Verkehrsverbünde garantieren abgestimmten und kundenfreundlichen Öffentlichen Verkehr

ÖBB-Betriebsrat Roman Hebenstreit fordert in einem APA-Bericht die Abschaffung der Verbünde und damit ein babylonisches Chaos zu Lasten der Fahrgäste.

Wien (OTS) - Die österreichischen Verkehrsverbünde sind schlagkräftige Expertenorganisationen, die sich intensiv für die Interessen der Fahrgäste und für einen optimalen, nachhaltigen und wirtschaftlich effizienten Öffentlichen Verkehr einsetzen. Sie sorgen für ein koordiniertes Angebot und ein kundenfreundliches Ticketsortiment im Nah- und Regionalverkehr. Alleine die vorliegenden Zahlen des Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) mit über einer Milliarde Fahrgäste jährlich zeigen: Die bestmögliche Koordination von Bus und Bahn sowie ein einheitliches Ticketsortiment sind die Grundlage für einen funktionierenden Öffentlichen Verkehr. Die von Hebenstreit geforderte Abschaffung der Verbünde zugunsten einer zentralen Stelle in Wien wäre ein Bärendienst für die Fahrgäste und würde all die Errungenschaften der letzten dreißig Jahre zunichtemachen.

In Österreich sorgen sieben Verkehrsverbünde für ein einheitliches und bestmöglich abgestimmtes Angebot im Öffentlichen Verkehr: Als Auftraggeber für konkrete Verkehrsdienstleistungen (Bus und Bahn) ist es ihre Aufgabe, die Angebote der einzelnen Unternehmen miteinander abzustimmen und so eine durchgängige Mobilität zu gewährleisten. Allein in der Ostregion (Wien, Niederösterreich, Burgenland) stimmt VOR das Angebot von rund 40 Busunternehmen und einer Reihe von Schienenverkehrsunternehmen miteinander ab. Selbstverständlich werden auch die verbundüberschreitenden Verkehre miteinander koordiniert – die sieben Verbünde arbeiten im Interesse der Fahrgäste eng zusammen. „Für diese Koordinationsaufgabe ist regionales Know-how und enger Kundenkontakt notwendig, ein Zentralismus würde an den Bedürfnissen der Menschen in den Regionen vorbeigehen“, so ARGE ÖVV Präsident Mag. Wolfgang Schroll, der zur Erläuterung ein Beispiel bringt: „Stellen wir uns einfach die Abstimmung der Bus- und Bahnleistungen – inklusive Dialog mit Gemeinden, Schulen und Fahrgästen – für den Bregenzer Wald von einer zentralen Stelle in Wien aus vor. Da wird schnell klar: Zentralismus muss nicht unbedingt ein mehr an Kundennutzen und Effizienz bringen!“. Laut Schroll zeugt der Ruf nach Abschaffen der Verbünde zugunsten einer zentralen Planungsstelle von einem zentralistischen, realitätsfremden und ineffizienten Zugang. Höhere Kosten durch steigenden Verwaltungsaufwand sowie ein schlechteres Öffi-Angebot durch fehlendes Know-how wären die absehbaren Folgen.

Neben Koordination bzw. Beauftragung des Öffentlichen Verkehrs sind die Verkehrsverbünde auch für ein einheitliches Ticketsortiment zuständig. Ganz entgegen den Vorwürfen Hebenstreits sind es also gerade die Verkehrsverbünde, die eine übersichtliche und einfache Ticketgestaltung ermöglichen. So sind die günstigen Schüler- und Lehrlingsangebote der Verbünde (z.B. Top-Jugendticket des VOR: €60 für den gesamten Öffentlichen Verkehr in den drei Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland) ein Vorzeigeprojekt eines heimischen Verkehrsverbundes, das von einem Großteil der Schüler und Lehrlinge genutzt wird. Aber auch die günstigen und von allen Verkehrsunternehmen der Region akzeptierten Zeitkarten für Pendler werden von den Verbünden angeboten und sind ein Hauptgrund für die zunehmende Attraktivität des öffentlichen Personennah- und Regionalverkehrs in Österreich.

Über die österreichischen Verkehrsverbünde:

Die „ARGE ÖVV – Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Verkehrsverbund-Organisationsgesellschaften OG“ ist ein Zusammenschluss der österreichischen Verkehrsverbünde. Die österreichischen Verkehrsverbünde entstanden aus dem jeweiligen Bedarf für die Gestaltung des Nah- und Regionalverkehrs, für die die Bundesländer laut Öffentlicher Personennah- und Regionalverkehrsgesetz (ÖPNRV-G) zuständig sind. Ziel der Verkehrsverbünde war und ist es, den Fahrgästen einheitliche und deutlich günstigere Fahrpreise für alle Verkehrsmittel anzubieten. Weitere Eckpfeiler sind die Abstimmung und Verbesserung des Verkehrsangebotes sowie die unternehmensübergreifende Fahrgastinformation.

Die Bundesländer tragen mit rund zwei Drittel der Kosten der Tarifstützung auch die Hauptlast der Finanzierung. Auch laufende Verbesserungen im Verkehrsangebot selbst tragen großteils die Bundesländer. Sofern es im bundesländergrenzüberschreitenden Nah- und Regionalverkehr, etwa aufgrund von Pendlerströmen, erforderlich ist, werden durchwegs fahrgastfreundliche Konzepte umgesetzt (Tarifüberlappungsbereiche, laufende Abstimmung des Verkehrsangebotes zwischen den Bundesländern). Auch auf Ebene der Fahrplaninformation betreiben die Verkehrsverbünde gemeinsam mit regionalen und überregionalen Partnern aus dem Mobilitätsbereich eine zentrale, multimodale Auskunftsplattform (VAO).

Rückfragen & Kontakt:

ARGE ÖVV – Arbeitsgemeinschaft der
österreichischen Verkehrsverbund-Organisationsgesellschaften OG
Europaplatz 3/3
1150 Wien
www.arge-oevv.at

Georg Huemer
T: +43 1 955 55-1512
@: georg.huemer@vor.at
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