„Bewusst gelenkt statt abgelenkt“

Die Verkehrssicherheitskampagne des ORF NÖ, des Landes NÖ und ihrer Partner ab Montag, 10. Oktober 2016

St. Pölten (OTS) - Überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Abstand, aggressives Verhalten und zu wenig Rücksichtnahme: Das sind die Folgen von Ablenkung am Steuer, die für 40% aller Unfälle auf Österreichs Straßen – 13.000 insgesamt pro Jahr – verantwortlich sind.

Dazu kommen Tag für Tag unzählige gefährliche Situationen – wer etwa mit Tempo 50 „nur“ drei Sekunden auf das Smartphone statt auf die Straße schaut, ist bereits 42m „im Blindflug“ unterwegs. Mit 130 km/h auf der Autobahn sind es in drei Sekunden sogar 108m...

*Bewusstsein schärfen mit Reportagen und Aktionstagen

Der ORF Niederösterreich startet daher am Montag, 10. Oktober 2016 die Kampagne „Bewusst gelenkt statt abgelenkt“ für mehr Verkehrssicherheit:

In „NÖ heute“ (19.00 Uhr, ORF 2), auf Radio Niederösterreich und im Internet auf noe.orf.at werden bis zum 30. Oktober anhand konkreter Beispiele die wichtigsten Gefahrenquellen und ihre Folgen aufgezeigt; Verkehrsteilnehmer erzählen von ihren Erfahrungen und Erlebnissen, Experten erklären die rechtlichen Bestimmungen und geben Tipps für sicheres Verhalten.

Dazu kommen drei Aktionstage: Am Donnerstag, 13.10. in Mödling(Schrannenplatz) und am Montag, 24.10. in St. Pölten (Radioplatz) können Interessierte jeweils von 9 bis 12 Uhr an von ÖAMTC und Kuratorium für Verkehrssicherheit betreuten Ständen selbst die Auswirkungen von Ablenkung auf spielerische Weise erleben – über einen Reaktions-Simulator, mithilfe der so genannten „Rausch-Brille“ und auf einem überdimensionalen „Ablenkungsteppich“.

Und am Mittwoch, 19.10. haben 40 Hörerinnen und Hörer von Radio Niederösterreich die Chance, ihr eigenes Fahrverhalten und ihre Reaktion bei Ablenkungen einen ganzen Tag lang im ausführlichen (und mit einigen Überraschungen versehenen) ÖAMTC-Fahrtechniktraining auf dem Wachauring in Melk zu überprüfen.

*Lange Tradition der Verkehrssicherheits-Aktionen

Fragen der Verkehrssicherheit sind regelmäßig Bestandteil der redaktionellen Berichterstattung im ORF Landesstudio Niederösterreich.

Darüber hinaus initiiert und begleitet der ORF Niederösterreich seit vielen Jahren mehrwöchige Kampagnen – u.a. zur Temporeduktion im Ortsgebiet, für Kindersicherheit im Auto, zum Tragen von Schutzhelmen am Fahrrad, gegen Alkohol am Steuer, gegen Drängler und für das Rechtsfahren auf Autobahnen sowie gegen Aggression im Straßenverkehr.

In diesem Jahr wird die Aktion „Bewusst gelenkt statt abgelenkt“ vom ORF Niederösterreich, dem Land Niederösterreich und ihren Partnern NÖN, ÖAMTC, Kuratorium für Verkehrssicherheit, Polizei NÖ und Sicherheitsforum NÖ getragen.

*Landeshauptmann Pröll: „Ablenkung ist kein Kavaliersdelikt“

Für ORF NÖ-Landesdirektor Norbert Gollinger ist es Ziel der Aktion, das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer zu schärfen: „Wir wollen die Autofahrer wachrütteln. Denn abgelenkt fahren ist keine Lappalie, keine Kleinigkeit, keine Lächerlichkeit – sondern sehr, sehr gefährlich für andere Verkehrsteilnehmer und für einen selbst... und kann letztlich im Falle eines Unfalls tödlich enden“.

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll hofft, dass derartige Kampagnen die Zahl der Unfälle, der Verletzten und Toten im Straßenverkehr zu reduzieren helfen. Sein Appell: „Sobald ich die Hand aufs Lenkrad gebe, muss auch der Kopf dabei sein.“ Sicheres Fahren sei keine Selbstverständlichkeit, daher „ist es notwendig, aufzurütteln und die Augen dafür zu öffnen, was passieren kann, wenn man unaufmerksam ist.“

Sich während der Fahrt abzulenken, so der Landeshauptmann, „ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann unter Umständen ein tödliches Manöver sein“.

*Hauptgefahr mobile Geräte

„Es betrifft natürlich jeden, aber vor allem Jugendliche, weil vor allem sie mit modernen Geräten unterwegs sind, die Ablenkungen verursachen“, sagt Dr. Othmar Thann, Geschäftsführer des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. „Den meisten Autofahrern ist gar nicht bewusst, wie gefährlich Ablenkung ist... und hier kann so eine Kampagne dazu führen, dass die Menschen zumindest einmal ein ‚Klick‘ hören und sagen: Aha, da gibt es offensichtlich etwas, ich sollte mich damit auseinandersetzen“.

Ähnlich auch die Hoffnung von Willy Konrath von der Verkehrsabteilung der Polizei NÖ: „Uns ist es wichtig, dass das bewusste Lenken eines Fahrzeuges nicht mehr Nebensache ist, sondern wieder zur Hauptsache wird. Jeder, der ein Fahrzeug lenkt, muss sich bewusst sein, dass er Verantwortung für sein eigenes Leben und das Leben der Umwelt hat.“

*Mehr als 130 Ablenkungen

Experten haben insgesamt mehr als 130 verschiedene Formen der Ablenkung ermittelt – von der Nutzung elektronischer Geräte während der Fahrt über Streitgespräche bis hin zu Essen und Trinken oder dem Lesen von Unterlagen.

Welche drastischen Auswirkungen das haben kann, „werden Autofahrer bei einem Aktionstag im ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum in Melk im Praxistest erfahren“, erklärt Niederösterreich-Direktor Robert Menzl vom ÖAMTC: „Da wird schnell klar, dass auch die geringste, die kürzeste Ablenkung – etwa der Schluck aus der Wasserflasche – unheimlich negative Konsequenzen haben kann. Genau dort müssen wir ansetzen...“

Auf Aufklärung setzt auch Karl Hinterwallner vom Sicherheitsforum Niederösterreich: „Das bedeutet, primär nicht zu strafen, sondern Autofahrer an Ort und Stelle anzuhalten und sie zu fragen, warum sie sich ablenken, warum sie beispielsweise ein Handy am Steuer verwenden“.

Medienpartner der Aktion sind die NÖN – Chefredakteur Martin Gebhart: "Wir können den Autofahrern nicht die Verantwortung abnehmen, aber wir können auf die Gefahren hinweisen. Deswegen ist so eine Aktion wichtig und deswegen sind wir auch dabei“.

Er selbst, sagt Martin Gebhart, mache immer wieder die Erfahrung, dass sich Autofahrer speziell auf Autobahnen mehr mit dem Handy beschäftigen als mit dem Straßenverkehr. „Ob sie es bewusst eingehen, weiß ich nicht – aber es ist ein gefährliches Risiko und davor man muss warnen und etwas dagegen tun. Wir werden die Aktion daher mit Reportagen begleiten.“

Rückfragen & Kontakt:

ORF Landesstudio Niederösterreich
Mag. Michael Koch
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michael.koch@orf.at

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