Mückstein für Psychotherapie auf Krankenschein

Grüne bringen heute Petition ein

Wien (OTS) - „Die psychotherapeutische Behandlung ist bei krankheitswertigen Störungen bereits seit 1991 eine Pflichtleistung der Kassen, die von den Kassen aber nicht umgesetzt wird. Die Grünen unterstützen daher die Forderung nach Psychotherapie für alle, die sie brauchen - sofort und ohne Zuzahlung“, sagt Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen, die gemeinsam mit Klubobfrau Eva Glawischnig heute die Petition „Psychotherapie auf Krankenschein für alle – jetzt“ einbringt. Die Petition soll im nächsten Petitionsausschuss am 6. Oktober behandelt werden. Online wurde die Petition bereits von 2.767 Personen unterstützt.

Die Zahl an psychisch Kranken, die ihre Psychotherapie aus der eigenen Tasche zahlen müssen, steigt enorm an. „Waren es im Jahr 2009 noch etwa 30.000 PatientInnen, die keine kassenfinanzierte Behandlung bekamen, sind es derzeit bereits 65.000. Fast die Hälfte der Psychotherapie-PatientInnen sind also SelbstzahlerInnen“, sagt Mückstein.

Eine Behandlungseinheit kostet zwischen 70 und 100 Euro. Die Kassen refundieren aber nur 21,80 Euro (Gebietskrankenkassen) - und das seit 1992, also seit 25 Jahren unverändert. Der Kostenzuschuss wurde seit 1992 weder erhöht, noch wertangepasst - nur BVA, SVB, VAE haben erhöht. „Das bedeutet, dass 65.000 PatientInnen für eine 20 Stunden umfassende psychotherapeutische Behandlung rund 1.200 Euro selbst aufbringen müssen. Das sind hochgerechnet 78 Millionen Euro an Privatzahlungen“, stellt Mückstein fest.

Offensichtlich beabsichtigen die Krankenkassen bei der Psychotherapie still und heimlich einen Privatzahlungsbereich zu schaffen bzw. auszubauen, ganz im Sinne einer Zwei-Klassen-Medizin: „Alle zahlen ordnungsgemäß ihre Sozialversicherungsbeiträge, aber nur die Hälfte bekommt eine kassenfinanzierte Behandlung. Das ist gerade im Bereich psychischer Erkrankungen unverständlich. Es trifft die ohnehin stigmatisierte Gruppe der psychisch Kranken und es benachteiligt darüber hinaus ganz massiv finanziell Schwächere, die dadurch oft überhaupt von einer psychotherapeutischen Behandlung ausgeschlossen sind“, sagt Mückstein.

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