• 07.09.2016, 10:07:25
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LK Österreich & Waldverband: Stoffliche Verwertung von Holz überwiegt deutlich

Größtmögliche Wertschöpfung muss auch dem Waldbesitzer zugestanden werden

Utl.: Größtmögliche Wertschöpfung muss auch dem Waldbesitzer
zugestanden werden =

Wien (OTS) - Die Papierindustrie versucht wieder einmal durch eine
zweifelhafte Studie den erfolgreichen Weg der Ökostromförderung in
Österreich zu torpedieren und ein Vorkaufsrecht auf das Holz der
heimischen Waldbesitzer zu erzwingen. Die Landwirtschaftskammer und
der Waldverband sprechen sich nun dezitiert gegen die rechtliche
Lenkung von Holzmengen aus.

Die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer achten sehr darauf, aus
ihrem geernteten Holz die größtmögliche Wertschöpfung zu generieren.
So belegt auch eine Analyse des Ressourcen Forum Austria, dass rund
80% der in Österreich erfassten Frischholzmenge den stofflichen
Nutzungspfad durchläuft und nur 20% werden unmittelbar der
energetischen Verwendung in Form von Brennholz und Hackgut zugeführt.

"Ein Großteil des Brennholzes dient der Deckung des eigenen
Energiebedarfs auf den Bauernhöfen und der Versorgung von
Biomasseanlagen in den Ortschaften. So konnten die industrieseitigen
Mengenbeschränkungen bei der Holzzufuhr zu den Werken und
Preisreduktionen, wie sie in den letzten Jahren fast durchgängig
üblich waren, etwas abgefedert werden. Die von der Papierindustrie
herbeigeredete Holzknappheit gibt es nicht und es macht keinerlei
Sinn damit den Produktionsstandort Österreich schlecht zu reden",
stellt Franz Titschenbacher, Vorsitzender des Ausschusses für Forst-
und Holzwirtschaft der LK Österreich sowie Präsident der LK
Steiermark klar.

"Jeder entlang der Wertschöpfungskette Holz soll darüber frei
entscheiden, wem er sein Holz verkauft. Forderungen zur rechtlichen
Lenkung von Holzmengen widersprechen allen Regeln der freien
Marktwirtschaft und werden daher von uns abgelehnt. In Schweden wurde
dieser Fehler vor Jahren gemacht und aufgrund äußerst negativer
Effekte auf Wirtschaft sowie Beschäftigung auch wieder behoben. Eine
derartige Entwicklung muss in Österreich vermieden werden",
appelliert Rudolf Rosenstatter, Obmann Waldverband Österreich an die
Politik.

In einem Workshop zum Thema, an dem auch die Papierindustrie
teilgenommen hat, wurde aufgrund der völlig unterschiedlichen
Definitionen von "Kaskadennutzung" eine gemeinsame Zielformulierung
erarbeitet. Diese lautet: "Ziel einer 'Kaskadennutzung' im Sinne
einer Ressourceneffizienz ist es, die für eine stoffliche Verwertung
geeignete Holzfraktion auch einer stofflichen Verwertung zuzuführen,
soweit dies angemessen und kosteneffizient ist, wobei der
Verfügungsberechtigte über die Holzfraktion letztendlich auch über
den Verwertungspfad entscheidet. Darüber hinaus sollten Rohstoffe
möglichst effizient verarbeitet sowie möglichst viele
Wiederverwertungs- und Recyclingkreisläufe unter Berücksichtigung der
energetischen Verwertungspfade durch geeignete Rahmenbedingungen
unterstützt werden."

"Wir sind sehr glücklich darüber, dass sich die exportorientierte,
österreichische Papierindustrie auf den internationalen Märkten
bestens behauptet und wirtschaftlich erfolgreich ist. So kann diese
laufend ihre Gewinne steigern und Investitionen in Österreich
tätigen, wie auch aus den Medien zu entnehmen ist. Gleichzeitig muss
aber dem Waldbesitzer zugestanden werden, dass er sein Holz an ein
Biomasseheizwerk verkauft, wenn er bei einem alternativen Verkauf an
die Papierindustrie weniger Einkommen erzielen würde", stellt
Präsident Titschenbacher klar.

"Wir brauchen auch in Zukunft die Möglichkeit der energetischen
Verwertung von Holz. Sie sichert nicht nur Arbeitsplätze und
Wertschöpfung im ländlichen Raum, sie ist auch ungemein wichtig für
den Schutz unserer Wälder. Gerade durch das trockene Jahr 2015 und
den darauffolgenden Käferschäden konnte unter anderem durch die
Produktion von Waldhackgut bis jetzt Schlimmeres verhindert werden.
Aber auch der Klimawandel und neue Schadorganismen wie zum Beispiel
an der Baumart Esche führen vermehrt zu Schadholzanfall speziell von
Baumarten und -teilen, die von der Papierindustrie nicht verarbeitet
werden können. Deren agieren gegen die energetische Verwertung von
Holz schadet den Waldbesitzern und dem Wald", so Obmann Rosenstatter.

"Statt weiterhin mit ihrer Sorgenpolitik zu agieren, sollte die
Papierindustrie gemeinsam mit der Forst- und Holzwirtschaft an einem
Strang ziehen und die Verwendung von Holz im Bauwesen bewerben. Durch
die erhöhte Nachfrage stünden ausgehend im Forstbereich über die
Sägeindustrie für alle nachgelagerten Bereiche genügend Koppel- und
Nebenprodukte zur Verfügung. Zusätzlich wird der Wald durch die
nachhaltige Bewirtschaftung 'klimafit' gemacht", sind sich
Titschenbacher und Rosenstatter einig.
(Schluss)

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