IKEA, Saturn, ÖBB: E-Mails belegen Schleichwerbung bei „Österreich“

PR-Ethikrat: „Manipulation nimmt zu“ – Behörden schauen weg

Wien (OTS) - Bisher gab es nur Vorwürfe, DOSSIER kann Schleichwerbung bei der Tageszeitung „Österreich“ erstmals belegen: Interne E-Mails zeigen, wie Herausgeber Wolfgang Fellner und seine Mitarbeiter Berichterstattung verkaufen und Artikelserien über Anzeigenkunden planen. Zu den Kunden zählen Saturn, ÖBB und IKEA – das Möbelhaus hat laut E-Mails 10.000 Euro für einen redaktionellen Artikel bezahlt.

Somit liegt der Verdacht nahe, dass „Österreich“ gegen die Kennzeichnungspflicht entgeltlicher Einschaltungen nach §26 Mediengesetz verstoßen hat. Fellner zu den Vorwürfen: „Ich kann Ihnen versichern, dass es in ‚Österreich’ keine Schleichwerbung gibt – jedenfalls viel weniger als in anderen Medien.“ Die Fälle stammen aus den Jahren 2011 und 2012 und sind heute verjährt.

DOSSIER-Recherchen zeigen weiters, wie Behörden bei der Verfolgung von Schleichwerbung versagen – und zwar auf ganzer Linie: 476 Anzeigen, die bei der Polizei wegen Verdachts auf Schleichwerbung gegen die fünf reichweitenstärksten Zeitungen des Landes eingebracht wurden, blieben 17 Monate lang unbearbeitet. Auf Anfrage heißt es von der Landespolizeidirektion Graz sogar, dass 102 Anzeigen verloren gingen. „Das kann so nicht weitergehen. Die Manipulation nimmt zu und wir haben kein funktionierendes Medienrecht“, sagt Gabriele Faber-Wiener, Vorsitzende des PR-Ethikrats.

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