- 12.10.2016, 14:28:22
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Strategien für die Zeit nach dem Brexit
Wien (OTS) - DLA Piper zeigt im Hilton Vienna Plaza erste Strategien
auf, um rechtlich sicher durch den Brexit zu kommen und räumt mit
Mythen rund um den EU-Austritt Großbritanniens auf.
Wohin geht die Reise nach dem Brexit? Die europäische Politik ist
sich nicht einig, wie sich das Verhältnis zwischen dem Inselstaat und
Kontinentaleuropa entwickeln soll und dementsprechend verunsichert
zeigt sich auch die Wirtschaft in Anbetracht des volatilen
Pfund-Kurses. Um mit Mythen aufzuräumen und die Diskussion auf eine
sachliche Ebene zu bringen, lud die Anwaltskanzlei DLA Piper
Dienstagabend gemeinsam mit der American Chamber of Commerce in
Austria (AmCham), der Austro-British Chamber of Commerce (ABCC) und
der Chambre de Commerce Franco-Autrichienne (CCFA) zum informativen
Austausch in das Hilton Vienna Plaza.
Vorteile durch den Brexit und Druck durch den engen Zeitplan
Der von Premierministerin Theresa May für März 2017 angekündigte
Austrittsvorgang nach Artikel 50 kann auch Vorteile für die heimische
Wirtschaft bringen, die bisher kaum Teil der öffentlichen Diskussion
waren. Ob es zum Austrittsvorgang kommt, hängt jedoch noch von
politischen Entscheidungen ab und kann zum Fall für den Europäischen
Gerichtshof werden, da es an Präzedenzfällen für einen EU-Austritt
fehlt.
"Es gibt Unterschiede zwischen der europäischen und britischen
Rechtsprechung, die Auswirkungen auf die Gestaltung der
wirtschaftlichen Zusammenarbeit haben werden und individuellen
Gestaltungsraum bieten. Ein Vereinigtes Königreich kann auch mit
Steuervorteilen punkten. Allerdings ist der Zeitplan mit zwei Jahren
sehr eng gesteckt, um alle Bereiche detailliert zu regeln", sagt
David Christian Bauer, DLA Piper Country Managing Partner.
DLA Piper geht davon aus, dass internationale Schiedsgerichte in den
bilateralen Wirtschaftsbeziehungen verstärkt zum Einsatz kommen
werden. Für künftige Verträge raten die Experten der global tätigen
Kanzlei, den Gerichtsstandort klar zu definieren, um allfällige
Probleme im Vorfeld auszuschließen. Alternativ bieten sich
Schiedsgerichte außerhalb der Europäischen Union an, um die
Vertragssicherheit zu gewährleisten.
"So unterschiedlich wie sich die Handelsbeziehungen zwischen den
Vereinigten Staaten, Österreich, Frankreich und Großbritannien
gestalten, so vielfältig sind die Fragen, die sich in den Ländern
durch den Brexit stellen. Als bilaterale Handelsorganisationen müssen
wir gemeinsame Lösungen finden, um aus einem politischen kein
ökonomisches Problem werden zu lassen", kommentieren AmCham
Austria-Präsident und Hilton Country General Manager Norbert B.
Lessing, CCFA-Generaldirektorin Céline Garaudy und ABCC-Chairman
Julian Walton.
Verschiebt die Reisefreiheit das Finanzzentrum Europas?
Rund 4.500 in der ganzen Union tätige Firmen haben ihren Sitz in
London, um ihre Mitarbeiter mit etwa 35.000 Reisepässen auszustatten,
mit denen sie sich frei in Europa bewegen können. Bei Wegfall der
Reisefreiheit im Zuge eines "harten" Brexits scheint die Ansiedlung
eines neuen Finanzzentrums in Kontinentaleuropa wahrscheinlich.
Allerdings könnte Großbritannien der überregulierten Finanzindustrie
nach einem Brexit auch neue, attraktive Spielregeln und
Rahmenbedingungen bieten, um die Unternehmen am Standort zu halten.
"Die Etablierung eines neuen Finanzzentrums ist durch den aufwändigen
bürokratischen Prozess in der EU sowohl kostspielig als auch
zeitintensiv", gibt DLA Piper Partnerin Denise R. Hamer zu bedenken.
Für Menschen, die aktuell in Großbritannien als Expats arbeiten,
sieht DLA Piper wenige Veränderungen, da ihre Jobs auch künftig
benötigt werden. Durch die Notwendigkeit von Arbeitsgenehmigungen
wird die Flexibilisierung der Unternehmen bei der örtlichen
Ansiedlung ihrer Mitarbeiter jedoch deutlich eingeschränkt, was
letztlich die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts schwächen kann.
Auch für Studenten können sich durch die Quotenregelung neue
Herausforderungen ergeben, wenn das Vereinigte Königreich nicht mehr
unter die EU-Quote fällt.
Macht der überregulierte Datenschutz beim Ärmelkanal Halt?
Der im internationalen Vergleich überdurchschnittlich strenge
europäische Datenschutz kann zur Herausforderung für das Vereinigte
Königreich werden. Damit droht eine Einschränkung des freien
Datenverkehrs zwischen Großbritannien und der EU, die weitreichende
Auswirkungen auf den Finanzschauplatz haben kann. Die DLA
Piper-Experten gehen von einer Sonderregelung für Großbritannien aus,
das wie heute schon Kanada als sicherer Staat eingestuft werden kann.
Über DLA Piper
DLA Piper ist eine der weltweit größten und führenden
Anwaltskanzleien. Mit Büros in mehr als 30 Ländern in Europa, Asien,
Australien, dem Nahen Osten sowie Nord- und Zentralamerika bietet DLA
Piper ein umfassendes Rechtsberatungsangebot. In Österreich ist die
Kanzlei durch DLA Piper Weiss-Tessbach mit einem Büro in Wien (etwa
65 Juristen) vertreten.
Weiterführende Informationen: www.dlapiper.com/de/austria.
Über AmCham Austria
Die American Chamber of Commerce in Austria setzt sich als
privatwirtschaftlich organisierte U.S. Handelskammer in enger
Zusammenarbeit mit der U.S. Diplomatie für den Ausbau der
Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Österreich und den
Vereinigten Staaten ein. Als aktive Interessensvertretung
repräsentiert sie US-Unternehmen, die am österreichischen Markt aktiv
sind, und unterstützt österreichische Unternehmen bei ihren Erfolgen
in den Vereinigten Staaten. Als Business-Enabler fördert sie die
transatlantische Zusammenarbeit und vernetzt gemeinsame
Wirtschaftsinteressen. Weitere Informationen auf http://www.amcham.at
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