Medienanalyse: Österreichs Kanzler - Die ersten 100 Tage im Vergleich

Wien (OTS) - APA-DeFacto untersuchte die mediale Präsenz von vier österreichischen Bundeskanzlern in ihren ersten 100 Tagen im Amt – Schüssel knapp vor Gusenbauer und Kern, Faymann abgeschlagen

100 Tage im Dienst – Zeit, auch medial eine erste Bilanz der Amtszeit von Bundeskanzler Christian Kern zu ziehen. Wie liegt er im Vergleich mit seinen Vorgängern seit der Jahrtausendwende? Wer konnte mit welchen Themen punkten? Wer blieb stabil, wem ging in den ersten 100 Tagen die Luft aus? APA-DeFacto beantwortet in ihrer aktuellen Medienanalyse, welcher der letzten vier Kanzler die meisten Berichte erreicht hat, wer schwach performt hat, und was die Gründe dafür waren.

Die meisten Medienbeiträge in den ersten 100 Tagen im Amt verbuchte Wolfgang Schüssel. Mit 4.824 Beiträgen liegt er knapp vor Alfred Gusenbauer (4.696) sowie Christian Kern (4.243), bei welchem die politisch und medial ruhigere Sommerzeit in die 100-Tage-Frist fiel. Mit 2.612 Beiträgen erreichte Werner Faymann nur rund die Hälfte der Beiträge seiner Amtskollegen, er liegt damit weit abgeschlagen an vierter Stelle im Kanzlerranking. Einer der Gründe dafür liegt in seiner zurückhaltenden Kommunikationsstrategie, die mit Leitsätzen wie „genug gestritten“ für eine bewusst reduzierte Öffentlichkeitsarbeit sorgte.

Alle vier Kanzler verzeichneten nach der Amtsübernahme einen medialen Hype, jedoch kam es bereits in der dritten Woche bei allen zu einer Abnützung des Aktualitätswertes und in der Folge zu einer Normalisierung des Nachrichtenaufkommens. Nach dieser Startphase blieb die Präsenz im Allgemeinen stabil und sank im letzten Drittel noch einmal leicht ab. Eine Ausnahme bildet hier wiederum Werner Faymann, der gegen Ende der 100 Tage durch Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg einen Peak verzeichnete.

Thematisch waren die ersten 100 Tage der Kanzlerschaft von Christian Kern geprägt von der Asyl- und Integrationsdebatte, der Bundespräsidenten-Stichwahl und deren Anfechtung sowie durch Kerns Grundsatzprogramm und diplomatische Verstimmungen mit der Türkei. Der im Präsenzranking führende Wolfgang Schüssel hatte im Jahr 2000 mit EU-Sanktionen, Donnerstagsdemos und dem unterirdischen Gang zur Angelobung zu kämpfen, konnte medial aber auch mit der Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern und dem Privatisierungs- und Pensionsgesetz punkten. Rund um Gusenbauers Amtseinstieg 2007 wurde über Eurofighter, Temelin und Kärntner Ortstafeln berichtet, bei Faymann drehten sich die Themen Ende 2008 um Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, ein Konjunkturpaket sowie die erwähnten Landtagswahlen.

Für die Medienanalyse wurden 16.375 Beiträge aus 13 Tageszeitungen herangezogen, die im gesamten Untersuchungszeitraum redaktionell tätig waren. Die wissenschaftlich fundierten Analysen von APA-DeFacto messen und interpretieren den medialen Output zu definierten Themen, Zeiträumen oder Anlässen und geben u.a. Antworten auf Fragen zu öffentlicher Präsenz, Positionierung oder Wirkung.

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