• 10.09.2016, 08:10:52
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Verleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises 2016 in Tihany (Ungarn)

LH Pröll: „Wo Menschen bereit sind zu gestalten, dort ist eine unglaubliche Kraft vorhanden“

Utl.: LH Pröll: „Wo Menschen bereit sind zu gestalten, dort ist eine
unglaubliche Kraft vorhanden“ =

St. Pölten (OTS/NLK) - Im ungarischen Tihany fand gestern, Freitag,
die Verleihung der Europäischen Dorferneuerungspreise 2016 mit
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, dem Vorsitzenden der Europäischen
ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, dem Juryvorsitzenden DI
Charles Konnen (Luxemburg), dem polnischen Abgeordneten Ing. Mag.
Ryszard Wilczynski, dem ungarischen Staatssekretär für Agrar- und
Landentwicklung Miklós Zsolt Kis, dem parlamentarischen
Staatssekretär im ungarischen Innenministerium Károly Kontrát, Imre
Tósoki, dem Bürgermeister von Tihany, und zahlreichen Teilnehmern
statt. Die diesjährige Siegergemeinde ist die Gemeinde Fließ in
Tirol. Als eine von sieben weiteren Gemeinden wurde die
niederösterreichische Gemeinde Kirchberg an der Pielach mit dem
Europäischen Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige
und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität
ausgezeichnet.

Landeshauptmann und ARGE-Vorsitzender Dr. Erwin Pröll betonte, dass
„das Bestreben, Dörfer zu erhalten und sie attraktiv als Lebensraum
zu machen“ eine Herausforderung bleiben werde. Dorferneuerung sei
eine regionalpolitische, aber auch eine ganz wesentliche europäische
Aufgabe. Es gebe in den einzelnen Dörfern „unterschiedliche
Problemfelder“, das Gemeinsame jedoch sei, dass „wo Menschen bereit
sind Hand anzulegen und zu gestalten, dort ist eine unglaubliche
Kraft vorhanden“, so Pröll. Europa sei von großen Herausforderungen
begleitet, solange Menschen aber bereit seien, „selber vor Ort zu
gestalten“, solange habe Europa auch Zukunft, so der Landeshauptmann.

„Nur jemand, der tief verwurzelt ist, kann auch weltoffen ohne Angst
nach vorne gehen“, betonte Pröll, dass der ländliche Raum und Dörfer
eine entscheidende Rolle beim „Offen sein“ spielen würden. „Offen
sein heißt zu akzeptieren, zu tolerieren, aber gleichzeitig, sich
nicht zu verleugnen“, betonte der ARGE-Vorsitzende, dass man die
Verantwortung habe, dies auf breitester Ebene bewusst zu machen.

Man müsse „die Wertschätzung des Dorfes mehr und mehr heben“, so der
ARGE-Vorsitzende, der weiters betonte, dass man die gesamte
Infrastruktur so ausstatten müsse, „dass das Dorf auf Knopfdruck mit
der Welt in Verbindung sein kann“. „Digitalisierung der Welt ist
wichtig, genauso wichtig ist es aber auch, den Kontakt von Mensch zu
Mensch nicht zu verlieren. Die Kombination ist der Stoff, aus dem der
Erfolg gemacht ist“, so Pröll. Der Wettbewerb diene dazu, voneinander
zu lernen, denn nicht jedes Dorf müsse das Rad neu erfinden, so der
Landeshauptmann.

„Alle Wettbewerber haben sehr große Anstrengungen gemacht“, betonte
der Juryvorsitzende DI Charles Konnen, dass die Qualität der
Wettbewerbe immer größer werde. Diese würde von Bewerb zu Bewerb
größer werden und insofern seien die Juroren sehr gefordert gewesen.
Konnen sprach von einer Offenheit bei der Begegnung und Besichtigung.
Eine Zukunftsfrage sei, wie man die Jugend am Lande halten könne. Als
eine mögliche Antwort sagte der Juryvorsitzende, dass man das
Breitband-Internet aufs Land bringen müsse.

Man stehe vor „reichlichen Herausforderungen“, betonte Miklós Zsolt
Kis, der ungarische Staatssekretär für Agrar- und Landentwicklung,
dass Dorferneuerung und –entwicklung wichtig seien, dass eine der
größten Herausforderungen jedoch die „Dorfaufbewahrung“ sei. Es sei
eine wichtige Aufgabe, die Dörfer aufzubewahren und dass die Leute
nicht weggingen. Offen sein müsse man für die nächsten
Herausforderungen, aber auch für neue Beispiele. Die Wettbewerber
zeigten gute Beispiele: „Das gibt uns Kraft“, so Kis.

Károly Kontrát, der parlamentarische Staatssekretär im ungarischen
Innenministerium, hielt fest, dass es das erste Mal sei, dass Ungarn
die Preisverleihung veranstalten dürfe und das auch Gelegenheit gebe,
sich zu erinnern, dass die ARGE vor zwei Jahren Tihany mit dieser
Ehre ausgezeichnet habe. Darauf sei man heute noch sehr stolz. Tihany
sei eine wunderschöne Gemeinde, die mit der Zeit Schritt halte, auf
Veränderungen reagiere und so nachhaltige Entwicklung sichere, so
Kontrát.

Tihanys Bürgermeister Imre Tósoki betonte in seinen Begrüßungsworten,
dass es wichtig sei Kontakte zu pflegen. Das Motto „offen sein“
bedeute auch Erfahrungsaustausch auf europäischer Ebene und die
Übergabe von Knowhow. Aus eigener Erfahrung oder aus der Erfahrung
anderer könne man am meisten lernen. Er gratulierte der
Gewinnergemeinde und auch allen anderen und betonte: „Dieser
Wettbewerb kann nur Gewinner haben.“

Es sei die Vielfalt an Sprachen, die Europa ausmache, betonte Theres
Friewald-Hofbauer, die Geschäftsführerin der Europäischen ARGE
Landentwicklung und Dorferneuerung, in ihren Begrüßungsworten. „Heute
feiern Menschen, die Besonderes, wenn nicht zu sagen Herausragendes
geleistet haben.“

Nähere Informationen: http://www.landentwicklung.org

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