Küng zu Fall in Belgien: Zuwendung statt "Tötungshilfe"

St. Pöltner Bischof: Vorgehen öffnet Türen "in eine erschreckende Richtung"

St.Pölten (KAP) - "Liebe und Barmherzigkeit zeigen sich nie im Töten eines anderen Menschen, sondern in Zuwendung, Nähe und Umsorgung":
Das hat der St. Pöltner Bischof Klaus Küng zu dem Aufsehen erregenden Fall von "Tötungshilfe" an einem Kind in Belgien erklärt. So ein Vorgehen öffne Türen "in eine erschreckende Richtung", warnte der "Familienbischof" in seiner Stellungnahme am Montag. Küng erinnerte an den vielzitierten Satz von Kardinal Franz König, Menschen sollten "an der Hand eines anderen sterben, nicht durch die Hand eines anderen".

Der Zustand einer Gesellschaft zeigt sich nach den Worten Küngs darin, wie sie mit ihren verletzlichsten Mitgliedern umgeht. "Jeder Mensch ist einmalig", so der Bischof, das Leben sei ein Geschenk, das eine bejahende Gesellschaft erfordere, "in der Raum für die Würde jedes Einzelnen von uns ist, und in der keiner die Angst haben muss, morgen nicht mehr gewollt zu sein".

Österreich gehe in Bezug auf Sterbebegleitung seit 2001 einen für ganz Europa vorbildhaften Weg. Der aktuelle belgische Fall zeige, wie wichtig gerade im Kinder- und Jugendbereich der qualitative Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung ist, wies Küng hin. Hier gebe es auch in Österreich noch große Versorgungslücken.

Der Bischof erinnerte an die richtungweisenden Empfehlungen des Europarates, wonach gerade die Würde der verletzlichsten Mitglieder einer Gesellschaft wie von Todkranken, Sterbenden, Menschen mit Behinderung, durch ein geeignetes Umfeld sichergestellt sein müsse, nicht zuletzt durch die Erfahrungen von Leiden in Vergangenheit und Gegenwart. Jeder individuelle oder gesellschaftliche Druck auf Menschen, sei es durch Gesetzgebung oder Beeinflussung durch Dritte, müsse auch in Zukunft ausgeschlossen bleiben, forderte Küng.

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