Neuer ORF-Direktor gefunden

Zumindest drei Kandidaten bewerben sich als Salzburger Landesdirektor. Wer das Rennen macht, scheint aber nun klar zu sein. Und der bisherige Boss muss um seine Zukunft kämpfen.

Salzburg (OTS/SN) - Ralf Hillebrand

Nun steht es endlich fest. Nach langen Verhandlungen haben sich die beteiligten Parteien auf einen Kandidaten für den Posten des ORF-Landesdirektors geeinigt, wie die Salzburger Nachrichten in ihrer Freitagsausgabe berichten. Und im Gegensatz zu Waltraud Langer, die dem ORF Salzburg abgesagt hatte, ist der neue Kandidat bereit, die Stelle anzutreten. Wie die SN vorab berichtet hatten, soll der ORF-III-Chefredakteur Christoph Takacs neuer Landesdirektor werden. Generaldirektor Alexander Wrabetz, der Salzburger Stiftungsrat Matthias Limbeck und Landeshauptmann Wilfried Haslauer, der bei der Besetzung ein Anhörungsrecht hat, haben sich für Takacs ausgesprochen. Parallel soll Gerd Schneider weiterhin Chefredakteur bleiben. „Unsere Idealkonstellation ist Takacs/Schneider“, bestätigt Stiftungsrat Matthias Limbeck. Er habe sich vergangene Woche mit Alexander Wrabetz getroffen: „Der Generaldirektor steht der Lösung sehr positiv gegenüber.“ Und auch weitere Treffen zwischen Wrabetz und Haslauer sowie zwischen Wrabetz und Takacs bejahte Limbeck. „Die Gespräche sind sehr gut verlaufen. Der Landeshauptmann findet die Idee ebenso gut.“
Christoph Takacs selbst will nicht näher auf die Gespräche eingehen. Den SN bestätigte er aber seine Bewerbung. „Einer der Beweggründe ist das ausgezeichnete Team von ORF Salzburg.“ Die Landesstudio-Mannschaft sei „hochprofessionell. Und zwar jeder. Von der Technik über die Administration bis hin zur Redaktion.“
Wer sich neben Christoph Takacs noch beworben hat, ist offiziell nicht bekannt. Zumindest zwei weitere Mitarbeiter bestätigen den SN aber ihre Kandidatur. Moderatorin Romy Seidl gehört entgegen anderslautender Gerüchte nicht dazu. Einer der Kandidaten ist hingegen Chefredakteur Gerd Schneider. Schneider will diesen Schritt aber nicht als „Kampfbewerbung verstanden wissen“. Er habe Signale bekommen, sich doch zu bewerben. Nach längerer Überlegung habe er sich dann zu dem Schritt entschieden. „Aber lediglich als Signal an das Haus, dass ich mich in der Lage sehe, höhere Aufgaben zu bewerkstelligen.“ Und Schneider ergänzt: „Ich bin sehr gerne Chefredakteur.“
Kandidat Nummer drei ist Noch-Landesdirektor Roland Brunhofer. Er habe sich beworben, „um seine Rechtsansprüche formell zu wahren“. „Aber wenn es einen politischen Willen gibt, der in eine andere Richtung geht, ist dieser zu akzeptieren“, sagt der 49-Jährige. Brunhofer ringt generell um seine ORF-Zukunft. Wie den SN bestätigt wurde, hat sich Brunhofer für sämtliche Landesdirektorenstellen sowie für jeden Posten in der Zentraldirektion beworben. Doch aus Wien ist zu hören, dass Brunhofer für keine der Stellen ein Kandidat sein soll. Einzig der Posten als Channel-Manager von ORF 2 käme infrage. Stiftungsrat Matthias Limbeck bestätigte zumindest, dass Brunhofer „in Salzburg kein Thema mehr ist“. Es gebe jedoch interessante Jobs in Wien. Um welche Posten es sich handelt, wollte Limbeck nicht näher ausführen.
Dass Brunhofer nicht befördert werden soll, stößt einigen seiner Mitarbeiter übel auf. „Das Landesstudio fühlt sich desavouiert“, sagt Programmchefin Elfi Geiblinger. Brunhofer habe „ganz fantastisch bewiesen, was er kann“. „Wenn er aus politischen Gründen nicht zum Zug kommt, ist das nicht okay.“ Den Vorwurf, sie würde sich bewusst öffentlichkeitswirksam auf die Seite ihres Chefs stellen, lässt Geiblinger nicht gelten: „Ich gehe Ende Mai in Pension. Und ich war mit Roland auch nicht immer einer Meinung. Aber hier sollte man fair bleiben.“
Die Bewerbungsfrist für die ORF-Direktoren endete gestern. Am 15. September muss Wrabetz dem Stiftungsrat die Teampläne präsentieren. Es ist davon auszugehen, dass der Rat den Vorschlag unterstützt.

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