• 21.09.2016, 10:15:13
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Nachfolger für zwölf Kassenordinationen in Niederösterreich gefunden

Präsident Reisner: „Für 13 Stellen werden allerdings weiterhin Ärzte gesucht.“

Utl.: Präsident Reisner: „Für 13 Stellen werden allerdings weiterhin
Ärzte gesucht.“ =

Wien (OTS) - Einmal im Quartal treffen sich Vertreter der
Ärztekammer und der NÖ Gebietskrankenkasse, um die Bewerber für
offene Kassenvertragsstellen anzuhören. So auch letzte Woche, als
sieben allgemeinmedizinische und fünf fachärztliche Kassenstellen neu
besetzt werden konnten. „Dies ist eine erfreuliche Entwicklung. Und
dennoch hat es für weitere sieben Kassenstellen für Allgemeinmedizin
und sechs Facharztstellen keinen Interessenten gegeben. Diese Stellen
haben wir nun wieder ausgeschrieben“, zieht Dr. Christoph Reisner,
MSc, Präsident der NÖ Ärztekammer, Bilanz. Zusätzlich konnten letzte
Woche acht Ärztinnen und Ärzte in Gruppenpraxen aufgenommen werden.
In manchen Fällen wurden dadurch Einzelordinationen in neue
Gruppenpraxen umgewandelt, in den anderen Fällen wurden Gruppenpraxen
um einen zusätzlichen Arzt erweitert.

Bewerben sich zumindest zwei Ärzte für eine Kassenstelle, findet
bei vergleichbarer Qualifikation ein Hearing statt. Immer öfter
allerdings kommt es statt eines solchen Hearings lediglich zu einem
Vorstellungsgespräch mit dem einzigen Kandidaten. Dieser Trend zeigte
sich auch dieses Mal. „Für vier Stellen für Allgemeinmedizin und zwei
Facharztstellen gab es nur eine Bewerberin beziehungsweise einen
Bewerber. Aber wir sind schon froh, dass wir die Stellen überhaupt
besetzen können“, so Reisner weiter.

Gruppenpraxen werden immer beliebter

Eine mögliche und noch dazu sehr flexible Form der Zusammenarbeit
bietet die Gruppenpraxis. Sechs unterschiedliche Typen gibt es davon
in Niederösterreich, wobei die Jobsharing-Gruppenpraxis besonders
häufig gewählt wird. „Dabei teilen sich bis zu drei Ärzte einen
Kassenvertrag, was flexiblere Arbeitszeiten und damit eine bessere
Vereinbarung von Beruf und Familie zulässt. Interessant ist dieses
Modell auch für ältere Ärztinnen und Ärzte, die sich eine Reduzierung
der Arbeitszeit im Alter wünschen“, berichtet MR Dr. Dietmar
Baumgartner, Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen
Ärzte in der NÖ Ärztekammer.

Probleme bei der Besetzung vor allem in der Kinder- und
Jugendheilkunde sowie Psychiatrie

Kassenstellen, die länger als ein Jahr ausgeschrieben werden, ohne
dass sich ein Bewerber findet, gibt es derzeit in der Psychiatrie. In
Lilienfeld und Gänserndorf stehen die Ordinationen seit Jahresbeginn
leer, Nachfolger werden seit 15 beziehungsweise seit 13 Monaten
gesucht. Baumgartner ist seit vielen Jahren als Kinderarzt in einer
Kassenordination in Wr. Neustadt tätig, er kennt die Situation sehr
gut: „Auch bei Kinderärzten ist es schwierig, Stellen nachzubesetzen.
Kinderärzte für die Kassenstellen in Hainburg und Groß-Enzersdorf
werden beispielsweise seit elf Monaten gesucht. Diese Ordinationen
sind bereits ein halbes Jahr unbesetzt.“ Eine allgemeinmedizinische
Stelle ist seit 13 Monaten ausgeschrieben, obwohl sie in einer
attraktiven Gegenden liegt, nämlich in Krems.

Geduld führt zum Erfolg

Auch wenn es manchmal lange dauert, Geduld lohnt sich, so auch bei
der Nachbesetzung von Kassenordinationen. Die Ordination für
Allgemeinmedizin in Götzendorf im Bezirk Bruck an der Leitha hat nach
siebenmaliger Ausschreibung, jene in Langenzersdorf im Bezirk
Korneuburg nach viermaliger Ausschreibung endlich einen Nachfolger
gefunden. Reisner: „Dies ist vor allem für die betroffenen Patienten,
aber auch für die Ärzte in der Umgebung eine erfreuliche Nachricht.
Sie werden dadurch deutlich entlastet.“

Nicht immer ist die Suche allerdings so langwierig. Immer wieder
findet sich bereits nach nur einmaliger Ausschreibung ein Nachfolger
und die Ordination kann übergangslos weitergeführt werden. Reisner:
„Wir schreiben die Kassenstellen regelmäßig aus, bieten
Niederlassungsseminare und persönliche Beratungen an, um die
Versorgung sicherzustellen. Auch gibt es eine sehr gute
Gesprächsbasis mit der NÖ Gebietskrankenkasse, um den Bewerbern so
weit wie möglich entgegenzukommen.“ Deren große Zahl bleibt dennoch
aus. „Bis 3. Oktober haben Ärztinnen und Ärzte noch Zeit, sich für
die aktuell ausgeschriebenen Stellen zu bewerben“, so Reisner
abschließend.

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