• 21.09.2016, 11:00:16
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Allianz Vermögensreport: Die fetten Jahre sind vorbei

Globales Brutto-Geldvermögen steigt auf 155 Billionen Euro Weltweite Wachstumsrate sinkt von 9 Prozent auf 4,9 Prozent Netto-Geldvermögen: Österreich verharrt auf Platz 17

Utl.: Globales Brutto-Geldvermögen steigt auf 155 Billionen Euro
Weltweite Wachstumsrate sinkt von 9 Prozent auf 4,9 Prozent
Netto-Geldvermögen: Österreich verharrt auf Platz 17 =

Wien (OTS) - „Die Schulden von privaten Haushalten in Österreich
wachsen über, die Vermögen unter dem westeuropäischen Durchschnitt.
Während weltweit die Mittelklasse auf mehr als eine Milliarde
Menschen angewachsen ist, schrumpft diese langsam aber sicher in
Österreich“, kommentiert Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender
der Allianz Gruppe in Österreich, die Ergebnisse des aktuellen
Allianz Global Wealth Reports. In der Studie werden die Vermögens-
und Schuldenlage der privaten Haushalte in über 50 Ländern
analysiert.

Die „fetten“ Jahre im Vermögenswachstum scheinen danach erst einmal
der Vergangenheit anzugehören: 2015 erzielte das globale
Brutto-Geldvermögen der privaten Haushalte mit 4,9 Prozent eine
Zuwachsrate, die nur noch knapp über der Wachstumsrate der
allgemeinen Wirtschaftstätigkeit lag. In den drei Jahren davor war
das Vermögen dagegen mit im Schnitt 9 Prozent noch rund doppelt so
schnell gewachsen. „Die globale Vermögensentwicklung ist an einen
kritischen Punkt gelangt“, sagt Michael Heise, Chefvolkswirt der
Allianz. „Offensichtlich verliert die extrem expansive Geldpolitik
der Zentralbanken auch als Treiber der Vermögenspreise an Wirkung.
Ein wichtiger Faktor des Vermögenswachstums fällt daher weg.
Gleichzeitig rutschen die Zinsen immer tiefer, bis weit in den
negativen Bereich. Für die Sparer sind das keine guten Aussichten.“

Vermögen in Industrieländern wächst langsamer, Asien überholt
Euroraum

Es ist daher auch kein Zufall, dass vom Rückgang des
Vermögenswachstums vor allem Westeuropa, die USA und Japan betroffen
waren. In Westeuropa (3,2 Prozent) und den USA (2,4 Prozent)
reduzierte sich die Zuwachsrate von 2014 auf 2015 auf weniger als die
Hälfte. Am meisten wuchs das Vermögen dagegen in der Region Asien
(exklusive Japan) mit einem Plus von 14,8 Prozent. Der Abstand zum
Rest der Welt wird dabei immer größer. Von den insgesamt 155
Billionen Euro weltweiten Brutto-Geldvermögens entfallen inzwischen
18,5 Prozent auf die Region Asien (ex. Japan), die ihren Anteil damit
seit Beginn des neuen Jahrtausends mehr als verdreifachen konnte und
auch am Euroraum (14,2 Prozent) vorbeigezogen ist.

Österreich auf Platz 17 der Rangliste der Netto-Vermögen pro
Kopf

In Österreich wuchs das Netto-Geldvermögen (Brutto-Geldvermögen
abzüglich Verbindlichkeiten) um 1,2 Prozent auf 51.060 Euro pro
Person, der Wert liegt damit bereits im fünften Jahr in Folge unter
dem westeuropäischen Durchschnitt, der sich bei 58.600 Euro befindet.
Dies spiegelt sich auch im langfristigen Vergleich wider: Seit 2007,
dem letzten Jahr vor Ausbruch der großen Finanzkrise, legte das
Netto-Geldvermögen pro Kopf in Österreich insgesamt um 26 Prozent zu;
der Zuwachs lag damit klar unter dem europäischen Durchschnitt (knapp
31 Prozent), war aber exakt so stark wie in den „Krisenländern“
Spanien und Portugal. Trotz der insgesamt schwächeren Entwicklung in
jüngster Zeit verharrt Österreich seit Jahren in der Rangliste der 20
reichsten Länder auf dem 17. Platz (Netto-Geldvermögen) – und damit
immer noch knapp vor Deutschland. Andere Euroländer, allen voran
Italien (von Platz 6 auf Platz 15) und Frankreich (von Platz 6 auf
Platz 16), sind dagegen deutlich abgerutscht. Angeführt wird die
Rangliste wie im Vorjahr von der Schweiz, deren Netto-Geldvermögen um
0,2 Prozent auf 170.590 Euro pro Person angestiegen ist.

Österreicher haben niedrigste Schuldenquote in Westeuropa

Beim Wachstum der Verbindlichkeiten pro Kopf bewegten sich die
österreichischen Haushalte dagegen mit einem Anstieg seit 2007 um
knapp 17 Prozent über dem europäischen Durchschnitt (10 Prozent).
Insgesamt ist die Schuldenstandsquote in Österreich mit 52,7 Prozent
aber immer noch die niedrigste in Westeuropa. Weltweit wuchsen die
Verbindlichkeiten der privaten Haushalte 2015 mit 4,5 Prozent im
selben Tempo wie im Vorjahr. Insgesamt lagen die Verbindlichkeiten zu
Jahresende bei 38,6 Billionen Euro und damit gut ein Viertel über dem
Wert vor Ausbruch der Finanzkrise. In Westeuropa und Nordamerika war
kaum eine Veränderung zu erkennen, die Schulden kletterten nur sehr
moderat – und damit im sechsten Jahr in Folge langsamer als die
Wirtschaftsleistung. In vielen Ländern Westeuropas setzte sich auch
2015 der Abbau von Schulden fort. Die höchste Verschuldung gab es
Ende 2015 in Ozeanien, wo die Verbindlichkeiten pro Kopf bei
durchschnittlich 55.470 Euro lagen. Down Under war die Verschuldung
damit um das 31-fache höher als in Osteuropa, der Region mit der
niedrigsten Pro-Kopf-Verschuldung (im Mittel 1.780 Euro).

Seit 2000: Mittelklasse in Österreich schrumpft

Was beim Blick auf den Vermögensanteil der Mittelklasse – definiert
als diejenigen Personen, die zwischen 30 Prozent und 180 Prozent des
jeweiligen nationalen durchschnittlichen Nettogeldvermögens Pro-Kopf
besitzen – sofort auffällt, ist die große Bandbreite: Sie reicht von
über 60 Prozent in der Slowakei bis gerade einmal 22 Prozent in den
USA. Österreich liegt mit 36 Prozent im unteren Drittel. In den
zurückliegenden Jahren ist immer mehr Menschen der Aufstieg in die
Mittelklasse gelungen, insgesamt betrifft dies nun über eine
Milliarde Menschen; der Anteil der Mittelklasse an der
Weltbevölkerung kletterte von 10 auf rund 20 Prozent.

Wirft man einen Blick auf die Veränderung des Anteils der jeweiligen
nationalen Mittelklasse am gesamten Netto-Geldvermögen seit dem Jahr
2000, so zählt Österreich zu jenen Ländern, deren Mittelklasse
relativ kräftig verlor – um 3 Prozentpunkte. Nur in Italien, den USA,
Ungarn, Kroatien und Rumänien verlor die Mittelklasse noch mehr. Auch
wenn der Rückgang gerade in Rumänien und Kroatien (17 Prozent und 14
Prozent) auf den ersten Blick dramatisch anmutet, ist er nicht
Resultat einer Erosion der Mittelklasse, die eine ungleichere
Vermögensverteilung nach sich zieht, sondern genau das Gegenteil:
eine Aufstiegsgeschichte, in der mehr Menschen über größere Vermögen
verfügen. In den übrigen Ländern, in denen die Mittelklasse relativ
kräftig verlor – z.B. die USA, Italien, Österreich, Großbritannien
und Japan –, handelt es sich tatsächlich um einen Prozess der
schleichenden Auszehrung der Mitte, die immer weniger am
Gesamtvermögen partizipiert.

Downloads im Internet unter http://www.ots.at/redirect/allianz57

Foto: Dr. Wolfram Littich (© Allianz) – Abdruck honorarfrei
Foto: Dr. Michael Heise (© Allianz) – Abdruck honorarfrei
Pressemeldung als PDF
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Global Wealth Report als PDF

Bitte beachten Sie unseren Vorbehalt bei Zukunftsaussagen:
http://www.ots.at/redirect/allianz58

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