle umzusetzen, für
gute Ausbildung und Bezahlung zu sorgen und sich aktiv an der
Evaluierung zu beteiligen“, so der Vorsitzende der ÖGB-FGV
abschließend. (am)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel