- 25.08.2016, 12:04:16
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Schmuckenschlager: Winzer hoffen nun auf trockenen, schönen Herbst
Aufgrund der Frostkatastrophe im Frühjahr wird kleine Weinmenge erwartet
Utl.: Aufgrund der Frostkatastrophe im Frühjahr wird kleine
Weinmenge erwartet =
Wien (OTS) - "Die Frostkatastrophe im Frühjahr lässt für heuer nur
eine kleine Weinmenge erwarten, obwohl in manchen Gebieten der
Traubenbehang gut ist. Nach massiven Spätfrösten Ende April hat das
instabile und schwüle Wetter ab Ende Mai leider auch zu massiven
Hagelunwettern geführt. Davon waren besonders stark die Steiermark,
das Südburgenland, aber auch die Weinbaugebiete rund um den
Neusiedlersee und das nördliche Niederösterreich auf einer Fläche von
über 1.200 ha betroffen. Laut Österreichischer Hagelversicherung
beträgt der Gesamtschaden im Weinbau alleine durch Hagel bis dato 2,5
Mio. Euro. Nun hoffen die Winzer auf einen trockenen, schönen
September, um die vorhandenen Trauben rasch und möglichst gesund zur
Vollreife zu bringen. Dann können wir wieder einen qualitativ tollen
Weinjahrgang erwarten", informierte Weinbaupräsident Johannes
Schmuckenschlager über die Erwartungen für das Weinjahr 2016.
Regionen, Erntemengen und Erwartungen
"Zieht man die heurigen Witterungsereignisse in Betracht,
erscheint es wenig verwunderlich, dass beim Weinjahrgang 2016
mengenmäßig von einem kleinen Jahrgang ausgegangen werden muss.
Besonders die Steiermark, die von den zitierten Frostereignissen am
stärksten betroffen war, erwartet eine Erntemenge von rund 25% eines
Normaljahres. Das Burgenland, das ebenfalls vom Frost massiv
betroffen war, hofft auf rund 50% einer Normalernte. In
Niederösterreich ist die Situation sehr differenziert zu betrachten.
Einige Gebiete, wie die westliche Wachau und Teilgebiete in vielen
anderen Weinbauregionen Niederösterreichs, vielfach auch tiefe
Weingartenlagen, wurden vom Frost massiv geschädigt. In den übrigen
Gebieten werden zum Teil sehr gute Erträge erwartet. In Summe kann
daher in Niederösterreich von einer mengenmäßig durchschnittlichen
Weinernte ausgegangen werden."
Aus den Schätzungen in den einzelnen Gebieten ist heuer von einer
insgesamt kleinen Weinernte in der Höhe von rund 1,8 Mio. hl
auszugehen. Schmuckenschlager: "Dies ist umso bedauerlicher, als ja
der Jahrgang 2016 die mittlerweile fünfte aufeinanderfolgende
Weinernte mit unterdurchschnittlicher Menge ist."
Witterungsverlauf 2016: Spätfröste, Hagel, viel Niederschlag
2016 ist der Weinbau optimistisch in die Vegetationsphase
gestartet. Leider gab es vom 26. bis 29. April 2016 Frostnächte mit
katastrophalen Folgen für zahlreiche Landwirte in Ostösterreich. Auch
die Weinbauern waren von den Schäden stark betroffen. Denn der
relativ frühe Austrieb der Weinreben traf auf ungewöhnlich starke
Nachtfröste, weswegen speziell in der Steiermark, aber auch im
Burgenland und in manchen Regionen Niederösterreichs massivste
Frostschäden zu beklagen waren. Die Nebenaugen, die in der Folge in
den geschädigten Anlagen austrieben, haben naturgemäß nur einen
geringen Fruchtansatz gezeigt.
Ein schwüles Klima während des späten Frühjahrs und der
Sommermonate war gekennzeichnet durch einerseits hohe Temperaturen,
oft über der 30 °C-Grenze, aber gleichzeitig immer wieder
unterbrochen von teils heftigen Niederschlägen. Dies hat die
Vegetationsentwicklung sowohl in den geschädigten als auch in den
nicht geschädigten Weinanlagen rasch vorangetrieben. Aufgrund des
zeitweise "tropenartigen" Treibhausklimas waren aber auch die Winzer
besonders gefordert, Krankheiten, wie echten und falschen Mehltau
hintanzuhalten, den massiven Grünbewuchs unter den Rebstöcken im Zaum
zu halten sowie die massiv wachsende Laubwand der Rebstöcke zu
kultivieren.
Schmuckenschlager: "Nachdem die Weingartenböden mehr als
ausreichend mit Wasser versorgt sind und sie die Anlagen derzeit in
üppigem Wachstum zeigen, hoffen die Winzer nun noch auf trockene und
sonnige Wochen, damit die Trauben vollreif werden können. Unter
diesen Voraussetzungen erwarten unsere Winzer wieder einen qualitativ
hervorragenden Weinjahrgang."
Erntebeginn: Mitte September
Abgesehen von Most- und Sturmtrauben wird die heurige Weinernte im
Burgenland wohl Mitte September so richtig beginnen. In
Niederösterreich wird vermutlich Ende September mit der Haupternte
begonnen werden.
Frostschäden: Hilfe aus Katastrophenfonds
Obwohl Frost im Weinbau ein versicherungsfähiges Risiko darstellt,
haben sich Bund und die betroffenen Länder bereits frühzeitig darauf
verständigt, neben anderen betroffenen Kulturen auch
Weinbaubetrieben, die aufgrund des Frostschadens in ihrer Existenz
gefährdet sind, aus dem Katastrophenfonds unter die Arme zu greifen.
Weinbaubetriebe, die im heurigen Jahr aufgrund des Frostereignisses
weniger als 2.000 l/ha Wein ernten, können eine Entschädigung nach
dieser Sonderrichtlinie beantragen. Entscheidend dabei ist natürlich
auch die sonstige bewirtschaftete landwirtschaftliche Fläche und ein
eventuelles außerlandwirtschaftliches Einkommen. Frostversicherten
Betrieben, die unter diese Ertragsgrenze fallen, soll die
verbleibende Differenz zur Existenzsicherung ebenfalls ausgeglichen
werden.
(Schluss)
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