Offener Brief an Bundeskanzler Christian Kern - St. Georgs Orden zu SPÖ-Druckwerk: "Lernen Sie Geschichte!"

Wien / Almegg (OTS) - Der St. Georgs-Orden, ein überparteilicher, europäischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen, wendet sich -bezugnehmend auf einen durch die "Sozialistische Jugend Österreich" verteilten Schülerkalender - in einem Offenen Brief an Bundeskanzler Mag. Christian Kern:

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

als überparteilicher, europäischer Orden des Hauses Habsburg-Lothringen, der durch ein gutes Verhältnis zur Sozialdemokratie geprägt ist und in seinen Reihen auch einige SPÖ-Funktionäre und -Mitglieder als Ordensritter zählt, wenden wir uns mit diesem "Offenen Brief" an Sie in Ihrer Funktion als Bundesparteivorsitzender der SPÖ.

Vor Schulen wurde zu Schulbeginn im September ein Schülerkalender der "Sozialistischen Jugend Österreich", und damit ein Druckwerk einer SPÖ-Teilorganisation, durch Funktionäre dieser Organisation verteilt. Darin wird im Kalendarium der 12. November (Anm.: unter Bezug auf die Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich am 12. November 1918) wörtlich als "Ende der Habsburger-Diktatur" bezeichnet und damit das Haus Habsburg-Lothringen auf eine Ebene mit totalitären Regimen gestellt. Diese politische Stellungnahme einer Teilorganisation Ihrer Partei ist mehr als erstaunlich und entspricht auch nicht dem tradierten Geschichtsbild unserer Republik.

Ganze 735 Jahren regierte das Haus Habsburg-Lothringen in den österreichischen "Erblanden". Die Haupt- und Residenzstadt Wien wurde dadurch auch zu einer europäischen Metropole ersten Ranges - ein Rang, der bis heute bestehen blieb. Zahlreiche Reformen stehen für das mit der Geschichte Österreichs untrennbar verbundene Erbe des Erzhauses Österreich. Wir erinnern auch an die von Kaiser Franz Joseph I. gegebene Dezemberverfassung aus dem Jahre 1867, die in allen Ländern der österreichischen Monarchie grundlegende Rechte, wie etwa Gleichheit vor dem Gesetz, Versammlungs- und Redefreiheit, Glaubensfreiheit, Unverletzlichkeit des Eigentums und auch Pressefreiheit, garantiert hat. Zahlreiche Gründerväter der Sozialdemokratie, etwa Victor Adler, Jakob Reumann, Franz Schuhmeier und Karl Seitz, pflegten einen vertrauensvollen Dialog mit Kaiser Franz Josef I. - etwa auch bei der politischen Arbeit im damaligen Reichsrat zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Die Bezeichnung "Diktatur" für diese wichtige und lange geschichtliche Epoche Österreichs kann daher so nicht hingenommen werden.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, mit diesem "Offenen Brief" appellieren wir an Sie, diese historisch falsche und beleidigende Bezeichnung von 735 Jahren Geschichte Österreichs als "Diktatur" in Ihrer Partei nicht hinzunehmen. Der Ausspruch Ihres Vorgängers Dr. Bruno Kreisky, "Lernen Sie Geschichte!", möge dabei auch für die Funktionäre Ihrer Jugendorganisation gelten!

Mit besten Grüßen
für den St. Georgs-Orden,

Dr. Norbert van Handel
Prokurator

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