• 13.09.2016, 10:21:12
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ÖAMTC: Tarifdschungel und große Preisunterschiede bei Elektrotankstellen

0 bis 15 Euro für 150 Kilometer Reichweite – Club fordert Transparenz bei Kosten und Anbietern sowie Flexibilität beim Bezahlen

Utl.: 0 bis 15 Euro für 150 Kilometer Reichweite – Club fordert
Transparenz bei Kosten und Anbietern sowie Flexibilität beim
Bezahlen =

Wien (OTS) - Einmal Volltanken – mit einem Diesel und Benziner fährt
man zur nächsten Tankstelle, die Preise sind gelistet. Mit einem
Elektroauto ist das komplizierter – und manchmal teuer. "Einmal
Vollladen kostet zwischen ca. 0 und 15 Euro – je nachdem, ob man zu
Hause lädt oder öffentliche Ladestationen nutzt", berechnet
ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. Bei E-Tankstellen ist ein
Preisvergleich für Konsumenten fast unmöglich – doch die Unterschiede
sind groß. Dafür sorgen unterschiedliche Tarife, ein komplizierter
Zugang zu den Ladestationen – wie z. B. die ausschließliche Nutzung
mit einer Kundenkarte oder unterschiedliche Steckersysteme – sowie
Zusatzkosten wie Garagen- oder Parkgebühren. Monatliche Kosten von 12
bis 124 Euro hat eine ÖAMTC-Beispielrechnung für ein fiktives
Nutzungsszenario bei unterschiedlichen Tarifmodellen ergeben.

Damit die Nutzung von Elektroautos konsumentenfreundlicher und die
Kosten berechenbarer werden, fordert der ÖAMTC daher:
- Definierte Standards für Ladestationen, insbesondere
Schnell-Ladestationen
- Einheitliches Steckerformat
- Anbietertransparenz: Wer (und wo) sind die Anbieter?
- Tariftransparenz: Was kostet mich das Laden wirklich? (kW- oder
Zeittarif, Parkkosten…)
- Gängige Bezahlmöglichkeiten mit universell verwendbaren Ladekarten
sowie Kredit- und Bankomatkarte

E-Auto ist keine Zahnbürste – Laden an der Steckdose nur nach
Elektriker-Check

Wer keine Gratis-Ladestation in der Nähe hat, lädt am günstigsten
daheim – hier zahlt man den Hausstrom-Tarif nach Verbrauch, im
Schnitt sind das 20 Cent je Kilowatt-Stunde. Allerdings sollte man
ein Elektroauto nicht einfach an die Steckdose anstecken. "Ein E-Auto
ist keine Zahnbürste – die Ladung eines Pkw bedeutet eine Dauerlast
über einen längeren Zeitraum. Daher sollte ein Elektriker klären, ob
die Leitung dafür ausgelegt ist oder gleich eine professionelle
Ladestation einbauen", erklärt der ÖAMTC-Techniker.

Die Zeit macht den Unterschied – Tarifdschungel erschwert
Preisvergleich

Wer öffentliche Ladestationen nutzt, dem stehen laut dem
Bundesverband Elektromobilität 2.290 Elektrotankstellen in Österreich
zur Verfügung, einige davon (noch) gratis. Leistungsabhänge Tarife,
bei denen man zahlt, was man an Kilowatt lädt, sind rar. Neben
Flatrates, nach deren Entrichtung unbegrenzt an den jeweiligen
E-Tankstellen geladen werden kann, werden vor allem zeitabhängige
Tarife geboten: Man zahlt, solange das Auto angesteckt ist. "Das
heißt, wer sein Auto angesteckt lässt, obwohl es voll ist, zahlt
trotzdem. Abgerechnet wird oft auch nicht minutengenau, sondern alle
zehn oder 30 Minuten", kritisiert ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin
Elisabeth Brandau. Was erschwerend dazukommt, ist die
unterschiedliche Ladedauer durch die Ladeleistung: E-Autos, die nur
eine geringe Ladeleistung aufnehmen können, laden länger. Ein
schnelleres Laden – mit 11 kW bis zu 100 kW – wird zwar oft
angeboten, ist aber nicht für alle E-Autos möglich.

ÖAMTC-Beispiel ergibt Monatskosten von 12 – 124 Euro für Laden
eines E-Autos

Der ÖAMTC hat in einem beispielhaften Nutzungsszenario die
monatlichen Kosten bei unterschiedlichen Tarifoptionen verglichen.
"Die Kosten reichen von 12 bis 124 Euro, abhängig von den
unterschiedlichen Tarifmodellen. Das Beispiel zeigt, dass sich ein
Vergleich lohnt – allerdings muss die Berechnung jeweils individuell
erfolgen, da es kaum vergleichbare Bedingungen gibt. Das heißt,
derzeit muss jeder für sein Nutzungsverhalten prüfen, wie er am
günstigsten lädt", erklärt die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin.

ÖAMTC rät zu Kosten-Check fürs Laden vor Kauf eines
Elektroautos

Solange es keine Tarif- und Anbieter-Transparenz gibt, sollte sich
daher jeder bereits vor dem Kauf eines Elektroautos über einige
wichtige Punkte informieren. "Wichtig ist, schon vor dem Kauf eines
E-Autos zu klären, welche Anbieter es in der Umgebung gibt und ob
kostenlose Ladestationen dabei sind. Oft finden sich Ladestationen in
Parkgaragen oder in gebührenpflichtigen Zonen, hier sollte man sich
vorab über die Gebühren bzw. die Konditionen für das Laden
informieren. Flatrates gibt es meist nur mit einem Vertrag, bei
Tarifen mit fixen Gebühren wird oft eine Mindestbindungsdauer
vorgesehen. Zusätzliche Kosten können hier z. B. für
Freischaltgebühren oder einen Tarifwechsel verrechnet werden.
Außerdem muss man feststellen, welche Steckertypen das Auto
unterstützt und welche Ladeleistung das Auto aufnehmen kann", rät die
ÖAMTC-Expertin abschließend.

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