M&A-Report 2016: Aktienrendite steigt durch häufige Transaktionen

Wien (OTS) -

  • Diesjährige BCG-Analyse ergibt: Routinierte Käufer und Verkäufer erzielen um bis zu 5,2 Prozent höhere Aktienrendite pro Jahr
  • Einmalige M&A-Optionen für Anleger nur kurzfristig attraktiv
  • Kursvolatilität der "Portfolio-Master" um 14 Prozent geringer
  • Österreich: 2015 Expansion am M&A Markt

Firmen, die regelmäßig andere Unternehmen oder Unternehmensteile kaufen oder verkaufen, erzielen mittel- bis langfristig einen höheren Total Shareholder Return (TSR). Zu diesem Ergebnis kommt der inzwischen zwölfte M&A-Jahresreport von BCG, der 2016 unter dem Titel Masters of the Corporate Portfolio erscheint. Unternehmen, die in den letzten fünf Jahren mindestens fünf M&A-Transaktionen getätigt haben, erreichten mit 10,5 Prozent im Durchschnitt eine um rund 5,2 Prozent höhere jährliche Aktien¬rendite als Firmen, die bloß eine einzige Transaktion durchführten (5,3 Prozent TSR). Mit zunehmender M&A-Routine sinkt zugleich die Kursvolatilität. So liegt die jährliche Standardabweichung der relativen Aktienrendite (RTSR) aktiver Unternehmen bei 36 Prozent, während sie bei nur einmal tätigen Unternehmen 50 Prozent beträgt. "Aktivere Unternehmen bereiten Verkäufe in der Regel besser vor und integrieren übernommene Unternehmen erfolgreicher. Damit setzen sie ihre Aktionäre einem geringeren Risiko aus", sagt BCG-Partner Jens Kengelbach, globaler Leiter des Transaction Centers, das die M&A-Expertise von mehr als 300 BCG-Beratern weltweit bündelt.

Österreich: M&A-Markt 2015 von Expansion geprägt

Parallel dazu hat BCG auch den österreichischen M&A Markt einer eingehenderen Betrachtung unterzogen. Erfreuliches Ergebnis: Der österreichische M&A-Markt ist 2015 mit 331 abgeschlossenen Deals um beeindruckende 37 Prozent gewachsen. Im Langzeitvergleich ist dies die neunthöchste Transaktionsanzahl seit 1988 und vergleichbar mit den Anfängen des österreichischen M&A-Booms um die Jahrtausendwende. Positiv stimmt, dass der Anstieg klar wachstumsgetrieben war und nicht mehr nur auf „faulen Banken“ und Handelspleiten beruhte. Auch handelte es sich bei den Deals keineswegs um einen Ausverkauf Österreichs. Speziell die innerösterreichischen Deals waren Wachstumstreiber: 38 Prozent aller Transaktionen waren 2015 innerösterreichisch, das entspricht einem Plus von 62 Prozent gegenüber 2014. Zusätzlich kauften österreichische Unternehmen in weiteren 29 Prozent der Fälle im Ausland zu. „Die Entwicklung ist als grundsätzlich positiv für den Wirtschaftsstandort Österreich zu bewerten. Die erhöhte Dealtätigkeit österreichischer Unternehmen zeigt die Bereitschaft, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und auch in Wachstum zu investieren,“ so Tibor Mérey, Projektleiter bei BCG.

Häufige Transaktionen stärken das Portfolio

Die routiniertesten Unternehmen mit mindestens fünf Transaktionen innerhalb von fünf Jahren machen zwar lediglich 6 Prozent der untersuchten Firmen aus, zeichnen aber mit 14.000 Transaktionen für ein Viertel des weltweiten M&A-Volumens der vergangenen 25 Jahre verantwortlich. Ihr wichtigster Hebel: Sie nutzen M & A gezielt für ihr Portfoliomanagement. "Diese 'Portfolio-Master' wissen, dass Wachstum der Haupttreiber der Aktienrendite ist, und richten ihr Beteiligungsportfolio konsequent und aktiv immer wieder neu aus. So nutzen sie Synergien mit bestehenden Assets oder verkaufen Beteiligungen, wenn das Wertsteigerungspotenzial durch eine andere Kapitalallokation besser realisiert werden kann. Sie schätzen Wechselwirkungen und Integrationskosten korrekt ein und halten ihre Projektionen ein", so Jens Kengelbach.

"One-Timer" kurzfristig attraktiv

Unternehmen mit hoher Transaktionsquote bieten entsprechend attraktive Bedingungen für Anleger. Doch werden oftmals auch "Erstlings-Transaktionen" vom Kapitalmarkt mit einer kurzfristigen Steigerung von durchschnittlich bis zu 5,5 Prozent belohnt. "Kapitalmärkte honorieren einmalige Kaufgelegenheiten, denn sie versprechen Wachstum oder Konsolidierung. Ein Jahr nach Bekannt¬gabe der Transaktion weisen 'Portfolio-Master' jedoch eine deutlich höhere relative Aktienrendite auf", sagt M&A-Experte Jens Kengelbach. Sie erzielen dann einen durchschnittlichen RTSR von 4,1 Prozent – über ein Prozent mehr, als Einmalkäufer bzw. -verkäufer erreichen.

"Industrieller" M&A-Prozess zahlt sich aus

Unternehmen können die Rendite für ihre Aktionäre erhöhen, wenn sie sich auf der M&A-Erfahrungskurve nach oben bewegen – sich also vom "One-Timer" zum "Strategic Shifter" oder sogar zum "Portfolio-Master" entwickeln. 37 Prozent der untersuchten One-Timer haben sich zum Beispiel zum Strategic Shifter mit rund zwei bis vier Transaktionen in fünf Jahren entwickelt und erreichten dabei einen Ein-Jahres-RTSR von 4,5 Prozent. 16 Prozent der Strategic Shifter erlangten den Status des Portfolio-Master und erzielten einen Ein-Jahres-RTSR von 4,8 Prozent. Demgegenüber verzeichneten One-Timer bzw. Strategic Shifter, die sich nicht weiter- oder die sich zurückentwickelt haben, nur einen minimalen oder sogar einen negativen RTSR. "Für viele CEOs ist eine M&A-Transaktion ein einmaliges Ereignis in ihrer Karriere. Diejenigen hingegen, die solche Transaktionen als industriellen Prozess begreifen, schaffen Vorteile für ihre Aktionäre", so Jens Kengelbach.
Gerade in Österreich, wo in den letzten 5 Jahren 60% aller Käufe von One-Timern durchgeführt wurden, ist eine intensive Vorbereitung entscheidend. Unternehmen, die ihre M&A-Ziele und Strategie genau definieren, können einen deutlichen Mehrwert generieren und damit einer Wertvernichtung vorbeugen", so Tibor Mérey.

Über die Studie

Die BCG-Studie Masters of the Corporate Portfolio wurde in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Sönke Sievers von der Universität Paderborn erstellt. Sie basiert auf einer Datenbank zu mehr als 54.000 weltweiten M&A-Transaktionen seit 1990. Die vollständige Studie finden Sie hier zum Download.

The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen und Regionen, Wachstumschancen zu nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit der jeweiligen Unternehmen zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet, ist heute an 85 Standorten in 48 Ländern vertreten und befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. Weitere Informationen unter www.bcg.at.
In ihrem Internetportal www.bcgperspectives.com bündelt The Boston Consulting Group alle unternehmenseigenen Studien, Kommentare, Grafiken und Videos und stellt sie online zur Verfügung. Neben Publikationen zu aktuellen Wirtschafts- und Unternehmensthemen bietet die Plattform auch Veröffentlichungen aus der rund 50-jährigen Unternehmensgeschichte. Das Onlineportal findet sich unter www.bcgperspectives.com

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