Unabhängige Pflegegewerkschaft und Dachverband der Gesundheitsberufe in Startlöchern

Wien (OTS) - Zunehmend zeigt sich nicht nur in der Ärzteschaft, sondern in allen anderen Gesundheitsbereichen Frustration und Unzufriedenheit mit der Vertretung durch die etablierten Gewerkschaften. Dies veranlasst nach den Ärzten nun auch die Pflege und weitere Gesundheitsberufe zur Gründung einer eigenen, unabhängigen Gewerkschaft.

Gernot Rainer, Obmann der Ärztegewerkschaft Asklepios: „Im Konflikt KAV/Stadt Wien gegen die Ärztekammer und im Streit um die Umsetzung des KA-AZG in Kärnten Anfang 2015 mit der Initiative „Wir sind es wert“, war zu sehen, wie sich der ÖGB auf Seiten des Arbeitgebers stellt. Damit verfehlt er klar auf eindrucksvolle Weise seine ureigenste Bestimmung – die Arbeitnehmervertretung. Außerdem beobachten wir durch die dichten politischen Verflechtungen innerhalb des ÖGB teils unüberbrückbare Interessenskonflikte.“

Dies war schon im Jänner 2015 einer der maßgeblicher Auslöser für die Gründung der Asklepios – Gewerkschaft für angestellte Ärztinnen und Ärzte in Österreich.

Mit Oktober 2016 soll die nächste unabhängige Gewerkschaft, die Pflegegewerkschaft, folgen.

Fabian Martin, Diplomierter Krankenpfleger und Initiator der Pflegegewerkschaft: „Wir möchten Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, Altenfachbetreuer und Diplomsozialbetreuer, die als Angestellte tätig sind, in einer Gewerkschaft einen. Ziel ist auch für uns die Schaffung einer unabhängigen, mitgliederstarken und schlagkräftigen Vertretung, die ihre Interessen durchsetzen kann.“

Mit den anderen Gesundheitsberufen werden bereits Gespräche geführt. Anna Kreil, stv. Obfrau der Asklepios Ärztegewerkschaft: „Nach erfolgreicher Gründung der Pflegegewerkschaft ist die Schaffung eines „Dachverband der unabhängigen Gewerkschaften der Gesundheitsberufe (UGGB)“ als gemeinsame Interessenvertretung aller Gesundheitsbediensteten in Österreich geplant. Hier sollen die Ärztegewerkschaft Asklepios, die Pflegegewerkschaft und die Vertretungen weiterer Berufsgruppen der Gesundheitsbereiche zusammengefasst werden.“

Fabian Martin ergänzt: „Auch wenn ständig versucht wird, einen Keil zwischen Ärzte und Pflege zu treiben: Wir sitzen in einem Boot. Für uns stehen die optimale Gesundheitsversorgung der Bevölkerung und gute Arbeitsbedingungen für alle Spitalsbediensteten und Berufsgruppen im Vordergrund. Unter den derzeitigen Umständen sind diese aber nicht gegeben und gehen zu Lasten der PatientInnen.“

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