- 13.09.2016, 10:00:01
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Jeder zweite Anleger berücksichtigt Nachhaltigkeitskriterien
WWF Österreich und Allianz verlängern Kooperation bis 2018 Ziel: Nachhaltigkeitsgrad bis 2020 weiter steigern, Anteil erneuerbarer Energien erhöhen
Utl.: WWF Österreich und Allianz verlängern Kooperation bis 2018
Ziel: Nachhaltigkeitsgrad bis 2020 weiter steigern,
Anteil erneuerbarer Energien erhöhen =
Wien (OTS) - Für 45 Prozent der institutionellen Anleger weltweit
spielen Nachhaltigkeitsaspekte bei ihrer Veranlagungsstrategie eine
Rolle, wie eine aktuelle internationale Allianz Umfrage zeigt. In
Österreich ist die Allianz Vorreiter in Sachen nachhaltig
Investieren: Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG), die in
einem vom WWF eigens erstellten Modell festgelegt worden sind, werden
hierbei konsequent für den eigengemanagten Teil des Portfolios im
Umfang von rund 7 Milliarden Euro der Allianz Österreich angewendet.
Der schon seit 2010 bestehende Vertrag zur Kooperation im Bereich
„Nachhaltiges Investieren“ wurde nun bis Dezember 2018 verlängert.
Die Ziele der Allianz Österreich bestehen darin, den
Nachhaltigkeitsgrad ihres Portfolios gegenüber Ende 2014 um fünf
Prozentpunkte bis 2020 steigern und den Anteil der als „nicht
nachhaltig“ bewerteten Investments um fünf Prozentpunkte zu
verringern. Besonderes Augenmerk legt die Allianz Österreich dabei
auf den freiwilligen und dauerhaften Rückzug aus
Kohleabbau-Investments.
Moralische Gründe Hauptgrund für nachhaltige Veranlagung
Wie die von Allianz Global Investors durchgeführte Umfrage unter
weltweit 755 institutionellen Investoren mit einem
Gesamtanlagevermögen von rund 24 Billionen Euro in 23 Ländern zeigt,
gibt es unterschiedliche Gründe, ESG-Prinzipien in der
Kapitalveranlagung zu berücksichtigen. Ethische Gründe liegen vorne:
38 Prozent der Befragten wenden ESG Prinzipien an, um bestimmte
Industrien in der Veranlagung zu meiden, die sie für unmoralisch
halten. An zweiter Stelle steht die grundsätzliche
Unternehmenspolitik (31 Prozent), auf Platz 3 das Vermeiden von
Reputationsrisiken (19 Prozent). 8 Prozent erwarten höhere Rendite, 3
Prozent sehen ESG als zusätzliche Diversifikationsmöglichkeit.
Wirft man einen Blick auf die Einschätzung des Kernnutzens von
ESG-Faktoren, so geben 46 Prozent der Befragten an,
Reputationsrisiken reduzieren können, für 43 Prozent bedeutet das
Inkludieren von ESG-Faktoren eine Verbesserung der Performance.
Vorreiter WWF Österreich und Allianz Österreich
Dass das Thema an Aktualität gewinnt, zeigen auch Publikationen der
Vereinten Nationen (UN PRI): Diese haben im März 2016 die
Finanzinstitute dazu aufgerufen, mehr Verantwortung zu übernehmen und
ESG-Faktoren bei Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen.
Der WWF Österreich und die Allianz Österreich haben bereits im Jahr
2010 begonnen, sich intensiv mit dem Thema zu befassen. Unter der
Federführung des WWF wurde gemeinsam mit Stakeholdern aus Wirtschaft,
Wissenschaft und der Zivilgesellschaft ein Investmentbewertungsmodell
entwickelt, das Nachhaltigkeitsaspekte von Kapitalanlagen messbar
macht. Dieses Modell verbindet die Anforderungen von insgesamt 70
Experten aus 40 namhaften Organisationen an eine nachhaltige Zukunft
in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance mit einer
praxistauglichen Umsetzung an den Finanzmärkten. Die Allianz
Österreich hatte sich Ende 2014 in einer Vereinbarung mit dem WWF als
erstes Unternehmen zur Anwendung dieses Modells und damit zu
konkreten, messbaren Nachhaltigkeitszielen für ihr Portfolio
verpflichtet. Insgesamt werden dabei mehr als 150 Indikatoren
angewendet, um das gesamte Portfolio der Allianz – rund 7 Milliarden
Euro - nach Umwelt-, Sozial- und Governancekriterien zu
durchleuchten. Alleine 2015 konnten so 333 Millionen Euro in Richtung
Nachhaltigkeit bewegt werden, der Nachhaltigkeitsgrad des Portfolios
stieg damit im ersten Jahr um 1,54 Prozent – damit liegt die Allianz
54 Prozent anteilsmäßig über dem Plan. „Es wird immer wichtiger, bei
Investitionsentscheidungen ökologische, soziale und
Governance-Risiken frühzeitig zu berücksichtigen. Nachhaltigkeit ist
kein Luxus, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit“, erklärt
Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in
Österreich. Bis 2020 hat sich die Allianz Österreich das Ziel
gesetzt, den Anteil an erneuerbaren Energien in ihrem
Unternehmensportfolio von aktuell 12 Prozent auf 24 Prozent zu
verdoppeln.
„Wir freuen uns, dass wir den erfolgreich eingeschlagenen Weg
gemeinsam mit der Allianz fortsetzen können. Ein konsequentes und
langfristiges Engagement ist bei der Implementierung von Klimaschutz
ins Kerngeschäft natürlich besonders wichtig“, sagt Andrea Johanides,
Geschäftsführerin des WWF Österreich. Das Portfolio der Allianz wird
regelmäßig evaluiert und das Modell an aktuelle Gegebenheiten
angepasst. Die Ergebnisse beider Prozesse werden regelmäßig
öffentlich gemacht, zum Beispiel auf den Websites der Allianz und des
WWF.
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