• 05.10.2016, 12:35:27
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  • OTS0139

Superintendent Lars Müller-Marienburg will „Angst vor Vielfalt nehmen“

Neuer niederösterreichischer Superintendent wünscht sich „fromme und freie Kirche“

Utl.: Neuer niederösterreichischer Superintendent wünscht sich
„fromme und freie Kirche“ =

St. Pölten (OTS) - „Ich möchte das gute Miteinander in
Niederösterreich pflegen. Ich möchte, dass wir einander ernst nehmen
und voneinander lernen, damit die Evangelische Kirche in
Niederösterreich als fromme und freie Kirche sichtbar wird“, erklärte
der neue niederösterreichische Superintendent Lars Müller-Marienburg
bei seiner Antrittspressekonferenz am 5. Oktober in St. Pölten.

Kirche sei weder Selbstzweck noch sei sie ein Traditionsverein.
„Vielfalt prägt unsere Evangelische Kirche. Vielfalt wird aber immer
mehr auch ein Thema in unserer Gesellschaft werden. Ich sehe es als
unsere Aufgabe an, anderen die Angst vor Vielfalt zu nehmen. Und wir
wollen gemeinsam mit anderen Minderheiten und Religionen einen
Beitrag zum Frieden und zu einem guten Miteinander in der
Gesellschaft leisten“, so Müller-Marienburg.

Der neue Superintendent, 1977 in Ansbach (Deutschland) geboren und
seit 2010 Pfarrer in Innsbruck, würdigte vor den Medienvertretern die
Arbeit seines Vorgängers Paul Weiland, der im August 2015
überraschend verstorben ist. „Ich möchte das gute Miteinander pflegen
und fortsetzen, das in den Jahren von Superintendent Paul Weiland in
Niederösterreich innerkirchlich selbstverständlich geworden ist.“ Aus
Sicht Müller-Marienburgs geschehe Kirchenleitung durch Kommunikation
und in demokratisch gewählten Gremien. Als Superintendent möchte er
den Ton und die Grundhaltung der Kirche beeinflussen, er verstehe
sich aber als „eine gleichberechtigte Stimme unter mehreren Stimmen“.
Genauso wie sein Vorgänger will Müller-Marienburg aber nicht nur
innerkirchlich wirken, sondern auch die Kontakte zum öffentlichen
Leben pflegen. „Es ist ein hohes Gut, dass die Kirchen in
Niederösterreich wertgeschätzt werden und ins öffentliche Leben so
gut eingebettet sind“, ist der neue Superintendent überzeugt.

„In der Evangelischen Kirche werden alle Ämter durch demokratische
Wahlverfahren besetzt“, erinnerte Bischof Michael Bünker bei der
Pressekonferenz in St. Pölten. „Kirchliche Ämter begründen aber keine
Hierarchie, vielmehr ist auch der Superintendent wie der Bischof ein
Pfarrer, der aber einen speziellen Aufgabenbereich hat“, betonte
Bünker. Aus diesem Grund werde der neue Superintendent in sein Amt
eingeführt, aber nicht geweiht. Der Bischof zeigte sich dankbar, dass
Müller-Marienburg in der Diözese auf viel Positivem aufbauen kann.
Ehrenamtliche und Hauptamtliche, aber auch Müller-Marienburgs
Vorgänger Paul Weiland hätten dazu beigetragen, dass die Diözese
Niederösterreich gut dastehe. Jetzt gelte es, eigene Akzente der
Amtsführung zu setzen, sagte Bünker in Richtung Müller-Marienburg.

Als Superintendent stehe Lars Müller-Marienburg vor den gleichen
Herausforderungen, vor denen auch alle anderen Kirchen stehen:
Globalisierung, Migration und Klimawandel, erklärte Bünker. Die
Kirche kenne die Not der Menschen vor Ort, aber auch weltweit. „Bei
sozialen Fragen wie auch beim Thema Migration bezieht die Kirche klar
Stellung und erhebt ihre Stimme für jene, die keine eigene Stimme
haben“, so Bünker. Der Bischof erinnerte in dem Zusammenhang auch an
die Partnerschaft der Diözese Niederösterreich mit einer Diözese der
Presbyterial Church of Ghana.

„Wir sind unheimlich glücklich, Lars Müller-Marienburg als neuen
Superintendenten der Diözese Niederösterreich begrüßen zu dürfen“,
sagte Superintendentialkuratorin Gisela Malekpour. Gemeinsam mit dem
Superintendentialausschuss der Diözese leitete Malekpour seit dem Tod
von Paul Weiland die Superintendentur. „Wir haben weitergeführt, was
Paul Weiland aufgebaut hat, und haben dem neuen Superintendenten ein
wohlbestelltes Haus übergeben. Auch für das Jubiläumsjahr 2017
mussten wir viel vorbereiten, das haben wir aber gut geschafft“,
berichtete Malekpour. Im kommenden Jahr gibt es ein umfangreiches
Programm, mit dem die Diözese 500 Jahre Reformation feiert. So werde
etwa St. Pölten und Waidhofen an der Ybbs als Reformationsstädten
besondere Bedeutung zukommen. „Das Jubiläumsjahr soll aber keine
historische Nabelschau werden“, unterstrich Malekpour. „Es geht
darum, zu zeigen, was Evangelischsein heute bedeutet. Wir wollen
durch unsere Art, wie wir in der Gesellschaft auftreten und uns
einbringen, Evangelischsein wirklich sichtbar machen.“

Lars Müller-Marienburg ist seit 1. September 2016 Superintendent der
Diözese Niederösterreich, zu der rund 40.000 Evangelische in 28
Pfarrgemeinden gehören. Die Amtseinführung des neuen Superintendenten
findet am 15. Oktober um 15 Uhr in der evangelischen Kirche in Wiener
Neustadt statt.

Pressefotos des neuen Superintendenten unter
https://evang.at/presse/pressefotos/

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