„14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ in „Universum History“

Teil 3 und 4 – „Die Heimat“ und „Die Entscheidung“ am 2. September in ORF 2

Wien (OTS) - Die internationale Koproduktion „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ erzählt den Ersten Weltkrieg neu – aus multinationaler Perspektive. Die Menschen, deren Geschichten in „14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ erzählt werden, sind keine Kriegsherren und Staatslenker, sondern Soldaten im Morast der Schützengräben, Hausfrauen, die an der Heimatfront die Arbeit ihrer Männer übernehmen müssen, Jugendliche, die sich aus Begeisterung freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet haben, und Kinder, denen der Krieg als Alptraum, aber auch als Abenteuer erscheint. Ihre Erlebnisse – einer der Protagonisten ist der niederösterreichische Bauernsohn Karl Kasser, gespielt von David Oberkogler („CopStories“) – sind in aufwendigen Szenen nachgestellt. Inszeniert wurde ausschließlich, was die Erzähler/innen in ihren Tagebüchern und Briefen festgehalten haben. Im Rahmen von „Universum History“ gibt ihnen das vierteilige Doku-Drama von Jan Peter und Yury Winterberg eine Stimme und ein Gesicht. Am Freitag, dem 2. September 2016, zeigt ORF 2 ab 22.45 Uhr die beiden letzten Folgen „Die Heimat“ und „Die Entscheidung“:

Folge 3: „Die Heimat“ – Freitag, 2. September, 22.45 Uhr, ORF 2

Für die Soldaten an der Front ist die Heimat ein Sehnsuchtsort. Heimat steht für Sicherheit, Geborgenheit, Frieden. Viele hält nur der Gedanke an die Rückkehr zu den Lieben und an die intakte Heimat aufrecht. Doch weil dort jetzt auch Waffen für die Front produziert werden, wird die Heimat selbst zum Ziel. Flugzeuge und Zeppeline werfen ihre Bomben nicht mehr nur auf feindliche Soldaten ab, sondern auch auf Zivilisten, Frauen und Kinder in den Städten. Durch Blockaden und den Seekrieg soll die gegnerische Bevölkerung ausgehungert und vernichtet werden. Zerstörung und Tod, Verzweiflung, Hunger und Einsamkeit gibt es jetzt nicht mehr nur an der Front, sondern auch in der Heimat. Der Krieg hat das romantische Bild der intakten Heimat zerstört. Heimat und Front sind eins geworden – der Krieg ist überall.

Karl Kasser ist nach der Genesung von seiner Verwundung wieder an die Ostfront versetzt worden. Dort gerät er in russische Kriegsgefangenschaft. Sein größter Wunsch ist es, in seine Heimat zurückzukehren. Er besteigt einen Zug, der ihn nach Hause bringen wird – denkt er. In Wirklichkeit transportiert ihn der Zug in ein Gefangenenlager nach Sibirien. Erst nach Kriegsende wird er seine Heimat wiedersehen.

Gabrielle M. West stammt aus dem südenglischen Gloucestershire. Wie für viele Frauen aus „besseren Verhältnissen“ ist es für sie selbstverständlich, ihrem Vaterland im Krieg durch freiwillige Arbeit zu dienen. Sie wird als Aufseherin in einer Munitionsfabrik eingesetzt. Dort lernt sie die schrecklichen Arbeitsbedingungen kennen, unter denen die Fabrikarbeiterinnen leiden. Als deutsche Zeppeline die Fabrik mit Bomben angreifen, gerät sie in große Gefahr.

Marie Pireaud träumt von einem friedlichen Leben mit ihrem Mann Paul und einem Kind. Doch Paul kämpft als Soldat an der Westfront. Seit Monaten haben die beiden einander nicht gesehen. Ihr einziger Kontakt sind Briefe, die sie sich regelmäßig schreiben. Als die Sehnsucht immer größer wird, beschließt sie, trotz aller Gefahren ihren Mann hinter der Front zu besuchen.

Die heranwachsende Elfriede Kuhr lernt in ihrem Heimatort Schneidemühl einen jungen Fliegerleutnant kennen. Die Liebelei ist eine willkommene Ablenkung von ihrer Angst vor dem Krieg. Doch Elfriede ist noch jung und unerfahren, sie zögert. Als sie sich nach langem Zögern entschließt, sich küssen zu lassen, erfährt sie, dass ihr Leutnant bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist.

Folge 4: „Die Entscheidung“ – Freitag, 2. September, 23.30 Uhr, ORF 2

Im Frühjahr 1918 will die deutsche Heeresleitung durch eine letzte große Offensive die Entscheidung herbeiführen. Doch auch dieser Angriff scheitert. Die deutschen Truppen sind am Ende ihrer Kräfte. Der deutsche Erste Generalquartiermeister Ludendorff fordert einen sofortigen Waffenstillstand. Als Ende Oktober 1918 die deutsche Flotte dennoch zu einem letzten Gefecht auslaufen soll, meutern die Matrosen in Kiel und entwaffnen ihre Offiziere. Der Aufstand breitet sich über das ganze Land aus. Der Kaiser dankt ab. Zivile Politiker unterschreiben schließlich einen Waffenstillstand. Der Erste Weltkrieg hinterlässt Millionen Tote – und einen zerstörten Kontinent. Es gelingt nicht, mit dem Versailler Friedensvertrag das Fundament für einen dauerhaften Frieden zu legen. Gefühle von Rache und Trauer bleiben und werden bald zu einem weiteren Weltkrieg führen.

Elfriede Kuhr arbeitet in einem Säuglingsheim und muss dort mit ansehen, wie immer mehr Babys unter Mangel und Hunger leiden. Ein Kind stirbt in ihren Armen. Als ihr Lehrer die Klasse auf eine erneute Offensive einschwören will, hat sie genug. Sie verlässt die Schule und kümmert sich um ihre kranke Großmutter. Voller Angst erwartet sie das Ende des Krieges. Am Grab ihres geliebten Leutnants erkennt sie, dass der Krieg, der so viele Opfer gekostet hat, sinnlos gewesen ist.

Charles Edward Montague arbeitet im Hinterland der Front als Chefzensor für den britischen Geheimdienst. Als die Deutschen vorrücken, scheint für ihn endlich die Zeit gekommen, sich als Frontsoldat zu bewähren. Nach der gescheiterten Großoffensive der Deutschen führt er Fotoreportern gefangene deutsche Soldaten vor. Dabei bemerkt er, wie überheblich die Sieger mit den Besiegten umgehen. Er sieht darin eine große Gefahr für die Zukunft.

Ernst Jünger kämpft mit seinen Männern noch immer an der Westfront. Doch die Lage wird mit jedem Tag aussichtsloser. Es wird immer schwieriger, die Soldaten am Kämpfen zu halten, dennoch treibt er sie immer wieder voran. Am Ende ist seine ganze Kompagnie aufgerieben – alle sind tot oder übergelaufen. Nachdem er selbst schwer verwundet wird, kehrt Jünger nach Deutschland zurück. In der Heimat muss er erkennen, dass die Revolution das Land verändert hat.

In Russland fegen die beiden Revolutionen von 1917 die alten Eliten und den Zaren hinweg. Als Zarentreue Kosakin wird Marina Yurlova von den Bolschewiki gefangen genommen. Täglich hört sie, wie Zellennachbarn abgeholt und im Gefängnishof erschossen werden. Als sie fast jede Hoffnung aufgegeben hat, wird sie von weißrussischen Truppen befreit und kann fliehen. Sie rettet sich ins Ausland. Der Krieg hat ihr alles genommen.

„14 – Tagebücher des Ersten Weltkriegs“ entstand als europäische Koproduktion von ARTE, NDR, SWR, WDR und ORF, hergestellt von LOOKS Film & TV, Les Films d’Ici und wird weltweit in zwei Dutzend Ländern ausgestrahlt. Die Dokumentarserie ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

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