• 10.09.2016, 14:06:51
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ANSCHOBER: Aufbruchstimmung und Kritik an Bundesregierung bei Österreichs größter Konferenz zum Thema Flucht und Integration

HelferInnenkonferenz "ZusammenHelfen in OÖ- Gemeinsam für geflüchtete Menschen" im Rahmen des Ars Electronica Festivals in Linz

Utl.: HelferInnenkonferenz "ZusammenHelfen in OÖ- Gemeinsam für
geflüchtete Menschen" im Rahmen des Ars Electronica Festivals
in Linz =

Linz (OTS) - Vor genau einem Jahr haben 900 Flüchtlinge auf ihrem Weg
durch Österreich Halt gemacht im ehemaligen Linzer
Postverteilerzentrum. Über 50.000 Transitflüchtlinge waren es gesamt
in den Folgemonaten. Heute ist das Postverteilerzentrum im Rahmen der
Ars Electronica und auf Einladung von Oberösterreichs
Integrationslandesrat Rudi Anschober Ort der 2.HelferInnen-Konferenz,
einem Treffen von über 500 Engagierten der Zivilgesellschaft zum
Thema Flucht und Integration.
Anschober: „Wir haben die Herausforderungen der großen Fluchtbewegung
in Oberösterreich bisher gut gelöst: es stehen 520 Quartiere in über
80 Prozent der Gemeinden zu Verfügung, wir konnten im Landesbereich
völlig auf Großquartiere verzichten, haben durchschnittlich 25
Personen in den Landesquartieren und damit die idealen
Voraussetzungen für erfolgreiche Integrationsarbeit. Und wir haben
die Integrationsoffensive in vielen Bereichen bereits gestartet und
wollen sie nun massiv verstärken: durch flächendeckende Deutschkurse,
Bildung und Qualifizierung (über 2100 Flüchtlingskinder starten am
Montag in den Pflichtschulen) und durch eine Joboffensive - in diesem
Jahr haben bereits über 1000 Asylberechtigte in OÖ einen Job und 121
Jugendliche einen Ausbildungsplatz gefunden. Das alles müssen und
werden wir in den kommenden Monaten massiv verstärken. Wir haben
deshalb gute Chancen, weil wir ein sehr starkes Team sind:
Landesverwaltung, Sozialpartner, Bezirksbehörden, viele
BürgermeisterInnen, sehr engagierte NGOs und eine starke
Zivilgesellschaft mit über 10.000 freiwilligen HelferInnen. Die
heutige Konferenz mit prominenten ReferentInnen ist ein Danke und
eine Stärkung für diese HelferInnen und für alle, die in OÖ
zusammenhelfen. Die Konferenz soll Information geben und die Stärkung
durch Professionalisierung fortsetzen. Vom Start der Konferenz an ist
eine starke Aufbruchstimmung spürbar. Wir in Oberösterreich haben
keinen Notstand und keine Krise in Sachen Fluchtbewegung, sondern wir
packen es an, denn gemeinsam können wir es schaffen!"
Massive Kritik bereits am Beginn der Konferenz allerdings an der
Bundesregierung: „Statt Dauerstreit und PR-Phrasen in Sachen
Integration brauchen wir mehr Unterstützung, mehr Tempo, mehr
Koordination - mehr Handwerk und weniger Mundwerk. Dass diese
Regierung ein Jahr nach dem Höhepunkt der Fluchtbewegung noch nicht
einmal ein gemeinsames Konzept für Integrationsmaßnahmen hat und
dieses nun im Oktober erarbeiten will, ist eigentlich beschämend.
Denn die Integrationsarbeit ist eine der wichtigsten Aufgaben
Österreichs in den nächsten Jahren."

Die Eckpfeiler der Konferenz:
Themenblock Gesellschaft
Christoph Pinter, UNHCR Österreich (AT)/ Europa: Flüchtlingskrise
oder Solidaritätskrise?
Sven Lager & Elke Naters, Sharehaus Refugio (DE) / Sharehaus Refugio.
Leben und Arbeiten mit Geflüchteten
Hussam Eesa (SYR) / Raqqa is Being Slaughtered Silently. Die Arbeit
der Blogger – IS von innen – der Widerstand – Zukunft Syriens
Themenblock Arbeit
Carola Burkert, IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
(DE) / Flüchtling ist kein Beruf – Wie Integration in Ausbildung und
Beruf gelingen kann
Markus Wieshofer, Rosenbauer Österreich (AT) / Good Practice:
Rosenbauer
Katha Schinkinger & Martin Rohla, Habibi & Hawara (AT) / Das erste
Restaurant von Geflüchteten für ÖsterreicherInnen
Themenblock Medien
Hammed Khamis (DE) / In den Dschungel von Calais
Ingrid Brodnig (AT) / Hass auf HelferInnen – Wieso gerade im Web so
viel Wut sichtbar ist und was wir gegen Hasskommentare tun können
Caoimhe Gallagher (IRL) & Paul Feigelfeld (DE) / Refugee Phrasebook

Zusätzlich werden es im “ZusammenKommen-Lab”-Bereich viele gute Ideen
zum Mit- und Nachmachen präsentiert, ebenso finden am Nachmittag
parallel Workshops statt zu den wichtigsten Herausforderungen der
Integrationsarbeit – etwa Deutschlernen, Arbeitsmarktintegration oder
Umgang mit Vorurteilen und Hass. Videoaufzeichnungen aller Keynotes
aus der Konferenzhalle, sowie Materialien zu den inhaltlichen
Sessions, sind einige Tage nach der Konferenz online auf
zusammenhelfen.ooe.gv.at verfügbar.

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