- 02.09.2016, 10:42:59
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Grüne Mariahilf/Jerusalem: 100 Jahre Naschmarkt – Zukunftskonzept fehlt
Wien (OTS) - Anlässlich des 100. Geburtstags des Wiener Naschmarkts
reiht sich Susanne Jerusalem, Bezirksvorsteher-Stellvertreterin in
Mariahilf, in die Gratulantenschar ein, bemerkt jedoch kritisch: „Wir
feiern heute die glanzvolle Vergangenheit des Naschmarkts, müssen
aber leider feststellen, dass ein Konzept für die Zukunft fehlt“.
„Während mehr als 120 Marktstände betrieben werden, sind davon
lediglich nur mehr rund 20 Prozent Stände, bei denen man den
täglichen Einkauf erledigen kann, wie zum Beispiel bei Bäckereien,
Obst- und Gemüsestände, Fisch-, Fleisch-, oder Käsestände“, so
Jerusalem. Seit vielen Jahren macht Jerusalem auf Probleme vor Ort
aufmerksam: „Während manche den Naschmarkt noch als `wichtigen
Nahversorger´, `Flaniermeile´ oder `Markt der Spezialitäten´ sehen,
geht die Tendenz im realen Leben in eine andere Richtung, nämlich hin
zu einem Überangebot an Wasabinüssen, Kosmetik, Kleidung und
Touristenkitsch. Zwar mögen die Besucherzahlen des Naschmarkts
quantitativ hoch sein, setzen sich jedoch zum Großteil aus schauenden
Touristen oder Gästen der Gastromeile zusammen.“
Ein weiteres gravierendes Problem sind die zum Teil horrenden Ablösen
für Stände am Naschmarkt. "Ablösen von mehreren hunderttausend Euro
stehen an der Tagesordnung und die Verantwortlichen der Stadt Wien
schauen weg, obwohl es sich um öffentlichen Grund und Boden handelt“,
so Jerusalem. „Wenn wir wollen, dass es den Markt in zehn, 15 Jahren
mit alteingesessenen Gemüsestandlern noch gibt, dann müssen wir jetzt
handeln“, so Jerusalem. Die Grünen Mariahilf haben einen Plan zur
Wiederbelebung des Naschmarkts ausgearbeitet. Dieser umfasst:
+ Stand-Rückgabe direkt an die Stadt Wien und damit verbunden die
Abschaffung des Weitergaberechts
+ Offizielle Ausschreibung frei gewordener Stände
+ Neue BewerberInnen sollen ein Geschäftskonzept vorlegen
+ Vergabe der Stände über ein transparentes Punktesystem, welches
regionale Produkte, Bio- und Fairtrade Waren bevorzugt
+ Systemgastronomie, Handelsketten, Souvenirshops erhalten keine
Zuweisung
+ Ermöglichung von gemeinsamen Ständen von bäuerlichen Betrieben
+ Naschmarkt-Gastronomie muss rechtliche Vorgaben einhalten (fairer
Wettbewerb)
+ Neufestsetzung der Standgebühren, die sich am Jahresnettoumsatz
orientieren
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