- 05.09.2016, 11:32:54
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5 nach 12: „Europa darf den Anschluss bei Big Data nicht verlieren“
Microsoft Arbeitskreis im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach 2016

Utl.: Microsoft Arbeitskreis im Rahmen des Europäischen Forum
Alpbach 2016 =
Wien/Alpbach (OTS) - Big Data biete unbestreitbares Potenzial für
eine florierende Wirtschaft und die Zukunftsfähigkeit des
Wirtschaftsstandorts Österreich. Die Ängste um persönliche Daten
seien dabei groß. Europa müsse aber heute handeln, damit es nicht den
Anschluss an die USA verliere. Dabei gehe es vor allem zunächst um
Vertrauensgewinn.
Das war das Fazit eines Microsoft Arbeitskreises im Rahmen der
Wirtschaftsgespräche in Alpbach vergangene Woche. Unter dem Titel
„Big Data – Blick in die Zukunft, oder: das Ende des Zufalls?“
diskutierten unter der Leitung von Rainer Nowak (Herausgeber und
Chefredakteur der Tageszeitung Die Presse), Andreas Bierwirth (CEO
T-Mobile Austria), Renate Brauner, (Finanz- und Wirtschaftsstadträtin
der Stadt Wien), Rainer Knyrim (Rechtsanwalt für Datenschutzrecht)
und Dorothee Ritz (General Manager, Microsoft Österreich GmbH) über
Herausforderungen und Chancen von Big Data sowie nötige
Rahmenbedingungen, um die enorme Datenmenge für Wirtschaft und
sozioökonomische Entwicklung bestmöglich zu nutzen.
Wir stehen am Beginn der vierten industriellen Revolution
Im Zuge der Digitalisierung ist die Menge der Daten in den letzten
Jahren explosionsartig gestiegen, und sie wird dies auch in den
kommenden Jahren tun – durch die Kommunikation zwischen Maschinen,
Sensoren und Alltagsgegenständen, durch die zunehmende
Automatisierung von Prozessen, durch die Nutzung externer
Datenbanken, durch das neue mobile Arbeiten und die sozialen
Netzwerke. „Big Data ist Realität und bei einem prognostizierten
Datenwachstum auf 44 Zettabyte im Jahr 2020 sind diese Daten ein
Rohstoff von unschätzbarem Wert - vorausgesetzt es gelingt,
verfügbare Daten in brauchbare Informationen umzuwandeln“, meinte
Dorothee Ritz und war überzeugt, dass wir heute erst am Beginn einer
Entwicklung stehen, die man als „vierte industrielle Revolution“
bezeichnen könne, weil damit eine Produktivitätssteigerung
einhergehe. Viele Lebensbereiche werden sich durch die Nutzung von
Big Data tiefgreifend verändern. „Um die Entwicklungen in gewünschte
Bahnen zu leiten müssen wir heute handeln, die Chancen von Big Data
ausloten und die richtigen Entscheidungen treffen. Lieber
mitgestalten statt sich gestalten lassen“, so Ritz.
„Europa darf nicht den Anschluss verlieren“
Wo es um (Nutzer-)Daten geht, da brauche es Regeln und
Rahmenbedingungen, um den Einzelnen zu schützen. Vor zu viel
Regulierung im Vorfeld warnte allerdings Andreas Bierwirth und sah
den Wohlstand in Europa gefährdet, wenn nicht chancen- sondern
risikoorientiert vorgegangen werde. Für Europa sei es möglicherweise
nicht erst 5 nach 12, sondern schon halb eins, denn Datenströme
fließen derzeit v.a. in die USA. Der Datenbesitz werde zunehmend den
Wert eines Unternehmens bestimmen und die Macht von Big Data liege
zurzeit in den Händen einiger weniger US-Konzerne. Daher plädierte
Bierwirth dafür, die Chancen zu ergreifen und ex post zu regulieren
und zwar bevor Europa endgültig den Anschluss an die USA verliere.
Nach Renate Brauner müssen Politik und Wirtschaft hier aber eher Hand
in Hand gehen.
Um den Rückstand zu Amerika aufholen zu können, bedürfe es laut
Ritz einer besseren Infrastruktur. Es liege auch in der Verantwortung
der Betreiber, Datenmengen in Europa zu verarbeiten. Microsoft
weigere sich beispielsweise, europäische Daten an US-Behörden
weiterzugeben. Ausnahmen werden nur gemacht, wenn rechtmäßige
Anfragen von Strafverfolgungsbehörden vorliegen – wenn es
beispielsweise um die Aufklärung eines Attentats geht. Auch Bierwirth
sah in der Verarbeitung der Daten in Europa eine Chance für
europäische Unternehmen, sich gegenüber den USA zu behaupten und
erfolgreich in die Zukunft zu gehen.
Das Potenzial von Big Data: Internet der Dinge
Technologie lasse sich nicht aufhalten. „Man muss die Diskussion
zu Big Data über Chancen beginnen, sonst kommen wir nicht weiter“,
meinte Dorothee Ritz weiter. Big Data berge unbestritten für viele
Bereiche des täglichen Lebens enormes Potenzial. So sei es die
entscheidende Grundlage für das Internet der Dinge. Dieses ermögliche
beispielsweise eine vernetzte Produktion, die flexibel auf
Marktentwicklungen reagieren, Kapazitäten besser auslasten und
Kundenwünsche individueller bedienen könne. „Intelligenz von Dingen
wird bisher nur zu einem sehr geringen Prozentsatz genutzt. Wir
stehen bei der Ausschöpfung des Potenzials erst am Anfang“, so Ritz.
Big Data: Große Chancen mit einigen Risiken
Auch die Stadt Wien hat die Bedeutung der Daten schon lange
erkannt. „Die Stadt würde ohne Big Data nicht funktionieren“, meinte
Brauner und spielte beispielsweise auf effiziente Energienutzung und
die Wiener Linien an. Sie gab aber gleichfalls zu bedenken, dass
technische Entwicklung auch problematisch werden könne. „Man muss
diese Probleme erkennen und wenn nötig eingreifen.“ So entstehen
durch Datenmonopole neue Machtzentren und durch Algorithmen
geschaffene Filterbubbles könnten die Meinungsvielfalt bedrohen. Die
Stadt Wien stehe den neuen Entwicklungen aber grundsätzlich positiv
gegenüber und nutze eine Open Data Strategie, bei der alle Daten vor
Veröffentlichung einer strengen Datenschutzprüfung unterzogen werden.
Der Open Data Ansatz komme allen BürgerInnen zugute, z.B. in Form von
besseren Verkehrsströmen und weniger Staus, Chancen für den
IT-Standort Wien, Chancen in der Medizin und der Verbesserung des
Bürgerservice. „Technischer Fortschritt und die Chancen von Big Data
müssen den Menschen nutzen und es ist die Aufgabe der Politik, dafür
zu sorgen“, so Brauner über die zwingende Erfordernis, technologische
und soziale Innovationen miteinander zu verbinden.
Ängste um den Datenschutz sind groß
Immer mehr Menschen stellen über die Sozialen Medien immer mehr
persönliche Daten ins Netz. Gleichzeitig seien die Ängste rund um den
Datenschutz groß – ebenso das Misstrauen gegenüber US-amerikanischen
Konzernen und deren oftmals freizügiger Datennutzung.
Datenschutzexperte Rainer Knyrim klärte auf, dass es grundsätzlich
verboten sei, mit personenbezogenen Daten zu arbeiten, es sei denn,
dass sich z.B. der Nutzer damit einverstanden erklärt habe. Dies
nutzen „Log-In-Giganten“ wie Facebook als Basis ihres
Geschäftsmodells. Bei der Nutzung der Daten müssen sie künftig
allerdings entsprechend der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung
Schutzmaßnahmen wie die Pseudonomisierung ergreifen.
Ritz betonte ergänzend, dass Big Data ohnehin keine Rückschlüsse
auf die oder den Einzelnen zulasse, da Daten nur aggregiert
betrachtet und ausgewertet werden. Dabei dürfe natürlich kein Zweifel
an der Anonymisierung personenbezogener, sensibler Daten bestehen.
Dies versuche man derzeit v.a. durch Sanktionen zu erreichen, die
heute viel höher seien als früher, so Knyrim. Betrug die maximale
Strafe für Nichteinhaltung früher 25.000 Euro, so liege sie dank der
EU-Datenschutz-Grundverordnung künftig bei 20 Mio. Euro oder 4 % des
globalen Umsatzes.
Dennoch steige in der Bevölkerung die Angst vor der Macht der
Algorithmen. Davor, dass ein Algorithmus Entscheidungen auf Basis
individueller und sensibler Daten trifft. Beispielsweise werde
befürchtet, dass künftig etwa bei Einkäufen finanzschwachen Kunden
eine Finanzierung sofort automatisiert verweigert werde.
„Um Big Data als Chance ergreifen zu können, müssen wir Akzeptanz
und Vertrauen in eine Datenwirtschaft schaffen, die den Menschen und
der Gesellschaft nützt und den Wirtschaftsstandort Österreich
nachhaltig stärkt“, so Ritz weiter. Dazu brauche es vor allem
Transparenz und klare Regeln und die Balance zwischen Datenschutz und
Datennutzung. Nur auf dieser Basis könnten neue, international
wettbewerbsfähige Geschäftsmodelle wachsen.
Interaktiver Austausch mit Studierenden am Forum Alpbach
Während den Wirtschaftsgesprächen am Forum Alpbach veranstaltete
Microsoft Österreich neben der Podiumsdiskussion auch ein
interaktives Event für High Potentials. Studierende hatten in Form
eines so genannten „World Cafés“ die Möglichkeit, mit Microsoft
MitarbeiterInnen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten zu
diskutieren. Die Veranstaltung war in 6 Themenblöcke gegliedert,
darunter New World of Work & Women in IT, Transformation und
Kulturwandel, Zukunftskonzepte in Zeiten der Digitalisierung, Trust
in Cloud, Entrepreneurship in Großkonzernen sowie das Internet der
Dinge.
Im Anschluss an die einzelnen Themendiskussionen wurden die
Diskussionsergebnisse zusammengefasst und präsentiert. „Der Austausch
mit den Führungskräften der Zukunft ist uns ein besonderes Anliegen.
Als Microsoft arbeiten wir an den großen Themen der Zukunft, die
Meinung, die Interessen und Gedanken der jungen Generation sind daher
für uns von großer Bedeutung. Zudem haben Studierende damit auch die
Möglichkeit, einen besseren Einblick in das Unternehmen Microsoft und
unseren Blick auf die Welt zu bekommen“, so Ritz.
Digitalisierung vorantreiben: Microsoft hält #DigitaleHelden
Symposium
In Österreich gibt es bereits heute #DigitaleHelden, die
vormachen, wie die digitale Transformation aussehen und zum
Unternehmenserfolg beitragen kann. Microsoft Österreich holt sie auf
die Bühne: Am 19. Oktober findet das #DigitaleHelden Symposium im
Rahmen der DigitalDays 2016 der Stadt Wien statt. Interessierte
UnternehmerInnen haben dort die Möglichkeit, sich Ideen zu holen und
sich zur Gestaltung ihrer digitalen Zukunft auszutauschen.
Microsoft #DigitaleHelden Symposium
Datum: Mittwoch, 19. Oktober 2016
Uhrzeit: 08:30 bis ca. 18:00 Uhr
Ort: Technische Universität Wien
Bildmaterial & Fotocredits:
- Druckfähiges Bildmaterial zum Arbeitskreis von Microsoft Österreich
in Alpbach finden Sie hier:
https://www.apa-fotoservice.at/galerie/8111/
- Druckfähiges Bildmaterial zum World Café von Microsoft Österreich
in Alpbach finden Sie hier:
https://www.apa-fotoservice.at/galerie/8112
- Fotocredit für alle Fotos: © Microsoft / APA-Fotoservice/Birgit
Pichler
Über Microsoft Österreich
Microsoft (Nasdaq “MSFT” @microsoft) ist das führende Unternehmen
für Plattformen und Produktivität für die “mobile first, cloud
first”-Welt. Ihre Mission ist es, jedem Menschen und jedem
Unternehmen auf der Welt zu ermöglichen, mehr zu erreichen. Die
Microsoft Österreich GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Microsoft
Corporation/Redmond, U.S.A., des weltweit führenden Herstellers von
Standardsoftware, Services und Lösungen. Seit 1991 ist Microsoft mit
einer eigenen Niederlassung in Wien vertreten und beschäftigt
insgesamt rund 320 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Das Ziel ist es, gemeinsam mit mehr als 5.000 heimischen
Partnerunternehmen, Menschen und Unternehmen zu ermöglichen, durch
Software ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Weitere Informationen:
http://www.microsoft.com/austria
Weitere Bilder unter: https://www.apa-fotoservice.at/galerie/8111
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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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