• 20.09.2016, 10:00:01
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Jobs für alle schaffen!

DSE-Wien präsentierte anlässlich der 9. DSE-Jobmesse Forderungen zur erfolgreichen Eingliederung von (Langzeit-)Beschäftigungslosen in den Arbeitsmarkt.

Utl.: DSE-Wien präsentierte anlässlich der 9. DSE-Jobmesse
Forderungen zur erfolgreichen Eingliederung von
(Langzeit-)Beschäftigungslosen in den Arbeitsmarkt. =

Wien (OTS) - Österreich gehen die Jobs für Niedrigqualifizierte aus:
Derzeit gibt es zu wenige Erwerbsarbeitsplätze in Österreich – vor
allem für Menschen mit geringen formalen Qualifikationen. Auf jede
beim AMS gemeldete offene Stelle in Wien kamen im August 2016 rund 22
Arbeit suchende Menschen. Im unqualifizierten Bereich standen in Wien
jeder offenen Stelle sogar rund 44 Arbeitsuchende gegenüber
(Österreich-Schnitt rund 19).

Vor den größten Herausforderungen am Arbeitsmarkt stehen also
Arbeitsuchende, die maximal einen Pflichtschulabschluss haben. Von
den insgesamt knapp 125.000 Wiener Arbeitslosen im August hatten
59.463 keinen höheren Abschluss als den der Pflichtschule. Um hier
nachhaltig Abhilfe zu schaffen, ist Aus- und Weiterbildung
unverzichtbar. Der Pflichtschuljahrgang 2016/17 ist der erste, für
dessen AbsolventInnen die Ausbildungspflicht bis 18 gilt – eine
Chance für Jugendliche, durch bessere Ausbildung bei der Jobsuche zu
profitieren.

Sozialintegrative Unternehmen als Sprungbrett in den Arbeitsmarkt
Am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen finden auf dem Weg zum Job
Unterstützung in Sozialintegrativen Unternehmen (SIU). Diese bieten
befristete Beschäftigung, Beratung und Qualifizierung, verbinden in
ihrer Arbeit wirtschaftliche mit arbeitsmarktpolitischen Zielen und
sind gemeinnützig. „Sozialintegrative Unternehmen sind ein wichtiges
Instrumentarium, wenn es darum geht, jene Menschen wieder an die
Arbeit heranzuführen, die lange keine hatten“, sagt AMS Wien-Chefin
Petra Draxl. „Wir entwickeln dieses Angebot daher ständig weiter – im
Dezember starten wir zum Beispiel mit Back to the Future ein völlig
neues Programm.“
„Back to the Future“ ist ein sozialökonomisches Projekt für junge,
arbeitsfähige Mindestsicherungs-BezieherInnen. Ihnen werden einfache
Tätigkeiten unter professioneller Anleitung und mit begleitender
Betreuung angeboten – von der Industrieproduktion bis zur
Gartenpflege, von der Autoaufbereitung bis zur
Lebensmittelveredelung. Draxl: „Ziel ist der Erwerb von
Arbeitserfahrungen und Fertigkeiten für diese junge Zielgruppe und
vor allem natürlich ein dauerhafter Job auf dem ersten Arbeitsmarkt.“
Finanziert wird das Projekt vom Europäischen Sozialfonds (vertreten
durch den waff), vom AMS Wien und der MA 40.

Lernen durch Tun

„Eine solide Berufsausbildung und ‘Lernen durch Tun‘ sind zentrale
Bestandteile einer erfolgreichen Integration in den Arbeitsmarkt“,
betont Thomas Rihl, Präsidiumsmitglied des Dachverbands für
Sozial-ökonomische Einrichtungen (DSE-Wien). „Deshalb fordern wir,
dass sozialintegrative Unternehmen verstärkt als Qualifizierungsorte
genutzt werden: Sie verfügen über das nötige Know-how, um
individualisierte und arbeitsplatznahe Weiterbildung anzubieten.“

„Sozialintegrative Unternehmen entlasten die öffentliche Hand – sie
bieten eine befristete Anstellung, Hilfe zur Selbsthilfe und
Unterstützung auf dem Weg zurück in den Arbeitsmarkt“, so Daniela
Schallert, Präsidiumsmitglied des DSE-Wien. „Das sollte entsprechend
genützt und bei der Novellierung und Anwendung des Vergaberechts
berücksichtigt werden: Öffentliche Dienstleistungs- oder
Produktionsaufträge können laut EU-Richtlinie bevorzugt an
Unternehmen vergeben werden, die benachteiligte Personen
beschäftigen. Dadurch könnten sozialintegrative Unternehmen neue
Geschäftsfelder erschließen und es würden Arbeitsplätze für jene, die
sie am dringendsten brauchen, geschaffen und langfristig gesichert
werden.“ Darüber hinaus empfiehlt der DSE-Wien, die Rahmenbedingungen
für SIUs zu vereinfachen, um ihre Handlungsfähigkeit angesichts der
sich laufend verändernden Anforderungen am Arbeitsmarkt
sicherzustellen.
Derzeit sind die Beschäftigungsmöglichkeiten in sozialintegrativen
Betrieben zeitlich begrenzt und werden als Zwischenstation in den
regulären Arbeitsmarkt genutzt. Der DSE-Wien fordert eine
Möglichkeit, auch langfristig geförderte Beschäftigung für jene
wachsende Gruppe an Menschen anzubieten, die am regulären
Arbeitsmarkt keinen Platz mehr finden.

Mehr Qualifizierungsangebote

Die begleitende individuelle Unterstützung bei der
Arbeitsmarktintegration durch spezialisierte Beratungs- und
Betreuungseinrichtungen kann für den Erfolg jedes Einzelnen einen
entscheidenden Unterschied machen. Hier fordert der DSE-Wien
ausreichende finanzielle Mittel, um sicherzustellen, dass Wiens
Arbeitsuchende die Unterstützung erhalten, die sie brauchen. Ein Mehr
an sprachlichen und fachlichen Qualifizierungsangeboten ist das Gebot
der Stunde.

Aus- und Weiterbildung schützt vor Arbeitslosigkeit

Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des waff (Wiener
ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) LAbg. Tanja Wehsely unterstreicht
die Bedeutung von passenden und vor allem auch ausreichenden
Qualifizierungsangeboten für eine nachhaltige Integration in den
Arbeitsmarkt: „Die Anstrengungen des Sozialministers gehen hier
absolut in die richtige Richtung. Für entsprechende Aus- und
Weiterbildungsangebote zu sorgen ist ein wesentlicher Baustein in der
Prävention gegen Arbeitslosigkeit“, zeigt sich Wehsely anlässlich der
erst jüngst präsentierten Arbeitsmarktoffensive überzeugt.
„Jene Wienerinnen und Wiener, die es am Arbeitsmarkt besonders
schwer haben, brauchen besondere Unterstützung“, so Wehsely weiter.
„Deswegen haben wir in Wien den Qualifikationsplan Wien 2020. Ziel
dieser gemeinsamen Strategie von Stadt, Bund und Sozialpartnern ist
es, mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen, WienerInnen mit höchstens
Pflichtschulabschluss zu einer besseren Ausbildung zu verhelfen.“
Wehsely nennt hierbei insbesondere die Wiener Ausbildungsgarantie,
damit Jugendliche den Übergang von der Schule in den Beruf gut
schaffen, sowie die Unterstützung von Erwachsenen bei ihrer
Höherqualifizierung und dem Nachholen von wichtigen
Bildungsabschlüssen.
Die stellvertretende waff-Vorstandsvorsitzende abschließend: „Wien
hat sich außerdem intensiv darum bemüht, dass die Mittel des
Europäischen Sozialfonds rasch eingesetzt werden können. Bis 2020
können so 50 Millionen Euro aus dem ESF-Topf für Arbeitsmarktprojekte
in Wien investiert werden. Sie kommen insbesondere Jugendlichen,
MigrantInnen und BezieherInnen der bedarfsorientierten
Mindestsicherung zu Gute.“ Ein Beispiel dafür seien etwa auch
Beschäftigungsprojekte für junge BMS-BezieherInnen, bekräftigt sie.
Der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds organisiert als
„zwischengeschaltete Stelle“ den Einsatz der EU-Mittel und ist für
die Umsetzung der ESF-Programme in Wien verantwortlich.

Die im Rahmen der Pressekonferenz präsentierten Forderungen sind im
Detail nachzulesen unter www.dse-wien.at/presse

DSE-Wien: http://www.dse-wien.at

Der Wiener Dachverband für Sozialökonomische Einrichtungen vertritt
seit 2001 Organisationen, die langzeitbeschäftigungslose Menschen
beraten, qualifizieren und beschäftigen. Die Interessenvertretung
repräsentiert über 50 Betriebe und Beratungseinrichtungen, hinter
denen 33 Trägerorganisationen stehen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | DSE

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