70 Jahre APA – Austria Presse Agentur

Am 1. September 1946 liefen die ersten APA-Meldungen über den Nachrichten-Ticker – Neo-Geschäftsführer Clemens Pig: „Auf dem Weg zur News-Tech-Agentur“

Wien (OTS) - Vor 70 Jahren wurde die APA – Austria Presse Agentur gegründet: Am 1. September 1946 nahm die Nachrichtenagentur ihren Betrieb auf. Die allererste Meldung wurde im Wirtschaftsressort ausgegeben. Damals wurden Nachrichten noch über endlose Streifen des sogenannten Hell-Schreibers an die Medien des Landes verteilt, heute werden APA-News in „Realtime" via Computer verbreitet. Aus der APA wurde der führende elektronische Informationsprovider des Landes.

Die Geschichte der APA-„Vorläuferinnen" begann freilich schon in der Monarchie. 1849 gründete Joseph Tuvora mit der „Österreichischen Correspondenz" die erste Nachrichtenagentur in Österreich, die als privates Unternehmen dennoch weitgehend unter staatlichem Einfluss stand. 1859 wurde die „Österreichische Correspondenz" in das „k.k. Telegraphen Korrespondenz Büro" umgewandelt. Dieses Konstrukt sollte bis 1922 existieren. Die Agentur stand ebenso wie das Nachfolgeunternehmen „Amtliche Nachrichtenstelle" (ANA) unter staatlicher Leitung. Die ANA wurde in den Jahren 1938 bis 1945 in die „Zweigstelle Wien" des in Berlin ansässigen „Deutschen Nachrichten Büros“ umgewandelt und für Nazi-Propagandazwecke missbraucht. 

70 Jahre Unabhängigkeit

1946 erfolgte auf Initiative der Alliierten die Gründung der Austria Presse Agentur als privatwirtschaftliche Genossenschaft im Eigentum der Tageszeitungen. Zur Unabhängigkeit der APA kam es damals nur auf „Druck von außen", nämlich seitens der Alliierten gemeinsam mit den Nachrichtenagenturen Reuters und AP. Die österreichische Regierung war gegen eine unabhängige Nachrichtenagentur. Die APA ist heute eine von weltweit nur rund 20 bis 25 unabhängigen Nachrichtenagenturen, der große Rest befindet sich unter staatlicher Kontrolle.

Am 1. September 1946 nahm die APA im Gebäude der Wiener Börse die Arbeit auf. Zu Beginn verfügte die Agentur über eine Auslands-, eine Inlands-, eine Wirtschafts- und eine Sportredaktion. Andere Themenkreise wurden zunächst „mitbehandelt". Die Kulturredaktion entstand 1957, ein eigenes Chronikressort gibt es seit 1983. Die Bildredaktion wurde 1985 ins Leben gerufen, die Grafik erblickte als eigenes Ressort 1994 das Licht der Welt. Von 1970 bis 2005 war die APA im Internationalen Pressezentrum in Wien-Döbling untergebracht. Im August 2005 erfolgte der Umzug in einen der modernsten und größten Newsrooms Kontinentaleuropas an den Naschmarkt in Wien-Mariahilf.

Während in der Anfangszeit das Tagesaufkommen bei rund 100 bis 150 Meldungen lag, werden sieben Jahrzehnte später täglich über 500 Meldungen, mehr als 1.000 Fotos sowie zahlreiche Videos und Infografiken zu Themen aus Österreich und der Welt produziert. Die APA stellt mit ihren Nachrichten und multimedialen Angeboten Tageszeitungen, Radio und Fernsehen, aber auch Online-Diensten und Zeitschriften sowie politischen Organisationen und Wirtschaftsunternehmen den Rohstoff für deren tägliche Arbeit zur Verfügung. Sie erbringt damit für die österreichische Gesellschaft eine zentrale Infrastrukturleistung auf dem Sektor der Information. Die APA erfüllt diese Aufgabe nach den Grundsätzen Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Ausgewogenheit und hat damit die Funktion eines „Public Service", weil der Anspruch erhoben wird, zuverlässig, objektiv, umfassend und zeitnah zu berichten. In privatem Auftrag wird eine „öffentliche Aufgabe" erfüllt. 

Die APA als multimedialer Informationsdienstleister

Die gesamte APA-Gruppe besteht mittlerweile nicht nur aus mehr als 500 ständigen Mitarbeitern, sondern auch aus mehreren erfolgreichen Tochter-Unternehmen: APA-OTS, APA-DeFacto, APA-IT, APA-PictureDesk. Dazu kommt eine 50-Prozent-Beteiligung an der Bildagentur Keystone. Zum Kernbereich der  „Nachrichtenagentur" zählen die Abteilungen Basisdienst, MultiMedia und Finance. Neben der Arbeit im Nachrichtenjournalismus fungiert die APA als Anbieter von Datenbanken - vom APA-Basisdienst über internationale Nachrichtenagenturen, Zeitungen und Zeitschriften aus Österreich, Deutschland, der Schweiz bis zu den wichtigsten ORF-Nachrichtensendungen sowie relevanten Web- und Social Media-Inhalten - und ist damit auch eines der größten Medienbeobachtungsunternehmen des Landes. Mit dem OTS Originaltext-Service als größtem heimischen Verbreiter von multimedialen Presseaussendungen bietet die APA darüber hinaus eine Plattform für den öffentlichen Diskurs. Angeboten werden weiters innovative technische Dienstleistungen. 

Mit Technologie und Innovation unabhängig in die Zukunft

„Unabhängigkeit durch wirtschaftliche Stärke“ ist auch klares Ziel des neuen APA-Geschäftsführers Clemens Pig. „Wir müssen die APA-Berichterstattung – so wie in den vergangenen Jahren – unabhängig in die Zukunft führen“. Die künftige Rolle der Nachrichtenagentur sieht er im Dreieck  „Content, Technology und Network". Die APA muss sich angesichts des Medienwandels in Richtung einer  „redaktionellen Informationstechnologie-Agentur" entwickeln, so Pig. Die Innovationsthemen könne man gut aus den Megatrends der Medien- und Kommunikationsbranche ableiten: Video, Mobile, Social, Data und Paid Content im Kontext der neuen Unbundling-Lösungen. So stünden etwa die Weiterentwicklung der APA-Videoservices sowie des Austria-Kiosk ganz oben auf der Agenda. „Das sind die zentralen Innovationen, von denen insbesondere die Medienbranche profitiert", meint Pig.

Genossenschafter bzw. Eigentümer der APA sind derzeit 13 österreichische Tageszeitungen („Kurier",  „Kleine Zeitung" Graz und Klagenfurt, „Österreich",  „Oberösterreichische Nachrichten",  „Salzburger Nachrichten",  „Der Standard",  „Tiroler Tageszeitung",  „Die Presse",  „Vorarlberger Nachrichten",  „Neues Volksblatt",  „Neue Vorarlberger Tageszeitung", „WirtschaftsBlatt" und  „Wiener Zeitung") sowie der ORF. Durch das Genossenschaftsprinzip trägt die APA zur Medienvielfalt in Österreich bei. Die APA erwirtschaftete 2015 einen Umsatz von 73,46 Millionen Euro. Das Konzernergebnis (EGT) betrug 2,41 Millionen Euro, der Mitarbeiterstand lag bei 572 Personen.

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