- 25.08.2016, 22:39:22
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HETA ASSET RESOLUTION AG: Veröffentlichung des Halbjahresergebnisses 2016
Klagenfurt (OTS) - •Ergebnis des 1. Halbjahres 2016 sowie Struktur
der Passivseite sind maßgeblich durch die Effekte aus der Anwendung
des Mandatsbescheides II der FMA vom 10. April 2016 beeinflusst
•Einzelabschluss HETA nach UGB/BWG per 30. Juni 2016: Rückgang der
Bilanzsumme um EUR 0,4 Mrd. auf EUR 9,2 Mrd., Periodenergebnis nach
Steuern beträgt EUR +7,5 Mrd. und beseitigt das zuvor ausgewiesene
negative Eigenkapital
•Konzernzwischenabschluss HETA nach IFRS per 30. Juni 2016: Reduktion
der Konzern-Bilanzsumme von EUR 11,2 Mrd. auf EUR 10,3 Mrd.,
Konzernergebnis nach Steuern bei EUR +6,9 Mrd., positives
Eigenkapital bei EUR +1,1 Mrd.
•Entwicklung im 1. Halbjahr: Portfolioreduktion schritt zügig voran,
Kosten unter Plan, erfolgreich abgeschlossene Verkäufe sowie
Tilgungen im Kreditportfolio führen zur Erhöhung des
Liquiditätsbestandes von EUR 4,3 Mrd. auf EUR 5,3 Mrd.
Der Vorstand der HETA ASSET RESOLUTION AG (HETA) hat heute die
Halbjahresergebnisse nach UGB/BWG und den Halbjahresfinanzbericht auf
Basis des Konzernzwischenabschlusses nach IFRS zum 30. Juni 2016
vorgelegt. Das Ergebnis des 1. Halbjahres sowie die Struktur der
Passivseite sind maßgeblich durch die Effekte aus der Anwendung des
Mandatsbescheides II der FMA vom 10. April 2016 beeinflusst. HETA-CEO
Wirt.-Ing. Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath: : „Der bisherige
Verlauf des Abbaus liegt über unseren Erwartungen. Allerdings ist zu
berücksichtigen, dass die verbleibenden Assets aufgrund ihrer
Komplexität wie auch aufgrund der politischen Unwägbarkeiten in
Europa durchaus schwerer zu verwerten sein werden. Dennoch gehen wir
davon aus, dass unser Ziel bis Ende 2018 80 Prozent der
Vermögenswerte abgebaut zu haben, erreichbar bleibt. “
Einzelabschluss nach UGB/BWG
Die HETA ist eine Abbaueinheit gemäß dem Bundesgesetz zur Schaffung
einer Abbaueinheit (GSA), deren Unternehmensgegenstand die Verwaltung
ihrer Vermögenswerte darstellt. Die HETA unterliegt seit dem 1. März
2015 einem von der Österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA)
erlassenen Zahlungsmoratorium für „berücksichtigungsfähige
Verbindlichkeiten“ gemäß BaSAG (Mandatsbescheid I). Mit dem am 10.
April 2016 ergangenen weiteren Mandatsbescheid (Mandatsbescheid II)
hat die FMA zahlreiche Abwicklungsmaßnahmen nach BaSAG angewendet
(siehe Presseinformation vom 10. April 2016). Aufgrund dieser
besonderen Situation der HETA erachtet der Vorstand den
Einzelabschluss der HETA Asset Resolution AG nach UGB/BWG als die
relevantere Darstellung eines möglichst getreuen Bildes der
Vermögens-, Finanz- und Liquiditätslage für die Gläubiger.
Im Zuge der Umsetzung der Effekte aus dem Mandatsbescheid II weist
die HETA per 30.06.2016 einen Periodenüberschuss nach Steuern iHv EUR
+7.479 Mio. aus. Dabei schlug sich der Mandatsbescheid II sich mit
EUR +7.153 Mio. nieder. Dieses außerordentliche Ergebnis resultiert
mit EUR +9.446 Mio. aus der Herabsetzung von
„berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten“ (Schuldenschnitt auf
46,02 % bzw. 0 %) und mit EUR -2.293 Mio. aus der Bildung von
Rückstellungen, welche im Zusammenhang mit dem Mandatsbescheid II zu
bilden waren. Die Ausbuchung des „Kernkapitals“ (Herabsetzung auf 0
%) wird mit EUR +3.494 Mio. in der Gewinn- und Verlustrechnung nach
dem Periodenüberschuss unter dem Sonderposten Kapitalherabsetzung
gemäß BaSAG ausgewiesen. Insgesamt ergibt sich daher aus der
Herabsetzung von Verbindlichkeiten und des Eigenkapitals ein in der
Gewinn- und Verlustrechnung des 1. Halbjahres 2016 berücksichtigter
Effekt von EUR +10.646 Mio.
Das operative Ergebnis (Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit/EGT) des 1. Halbjahres war deutlich positiv und
lag bei EUR +330 Mio. (1-12/2015: EUR +175 Mio.). Neben deutlich
niedrigeren Personal- und Sachaufwendungen war diese Reduktion auch
auf geringere Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit dem
Mandatsbescheid II zurück zu führen, nachdem dieser für
„berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten“ die laufende Verzinsung
ab 10. April 2016 auf 0 % herabsetzte.
Bedingt durch den kontinuierlichen Rückgang an zinstragenden
Ausleihungen bzw. Krediten, der Negativverzinsung des
Liquiditätsbestandes und den bis 9. April 2016 zu erfassenden
Zinsaufwendungen für „berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten“ war
das Nettozinsergebnis mit EUR -80 Mio. (1-12/2015: EUR -152 Mio.)
negativ. Das Provisionsergebnis betrug in den ersten sechs Monaten
des Geschäftsjahres EUR -15 Mio. (1-12/2015: EUR -91 Mio.) und war
ebenfalls von Effekten aus dem Mandatsbescheid II betroffen. Die
Personalaufwendungen betrugen EUR -19 Mio. (1-12/2015: EUR -41 Mio.),
die Verwaltungsaufwendungen (Sachaufwand) lagen bei EUR -22 Mio.
(1-12/2015: EUR -85 Mio.). In Summe ergab sich ein negatives
Betriebsergebnis von EUR -78 Mio. (1-12/2015: EUR -287 Mio.). Der
Saldo aus der Bewertung des Umlauf- und Anlagevermögens von EUR +408
Mio. (1-12/2015: EUR +462 Mio.) resultierte im Wesentlichen aus
realisierten Gewinnen, aus der Beendigung von Derivativpositionen
sowie aus Auflösungen von Wertberichtigungen und zuvor gebildeter
Gewährleistungsvorsorgen aus Verkaufsverträgen.
Nach Berücksichtigung der Ertragssteuern und sonstigen Steuern von
EUR -4 Mio. (1-12/2015: EUR -11 Mio.), ergab sich ein
Periodenüberschuss für das erste Halbjahr 2016 von EUR +7.479 Mio.
(1-12/2015: EUR -492 Mio.).
Ausgeglichenes Eigenkapital nach Mandatsbescheid II
Die Bilanzsituation war ebenfalls dominiert von den Effekten des
Mandatsbescheides II Passivseitig reduzierten sich die
Verbindlichkeiten und Rückstellungen im 1. Halbjahr 2016 von EUR
17.035 Mio. (31.12.2015) um EUR 7.880 Mio. auf EUR 9.154 Mio. Im Zuge
der Umsetzung der Effekte aus dem Mandatsbescheid II wird im
Halbjahresabschluss der HETA zum 30. Juni 2016 ein positiver Betrag
ausgewiesen, welcher sich über den Abwicklungszeitraum in
Abhängigkeit vom zukünftigen Abwicklungserfolg der Gesellschaft
maßgeblich verändern kann. Dieser Betrag wird in der Bilanz
passivseitig wie vorne dargestellt als Rückstellung für ungewisse
Verbindlichkeiten i.Z.m. Abwicklungsverfahren ausgewiesen. Darüber
hinaus mussten für zukünftig noch erwartete Zahlungen an Dritte unter
Anwendung der im Bescheid jeweils genannten Quote von 46,02 % durch
Bildung einer Rückstellung Vorsorge getroffen werden. Zum 30. Juni
2016 weist die HETA mit EUR 0 kein negatives Eigenkapital mehr aus
(31.12.2015: EUR -7.479 Mio.).
Auf der Aktivseite stieg durch den Verwertungsprozess die
Cash-Position: Bedingt durch Tilgungen im Kreditportfolio,
Einzelverkäufen sowie aufgrund des erfolgreichen Abschlusses des
Centrice-Verkaufs (Performing Real Estate-Portfolio), erhöhte sich
der Liquiditätsbestand, welcher bei Zentralnotenbanken gehalten wird,
im 1. Halbjahr 2016 um EUR 1.053 Mio. auf EUR 5.327 Mio. (31.12.2015:
EUR 4.273 Mio.). Die übrigen Vermögenswerte entfallen mit EUR 1.946
Mio. (31.12.2015: EUR 2.504 Mio.) auf Forderungen an
Konzerntochtergesellschaften und an Drittkunden, auf Forderungen an
Kreditinstitute iHv EUR 1.430 Mio. (31.12.2015: EUR 2.054 Mio.),
festverzinsliche Wertpapiere sowie Aktien iHv EUR 211 Mio.
(31.12.2015: EUR 375 Mio.), Beteiligungen bzw. Anteile an verbundenen
Unternehmen iHv EUR 69 Mio. (31.12.2015: EUR 85 Mio.) sowie auf
sonstige Aktiva iHv EUR 170 Mio. (31.12.2015: EUR 262 Mio.). Die
Bilanzsumme insgesamt reduzierte sich in den ersten sechs Monaten um
EUR 402 Mio. auf EUR 9.154 Mio. (31.12.2015: EUR 9.556 Mio.). Der
Großteil dieser Reduktion resultierte aus der Tilgung von
Deckungsstock-Verbindlichkeiten, welche als „nicht
berücksichtigungs-fähige Verbindlichkeiten“ iSd Mandatsbescheides II
zu behandeln waren.
Offene Rechtsstreitigkeiten
Die HETA sieht sich mit einer großen Anzahl von Rechtsstreitigkeiten,
insbesondere auch in Verbindung mit der Anwendung des BaSAG,
konfrontiert, welche für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft
von wesentlicher Bedeutung sind und erhebliche Risiken beinhalten.
Hinsichtlich näherer Details hierzu verweisen wir auf die
Ausführungen im Anhang des Halbjahresabschlusses 2016.
Bestätigungsvermerk
Der Halbjahresabschluss nach UGB/BWG per 30. Juni 2016 wurde von den
Abschlussprüfern mit einem uneingeschränkten Testat versehen. Wie in
den vergangenen Jahren enthält auch dieser Bestätigungsvermerk
Zusätze, bei welchen die Abschlussprüfer auf wesentliche
Erläuterungen des Vorstands im Anhang hinweisen.
Konzernabschluss nach IFRS
Insgesamt ergibt sich für das 1. Halbjahr 2016 ein Periodenergebnis
für den Konzern nach Steuern iHv EUR +6.858 Mio. (1-6/2015: EUR
-1.112 Mio.). Das Ergebnis wird maßgeblich beeinflusst durch die
Umsetzung des durch die FMA angeordneten Schuldenschnitts. Aus dem
Schuldenschnitt resultierte ein Ergebnis aus der Gläubigerbeteiligung
nach BaSAG von insgesamt EUR 6.977 Mio. (1-6/2015: EUR 0 Mio.).
Nach Berücksichtigung des Ergebnisses aus „at equity“ bewerteten
Unternehmen i.H.v. EUR 0 Mio. (1-6/2015: EUR 0 Mio.) ergab sich ein
Periodenergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen
iHv EUR +6.937 Mio. (1-6/2015 angepasster Wert: EUR -1.092 Mio.).
Nach Berücksichtigung der Ertragsteuern von EUR -14 Mio. (1-6/2015
angepasster Wert: EUR -2 Mio.) beträgt das Periodenergebnis nach
Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen EUR +6.922 Mio.
(1-6/2015 angepasster Wert: EUR -1.093 Mio.).
Das Periodenergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen
iHv EUR -64 Mio. (1-6/2015: EUR -19 Mio.) beinhaltet neben dem
laufenden Ergebnis der italienischen Tochtergesellschaft HETA Asset
Resolution Italia S.r.l. (HARIT) auch das Bewertungsergebnis aus dem
erwarteten Abgang der Gesellschaft. Die HARIT wird als eigener
Geschäftsbereich im Segment „Italien“ ausgewiesen. Auf Basis der
aktuellen Einschätzungen wird mit dem Abschluss der
Verkaufstransaktion (Closing) innerhalb des 2. Halbjahres 2016
gerechnet.
Auf der Kostenseite sanken die Aufwendungen im Vergleich zum Vorjahr
um insgesamt EUR 9 Mio. auf EUR -65 Mio. Der Personalaufwand
reduzierte sich von EUR -39 Mio. um EUR 5 Mio. auf EUR -34 Mio., was
im Wesentlichen auf die weiter gesunkene Anzahl an Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern im Konzern zurückzuführen ist. Die anderen
Verwaltungsaufwendungen lagen bei EUR -30 Mio. (1-6/2015: EUR -33
Mio.). Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle
Vermögenswerte sanken auf EUR -1 Mio. (1-6/2015: EUR -2 Mio.)
Passivseite von Schuldenschnitt geprägt
Die Passivseite der Konzernbilanz ist zum 30. Juni 2016 ist ebenfalls
geprägt vom Schuldenschnitt. Mit dem Mandatsbescheid II wurden die
Abwicklungsmaßnahmen nach BaSAG auf die HETA angewendet. Die infolge
der Gläubigerbeteiligung notwendige Ausbuchung der
berücksichtigungsfähigen Verbindlichkeiten führt insgesamt gegenüber
dem 31. Dezember 2015 zu einem um EUR 7,0 Mrd. geringeren Bestand an
Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Des Weiteren wurden das
gezeichnete Kapital und das Nachrangkapital der HETA auf null
herabgesetzt. In der Konsequenz verändert sich das Gesamtbild der
Konzern-Passiva, da im Ergebnis ein Passivtausch vollzogen wird.
Das Konzerneigenkapital (ohne Minderheiten) ist positiv und beträgt
EUR 1,1 Mrd. (31.12. 2015: EUR -5,7 Mrd.). Das zum Stichtag im
IFRS-Zwischenkonzernabschluss ausgewiesene Eigenkapital begründet
jedoch keinen Anspruch der Eigentümer der HETA. Der Betrag dient
vielmehr der Deckung zukünftiger Verluste, insbesondere aus der
Veräußerung von Performing Loans sowie aus Schließungskosten.
Die Konzernbilanzsumme reduzierte sich im 1. Halbjahr 2016 von EUR
11,2 Mrd. (31.12.2015) um EUR 0,8 Mrd. auf EUR 10,3 Mrd. Während die
Barreserve um EUR 1,1 Mrd. anstieg, reduzierten sich aufgrund des
fortschreitenden Portfolioabbaus im Wesentlichen die Forderungen
gegenüber Kreditinstitute und Kunden, der Derivativbestand als auch
die Wertpapiere und sonstigen Aktiva. Bedingt durch den im Juni 2016
abgeschlossenen Verkauf der Centrice-Gruppe schied diese bereits zum
31. Dezember 2015 als zur Veräußerung gehaltene Veräußerungsgruppe im
1. Halbjahr 2016 aus dem HETA-Konzern aus.
Veröffentlichungen
Die Veröffentlichung des Konzernzwischenabschlusses zum 30. Juni 2016
erfolgt im Rahmen des Halbjahresfinanzberichts gemäß § 87 Abs. 1
BörseG. Der freiwillig erstellte Halbjahresabschluss nach UGB/BWG
(Einzelabschluss) wird in einem separaten Dokument veröffentlicht.
Sowohl der Konzernzwischenabschluss als auch der Einzelabschluss
werden auf der Homepage des Unternehmens
(www.heta-asset-resolution.com → Investoren → Finanzberichte &
Präsentationen) offengelegt. Hinsichtlich näherer Informationen wird
auf diese Dokumente verwiesen.
Die englischen Fassungen werden Ende August bzw. Anfang September
2016 veröffentlicht.
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