ELGA: Unverzichtbar für ein modernes Gesundheitswesen in Österreich

Chancen, Nutzen und zukünftiges Potential der elektronischen Gesundheitsakte ELGA Chancen, Nutzen und zukünftiges Potential der elektronischen Gesundheitsakte ELGA

Alpbach (OTS) - Durch den Einsatz von ELGA und e-Health öffnet sich Österreichs Gesundheitswesen für moderne Informations- und Kommunikationstechnologien und wird damit zukunftsfit. Eine zunehmend älter werdende Gesellschaft, komplexe Behandlungsabläufe bei chronischen Krankheiten und der steigende Dokumentationsbedarf stellen neue Herausforderungen im Gesundheitswesen dar. Dies setzt voraus, dass alle Gesundheitsdienste möglichst eng zusammenarbeiten und strukturiert kommunizieren. Die Patientinnen- und Patientensicherheit spielt dabei eine wichtige Rolle. Dazu diskutierten heute Dienstag Ulrike Rabmer-Koller, Vorsitzende des Verbandsvorstands im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Sektionschef Gerhard Aigner aus dem Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Bernadette Matiz, verantwortlich für e-Health & ELGA im Gesundheitsfonds Steiermark und Susanne Herbek, Geschäftsführerin der ELGA GmbH. ****

"Mit der Umsetzung von ELGA sind wir europaweit Vorreiter im Bereich e-Health. Mit ELGA erhalten Patientinnen und Patienten erstmals die Möglichkeit, ihre eigenen Gesundheitsdaten zeit- und ortsunabhängig einzusehen. Die einzelnen Gesundheitsdiensteanbieterinnen und -anbieter werden mit ELGA technisch so unterstützt, dass sie schneller und einfacher miteinander kommunizieren können. Selbstverständlich haben Sicherheit und Anwenderinnen- und Anwenderfreundlichkeit dabei oberste Priorität", betonte Gerhard Aigner, der stellvertretend für Bundesministerin Sabine Oberhauser am Pressegespräch in Alpbach teilnahm. Aigner ist sicher, dass e-Health allen nützt: den Bürgerinnen und Bürgern, den Ärztinnen und Ärzten, den Gesundheitseinrichtungen sowie der Gesundheits- und Sozialpolitik.

ELGA erhöht Patientinnen- und Patientensicherheit sowie Behandlungsqualität

Durch ELGA werden Diagnose- und Behandlungsverläufe nachvollziehbarer. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte erhalten einen umfassenden Eindruck über die Gesundheit ihrer Patientinnen und Patienten, indem sie jederzeit auf vorangegangene ELGA-Befunde und Medikationsdaten zugreifen können. Unnötige Doppelbefunde und Mehrfachuntersuchungen können dabei reduziert bzw. vermieden werden. ELGA verbessert den gesamten Behandlungsverlauf – von der Diagnose bis zur Therapie. "Die Folge ist eine Win-win-Situation: mehr Patientinnen- und Patientensicherheit, mehr Zufriedenheit und mehr Effizienz im System", erläuterte Ulrike Rabmer-Koller. Gerade in der e-Medikation sieht Rabmer-Koller einen Meilenstein in Bezug auf die Patientinnen- und Patientensicherheit: "Sowohl die Patientin bzw. der Patient selbst als auch die Hausärztin bzw. der Hausarzt, die Apotheke, eine Ambulanz oder ein Spital haben mit e-Medikation einen aktuellen Überblick über verordnete und in Apotheken an die Patientin bzw. den Patienten abgegebene Medikamente. Das minimiert die Risiken unerwünschter Wechselwirkungen bzw. Mehrfachverordnungen und erhöht die Sicherheit gerade bei älteren Menschen, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen müssen, deutlich. ELGA und e-Medikation tragen dazu bei, dass die Menschen gesünder leben können." Der Probebetrieb zur e-Medikation ist Mitte Mai im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark gestartet und mittlerweile gut angelaufen: Immer mehr Ärztinnen und Ärzte nehmen daran teil und der Nutzen sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Ärztinnen und Ärzte sowie Apotheken wird immer mehr spürbar.

Steiermark: Vorreiter bei ELGA-Einführung

Steiermark und Wien waren die ersten beiden Bundesländer, die am 9. Dezember 2015 mit ELGA in Betrieb gegangen sind. Beinahe alle steirischen Spitäler starteten an diesem Tag mit ELGA und haben seither für stationär oder ambulant aufgenommene Patientinnen und Patienten ELGA-Befunde erstellt. Wien hat zunächst in einem Krankenhaus mit ELGA begonnen, die anderen Spitäler der Stadt Wien folgten schrittweise bis Jahresende 2015 und im Mai 2016 auch das Allgemeine Krankenhaus.

Im Dezember 2015 ging auch das ELGA-Portal österreichweit mit seiner erweiterten Funktion "e-Befunde" online. Zum Start des Probebetriebs in der Steiermark Mitte Mai 2016 wurde dann auch die ELGA-Funktion "e-Medikation" am ELGA-Portal aktiviert. So hatten alle seither stationär und ambulant in den Spitälern behandelten Patientinnen und Patienten bereits Zugang zu ihrer persönlichen Gesundheitsakte, in der Steiermark in über 90 Prozent aller Spitalsbesuche. Auch der Start des Probebetriebs der ELGA-Funktion "e-Medikation" in Deutschlandsberg unterstreicht die Vorreiterrolle der Steiermark in Sachen ELGA. Bernadette Matiz: "Die bisherigen Erfahrungen beim Einsatz von ELGA in den steirischen Spitälern sind durchgehend positiv. Mittlerweile sind in der Steiermark über 740.000 ELGA-Befunde entstanden. Die enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen Stakeholdern, wie Land Steiermark, Sozialversicherung und Ärztekammer sowie den verschiedenen Krankenhausträgern ermöglichen diesen erfolgreichen Weg."

Die elektronische Gesundheitsakte ist in der Steiermark also bereits Realität, die e-Medikation im Aufbau. ELGA bietet auch eine wichtige Infrastruktur für zukünftige weitere e-Health-Anwendungen zum Nutzen der Patientinnen und Patienten sowie der Ärztinnen und Ärzte. "Weitere Anwendungen für chronisch Kranke, z.B. mit Diabetes oder Herzerkrankungen, und für multimorbide ältere Menschen sind in Planung. Der e-Röntgenpass – ebenfalls eine e-Health-Anwendung – ist in den Spitälern der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes bereits im Einsatz", so Matiz.

ELGA-Betrieb stabil – Rollout läuft

Die Bilanz nach einem dreiviertel Jahr ELGA-Betrieb kann sich sehen lassen: Mehr als zwei Millionen e-Befunde bei rund einer Million Patientinnen und Patienten sind seit dem ELGA-Start vor neun Monaten entstanden. "Mittlerweile arbeiten schon mehr als 60 Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen mit ELGA. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die ELGA-Anbindung weiterer Bundesländer sowie der Ordensplattform der Vinzenzgruppe und der Barmherzigen Brüder Österreich", erklärt Susanne Herbek. Der niedergelassene Bereich schließt daran an, ebenso die Ambulatorien und Privatkrankenanstalten. Gleichzeitig mit dem Start der Spitäler in den Bundesländern nimmt auch die ELGA-Ombudsstelle bei den jeweiligen Patientinnen- und Patientenanwaltschaften ihre Tätigkeit auf. Diese agiert unabhängig, berät und unterstützt die Bürgerinnen und Bürger bzw. Patientinnen und Patienten bei der Wahrnehmung und Durchsetzung ihrer Rechte in Angelegenheiten von ELGA und hinsichtlich des Datenschutzes.

"Bei all den technischen Neuerungen, die ELGA mit sich bringt, wie Verbesserung der Kommunikation zwischen den einzelnen Dienstleisterinnen und Dienstleistern im Gesundheitswesen, Schaffung von Transparenz, Vermeidung von Doppelbefunden und Mehrfachverschreibungen bei Medikamenten, steht die Patientin bzw. der Patient immer im Mittelpunkt", so Herbek. Es ist zu erwarten, dass die elektronische Gesundheitsakte zukünftig ein integrierter Bestandteil des Gesundheits- und Krankheitslebens jeder Bürgerin und jedes Bürgers sein wird", sind sich Aigner, Rabmer-Koller, Matiz und Herbek einig.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Gesundheit und Frauen
Philipp Lindner, BA
Pressesprecher
Tel.: +43/1/71100-644511
philipp.lindner@bmgf.gv.at
www.bmgf.gv.at

Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger
Dieter Holzweber
Tel.: +43/1/71132-1120
dieter.holzweber@hvb.sozvers.at
www.hauptverband.at

ELGA GmbH
Mag.a (FH) Pia Maria Dragon
Mobil: +43/664/88618314
office@elga.gv.at
www.elga.gv.at

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