„dok.film“ präsentiert „Mein Döbling“ mit u. a. Ulrike Beimpold, Michou Friesz, Tini Kainrath und Ernst Molden

Am 28. August um 22.00 Uhr in ORF 2 – danach erstmals Elizabeth T. Spiras „Alltagsgeschichte: Am Stammtisch – Ein Heimatfilm“

Wien (OTS) - Noch mehr ORF-Grätzelgeschichten, diesmal über den 19. Wiener Gemeindebezirk, erwarten das Publikum am Sonntag, dem 28. August, um 22.00 Uhr in ORF 2: In „Mein Döbling“ erinnern sich die Schauspielerinnen Ulrike Beimpold und Michou Friesz, die Sängerin Tini Kainrath, Musiker und Autor Ernst Molden sowie Winzer Matthias Hengl an ihre Kindheit im Bezirk.
Anschließend an die Dokumentation von Chico Klein zeigt ORF 2 um 23.00 Uhr die bisher noch nie ausgestrahlte „Alltagsgeschichte“-Episode „Am Stammtisch – Ein Heimatfilm“ von Elizabeth T. Spira.

„Mein Döbling“ (22.00 Uhr)

Die 2015 entstandene Ausgabe der beliebten ORF-Bezirksdokus von Regisseur Chico Klein porträtiert den 19. Gemeindebezirk im Norden Wiens. Die Höhenstraße schlängelt sich durch den Wienerwald, um am Ende am Leopoldsberg die prächtigste Aussicht über Wien freizugeben. Ein Besuch auf dem Kahlenberg, dem Cobenzl, in Grinzing, Sievering oder in Neustift am Walde ist für viele Wien-Touristen ein unbedingtes Muss. Nicht zuletzt wegen der unzähligen Wienerlieder, die diese Orte besingen.
Große Teile des 19. Wiener Gemeindebezirks liegen direkt im Wienerwald. Auch Heiligenstadt, Nussdorf und das Kahlenbergerdorf gehören zum 19. Bezirk. Noch gibt es hier viele traditionelle Winzerhäuser und Heurigen. Sie stehen in unmittelbarer Nachbarschaft des geschichtsträchtigen Karl-Marx-Hofs – dem für lange Zeit größten zusammenhängenden Wohnbau der Welt, der im Februar 1934 heftig umkämpft war.
Auch Fußballgeschichte wurde in Döbling geschrieben, wenngleich man sich Länderspiele auf der Hohen Warte in den 1920er und 1930er Jahren vor 100.000 Zuschauern auf der heutigen Heimstätte des First Vienna Footballclub nicht mehr vorstellen kann.
Im kleinen Kahlenbergerdorf, das an der Donau liegt, entstand die Idee der SOS-Kinderdörfer. Hier war das erste Asyl nur für Kinder. „Mein Döbling“ ist eine Produktion des ORF, hergestellt von Felix Breisach Medienwerkstatt.

„Alltagsgeschichte: Am Stammtisch – Ein Heimatfilm“ (23.00 Uhr)

Es war ein heißes Eisen, dessen sich Elizabeth T. Spira 1988 annahm:
die Affäre rund um die NS-Vergangenheit des damaligen Bundespräsidenten Kurt Waldheim. Während dessen Amtszeit, als sich der „Anschluss“ Österreichs zum 50. Mal jährte, fuhr die ORF-Journalistin mit ihrem Kamerateam durchs Land und führte allerorts Stammtischgespräche. Entstanden ist eine weitere Folge der ORF-Reihe „Alltagsgeschichte“ mit dem Untertitel „Am Stammtisch – Ein Heimatfilm“, die bis dato ungesendet blieb.
Inhaltlich ging es in den Interviews um die Rolle der Österreicher im Zweiten Weltkrieg. Aufgeladen war die Stimmung im Land von der 1986 beginnenden „Affäre Waldheim“, die das Selbstverständnis Österreichs im Hinblick auf den Nationalsozialismus nachhaltig verändern sollte. An den heimischen Stammtischen heiß diskutiert wurde die Aussage Waldheims zu seiner NS-Vergangenheit: „Ich habe im Krieg nichts anderes getan als Hunderttausende Österreicher auch, nämlich meine Pflicht als Soldat erfüllt.“ Es folgten heftige Diskussionen um die Beteiligung von Österreichern an NS-Verbrechen. Dies bewirkte erstmals eine Abkehr von der staatlichen Opferthese, wonach Österreich 1938 „erstes Opfer Adolf Hitlers“ gewesen sei.
Die USA setzten Waldheim im April 1987 auf die sogenannte „Watchlist“ und erließen damit ein lebenslanges Einreiseverbot für den mutmaßlichen Kriegsverbrecher. Österreichs internationales Image als erstes „Opfer“ des NS-Regimes und als harmonische „Insel der Seligen“ war nicht mehr länger aufrecht zu halten. Auch in Europa bekam Österreich zunehmend das Image einer „hässlichen, kleinen, an Amnesie leidenden Alpenfestung, voll von unverbesserlichen fremdenfeindlichen Neonazis“, so der britische Historiker Tony Judt.
In Österreich kam es zu Absagen von zahlreichen politischen Veranstaltungen und so blieb es nicht aus, dass auch die von Elizabeth T. Spira gestaltete Alltagsgeschichte „Am Stammtisch – Ein Heimatfilm“ inner- und außerhalb des ORF zu heftigen Diskussionen führte. Der Film von Elizabeth T. Spira ging damals nicht auf Sendung. Er war im März 2016 bei der Diagonale in Graz erstmals öffentlich zu sehen.

„Mein Döbling“ und die „Alltagsgeschichte“ sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream angeboten.

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