ANSCHOBER: Aufbruchstimmung und Kritik an Bundesregierung bei Österreichs größter Konferenz zum Thema Flucht und Integration

HelferInnenkonferenz "ZusammenHelfen in OÖ- Gemeinsam für geflüchtete Menschen" im Rahmen des Ars Electronica Festivals in Linz

Linz (OTS) - Vor genau einem Jahr haben 900 Flüchtlinge auf ihrem Weg durch Österreich Halt gemacht im ehemaligen Linzer Postverteilerzentrum. Über 50.000 Transitflüchtlinge waren es gesamt in den Folgemonaten. Heute ist das Postverteilerzentrum im Rahmen der Ars Electronica und auf Einladung von Oberösterreichs Integrationslandesrat Rudi Anschober Ort der 2.HelferInnen-Konferenz, einem Treffen von über 500 Engagierten der Zivilgesellschaft zum Thema Flucht und Integration.
Anschober: „Wir haben die Herausforderungen der großen Fluchtbewegung in Oberösterreich bisher gut gelöst: es stehen 520 Quartiere in über 80 Prozent der Gemeinden zu Verfügung, wir konnten im Landesbereich völlig auf Großquartiere verzichten, haben durchschnittlich 25 Personen in den Landesquartieren und damit die idealen Voraussetzungen für erfolgreiche Integrationsarbeit. Und wir haben die Integrationsoffensive in vielen Bereichen bereits gestartet und wollen sie nun massiv verstärken: durch flächendeckende Deutschkurse, Bildung und Qualifizierung (über 2100 Flüchtlingskinder starten am Montag in den Pflichtschulen) und durch eine Joboffensive - in diesem Jahr haben bereits über 1000 Asylberechtigte in OÖ einen Job und 121 Jugendliche einen Ausbildungsplatz gefunden. Das alles müssen und werden wir in den kommenden Monaten massiv verstärken. Wir haben deshalb gute Chancen, weil wir ein sehr starkes Team sind:
Landesverwaltung, Sozialpartner, Bezirksbehörden, viele BürgermeisterInnen, sehr engagierte NGOs und eine starke Zivilgesellschaft mit über 10.000 freiwilligen HelferInnen. Die heutige Konferenz mit prominenten ReferentInnen ist ein Danke und eine Stärkung für diese HelferInnen und für alle, die in OÖ zusammenhelfen. Die Konferenz soll Information geben und die Stärkung durch Professionalisierung fortsetzen. Vom Start der Konferenz an ist eine starke Aufbruchstimmung spürbar. Wir in Oberösterreich haben keinen Notstand und keine Krise in Sachen Fluchtbewegung, sondern wir packen es an, denn gemeinsam können wir es schaffen!"
Massive Kritik bereits am Beginn der Konferenz allerdings an der Bundesregierung: „Statt Dauerstreit und PR-Phrasen in Sachen Integration brauchen wir mehr Unterstützung, mehr Tempo, mehr Koordination - mehr Handwerk und weniger Mundwerk. Dass diese Regierung ein Jahr nach dem Höhepunkt der Fluchtbewegung noch nicht einmal ein gemeinsames Konzept für Integrationsmaßnahmen hat und dieses nun im Oktober erarbeiten will, ist eigentlich beschämend. Denn die Integrationsarbeit ist eine der wichtigsten Aufgaben Österreichs in den nächsten Jahren."

Die Eckpfeiler der Konferenz:
Themenblock Gesellschaft
Christoph Pinter, UNHCR Österreich (AT)/ Europa: Flüchtlingskrise oder Solidaritätskrise?
Sven Lager & Elke Naters, Sharehaus Refugio (DE) / Sharehaus Refugio. Leben und Arbeiten mit Geflüchteten
Hussam Eesa (SYR) / Raqqa is Being Slaughtered Silently. Die Arbeit der Blogger – IS von innen – der Widerstand – Zukunft Syriens Themenblock Arbeit
Carola Burkert, IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (DE) / Flüchtling ist kein Beruf – Wie Integration in Ausbildung und Beruf gelingen kann
Markus Wieshofer, Rosenbauer Österreich (AT) / Good Practice:
Rosenbauer
Katha Schinkinger & Martin Rohla, Habibi & Hawara (AT) / Das erste Restaurant von Geflüchteten für ÖsterreicherInnen
Themenblock Medien
Hammed Khamis (DE) / In den Dschungel von Calais
Ingrid Brodnig (AT) / Hass auf HelferInnen – Wieso gerade im Web so viel Wut sichtbar ist und was wir gegen Hasskommentare tun können Caoimhe Gallagher (IRL) & Paul Feigelfeld (DE) / Refugee Phrasebook

Zusätzlich werden es im “ZusammenKommen-Lab”-Bereich viele gute Ideen zum Mit- und Nachmachen präsentiert, ebenso finden am Nachmittag parallel Workshops statt zu den wichtigsten Herausforderungen der Integrationsarbeit – etwa Deutschlernen, Arbeitsmarktintegration oder Umgang mit Vorurteilen und Hass. Videoaufzeichnungen aller Keynotes aus der Konferenzhalle, sowie Materialien zu den inhaltlichen Sessions, sind einige Tage nach der Konferenz online auf zusammenhelfen.ooe.gv.at verfügbar.

Rückfragen & Kontakt:

Tina Schmoranz, 0664/ 6007212083

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