52. Jahrestagung der Unfallchirurgen: Adäquate Behandlung altersbedingter Brüche im Becken und Hüftbereich im Fokus

Leitfaden hilft idealen Zeitpunkt für Operation zu finden

Wien (OTS) - Die Zahl altersbedingter Brüche ist durch die höhere Lebenserwartung gestiegen. Jährlich gibt es in Österreich über 16.000 hüftgelenksnahe Frakturen und Beckenfrakturen. Zu den häufigsten zählen pertrochantäre Femurfrakturen und Schenkelhalsfrakturen, von denen zumeist ältere Menschen mit Osteoporose betroffen sind. 25 Prozent jener, die im Alter eine hüftgelenksnahe Fraktur erlitten haben, sterben innerhalb von sieben Monaten.

Auf der 52. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie (ÖGU), die von 6.-8. Oktober in Salzburg stattfindet, ist ein Hauptschwerpunkt die richtige Versorgungsstrategie.

Vor allem die Tatsache, dass ältere Menschen oft Blutgerinnungsmittel einnehmen um der Thrombosegefahr – und damit einem Schlaganfall oder Herzinfarkt – vorzubeugen, stellt ein zunehmendes Problem in der Behandlung von hüftgelenksnahen und Beckenfrakturen dar. Eine operative Versorgung kann zumeist nicht unmittelbar, sondern erst einige Tage nach Absetzen des Medikaments erfolgen, wenn sich die Blutgerinnung wieder normalisiert hat.

Prim. Univ. Prof. Dr. Mehdi Mousavi, Präsident der ÖGU unterstreicht die Bedeutung einer umfassenden Anamnese: „Im Rahmen der Erstversorgung vor der Operation müssen alle risikorelevanten Faktoren, wie die Einnahme von Blutgerinnungsmitteln, berücksichtigt werden, um die richtige Behandlungsentscheidung treffen zu können.“

Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und anderen Fachgesellschaften hat die ÖGU einen Leitfaden herausgegeben, der 2016 überarbeitet wurde. „Der klinische Pfad hüftnaher Frakturen hilft den ca. 1.400 Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen in Österreich unnötige Risiken zu vermeiden und den idealen Zeitpunkt für die Operation zu finden.“, sagt Prim. Dr. Andreas Pachucki, Unfallchirurg in Amstetten.

„Die Versorgungspraxis hat sich durch die Evaluierung in den letzten Jahren verändert“, sagt Mousavi. „Durch ein besseres Patientenmanagement ist es gelungen, die Komplikationsrate zu verringern und die Überlebensrate der Patientinnen und Patienten zu erhöhen. In diesem Zusammenhang kommt der Rehabilitation eine besondere Bedeutung zu, weil sie die Rückführung der Patienten und Patientinnen auf ihr ursprüngliches Aktivitätsniveau fördert und schwerverletzten Personen die Wiedereingliederung in ihr soziales Umfeld ermöglicht.“

Die Österreichische Gesellschaft für Unfallchirurgie hat 1.700 Mitglieder aus dem In- und Ausland. Eine Kernaufgabe der ÖGU ist die Planung und Sicherstellung einer guten, flächendeckenden Versorgungsstruktur, die Entwicklung von Weiterbildungskonzepten und die wissenschaftliche Evaluierung der Erfahrungen.

Erkenntnisse aus der Amokfahrt in Graz mit drei Toten und 36 Verletzten

Ein weiterer Schwerpunkt bei der Jahrestagung sind polytraumatische Verletzungen. Im Programm findet sich dazu ein Vortrag über die Amokfahrt in Graz aus Sicht des überregionalen Traumazentrums. Die Behandlung der schwerverletzten und verletzten Opfer dieser Wahnsinns-Tat stellte für die Krankenhäuser in Graz und der Steiermark eine große Herausforderung dar.

Im Rahmen der Jahrestagung findet auch die Hauptversammlung der ÖGU mit dem Ausblick auf die Zukunft der Unfallchirurgie in Österreich statt. Die ÖGU begrüßt die Reform der neuen Ausbildungsordnung für Ärztinnen und Ärzte, mit der Entwicklung des neuen Facharztes für „Orthopädie und Traumatologie. „Durch den interdisziplinären Charakter der Behandlung ergeben sich in der Patientenversorgung mehr Möglichkeiten,“ fasst Mousavi die Vorteile des neuen Sonderfaches zusammen.

52. ÖGU Jahrestagung 2016

"Becken, Acetabulum & Hüftnahe Frakturen" 06. bis 08. Oktober 2016. Die 52. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie wird sich mit zwei Themenschwerpunkten befassen: „Verletzungen des Beckenrings und des Acetabulums“ und „Versorgungsstrategie der Hüftnahen Frakturen“. Beide Themen gehören zu den Kernaufgaben der Unfallchirurgie in Österreich.

Datum: 06.10.2016, 09:00 - 19:00 Uhr

Ort: Wyndham Grand Salzburg Conference Centre Hotel
Fanny-von-Lehnert Straße 7, 5020 Salzburg, Österreich

Url: http://www.unfallchirurgen.at/veranstaltungen/oegu-jahrestagung/einladung/

Rückfragen & Kontakt:

bettertogether GmbH
Mag. Martin Voill
Tel: +43 1 890 24 09 – 17
Mobil: +43 699 19040804
Email: m.voill@bettertogether.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BTT0001