Forschung zu Biografien von vor Nazis geflohenen Ärztinnen ausgezeichnet

Zwei Historikerinnen der Universität Wien erhalten den Förderungspreis des Vereins der Förderer des Josephinums

Wien (OTS) - Die Rechtshistorikerin Ilse Reiter-Zatloukal und die Historikerin Barbara Sauer werden für ihre Forschungsarbeit „Frau Dr. med. Jahrgang 1900“ mit dem Förderungspreis des Vereins der Förderer des Josephinums 2016 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 7.000 Euro dotiert und wird von der American Austrian Foundation gestiftet.

In ihrem Projekt mit dem Titel „Frau Dr. med. Jahrgang 1900“ untersuchten Reiter-Zatloukal und Sauer die Lebenswege von 19 Ärztinnen, die im Jahr 1900 geboren wurden, dem Jahr, in dem im damals kaiserlichen Österreich das Medizinstudium auch für Frauen geöffnet wurde. Im März 1938, zum Zeitpunkt des „Anschlusses“ Österreichs an das „Dritte Reich“, waren all diese Ärztinnen bereits beruflich etabliert. „Alle Frauen, deren Biografie wir untersucht haben, flohen vor den Nazis in die USA und konnten dort ihre Karrieren erfolgreich fortsetzen“, erklärt Studienautorin Reiter-Zatloukal.

„Wir freuen uns, eine so interessante und wichtige Forschungsarbeit auszeichnen zu können“, betont Eliette Thurn, Präsidentin des Vereins der Förderer des Josephinums. Christiane Druml, Direktorin des Josephinums, fügt hinzu: „Das Thema des ausgezeichneten Projekts fügt sich sehr gut in unseren eigenen Forschungsschwerpunkt zur Geschichte der Medizin während des NS-Regimes ein.“

Der Preis wird den beiden Studienautorinnen von Vereinspräsidentin Eliette Thurn, Vizepräsident Wolfgang Aulitzky und Rektor der medizinischen Universität Wien Markus Müller im Rahmen der 3. Max Neuburger Lecture überreicht, die am 12. Oktober 2016 ab 18:00 im Josephinum stattfindet (Währinger Straße 25, 1090 Wien).

Vor der Preisverleihung halten Ursula Rokitansky und Felicitas Seebacher einen Vortrag mit dem Titel „Freiheit, Gleichheit und Fortschritt!“ zu Carl Freiherr von Rokitanskys Synthese von Liberalismus und Naturforschung.
Anmeldung unter josephinum@meduniwien.ac.at

Über das Josephinum – Sammlungen der Medizinischen Universität Wien Das Josephinum wurde 1785 von Kaiser Joseph II als medizinisch-chirurgische Militärakademie gegründet und ist das bedeutendste Beispiel klassizistischer Architektur sowie ein wichtiges Zeugnis der Aufklärung in Österreich. Es ist das historische Eingangstor zur Medizinischen Universität Wien und beherbergt die Sammlungen zur Geschichte der Medizin, darunter die einzigartigen anatomischen Wachsmodelle aus Florenz, beeindruckende Instrumente, Bücher, Archivalien, Handschriften und Nachlässe. Es ist auch heute wichtiger Ort für Austausch, Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Geschichte und Ethik in der Medizin.

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