„kreuz und quer“: „Geheimauftrag Pontifex – Der Vatikan im Kalten Krieg“ und „Herr Schuh und die Macht“

Am 23. August ab 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Der zweite Teil des Doku-Zweiteilers „Geheimauftrag Pontifex – Der Vatikan im Kalten Krieg“ von Jan Peter und Yury Winterberg, den „kreuz und quer“ – präsentiert von Doris Appel – am Dienstag, dem 23. August 2016, um 22.35 Uhr in ORF 2 zeigt, beginnt mit den Schüssen auf den Papst aus Polen – am 13. Mai 1981: Bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz bricht Johannes Paul II. von Kugeln getroffen zusammen. Der Attentäter, ein türkischer Rechtsextremist, wird gestellt.

Um 23.25 Uhr macht sich der österreichische Philosoph und Essayist Franz Schuh im dritten Teil der Reihe „Herr Schuh und ...“ auf die Suche nach der Macht. Was bedeutet es, wirtschaftliche oder politische Macht zu haben? Was bedeutet es, keine Macht zu haben, ohnmächtig zu sein, sich gegen mächtige Apparate zu stellen? Wer sind die Menschen mit Macht, wie gehen sie damit um? Korrumpiert die Macht, macht sie attraktiv, setz(t)en die Menschen ihre Macht gerecht ein?

„Geheimauftrag Pontifex – Der Vatikan im kalten Krieg“ – Ein Film von Jan Peter und Yury Winterberg

Dass Papst Johannes Paul II. das Attentat überlebt, grenzt an ein Wunder: Der bereitgestellte Rettungswagen im Vatikan ist defekt, bei einem zweiten funktioniert der Alarm nicht. So wird der fast verblutende Papst mitten durch das frühabendliche römische Verkehrschaos zur Gemelli-Klinik gefahren. Die Überlebenschancen stehen schlecht, doch eine Not-OP rettet ihm das Leben. Johannes Paul II. wird zeit seines Lebens überzeugt sein, er habe – ausgerechnet am Jahrestag der Marienerscheinung von Fatima – durch ein Wunder überlebt. Der damals operierende Arzt Giovanni Battista Doglietto meint in der Doku nüchtern: „Ich würde es nicht Wunder nennen. Aber auf jeden Fall hat der Papst in dieser Nacht wirklich sehr viel Glück gehabt.“

Sowohl die genaueren Umstände als auch die Hintermänner des Attentats bleiben jedoch im Dunkeln. Der Täter, der Türke Ali Agca, verwickelt sich bei seinen Aussagen in Widersprüche. Waren weitere Terroristen derselben Gruppe mit Ali Agca auf dem Petersplatz? Von einem verdächtigen Mann existieren Fotos, die seine Flucht vom Petersplatz zeigen. Er ist bis heute nicht identifiziert. Saßen die Hintermänner in Bulgarien? Kam der Auftrag direkt aus dem Kreml? Schließlich galt der Papst als mächtiger und daher gefährlicher Gegenspieler des kommunistischen Systems. Die Situation in Polen sorgte für große Beunruhigung in der Moskauer Zentrale. Sollte Johannes Paul II. deshalb aus dem Weg geräumt werden? Einige Geheimdienstagenten zweifeln daran.

Die Machenschaften der Vatikanbank (IOR) kommen für manche Analysten ebenso als ein Hintergrund des Papst-Attentats in Frage. Über Jahrzehnte nützte die Mafia die Bank, um Geld zu waschen – der Vatikan profitierte davon. Waren hier noch Rechnungen offen? Manche Beobachter meinen, das Attentat vom 13. Mai 1981 sei nicht sehr professionell geplant und ausgeführt worden. War es die ernste – letzte – Warnung? Die Dokumentation geht diesen Spuren nach und gibt Einblicke in die Geheimdienstaktivitäten im Kalten Krieg, bei denen der Vatikan unter dem Papst aus dem Osten eine Schlüsselrolle spielte.

„Herr Schuh und die Macht“ – Ein Film von Florian Gebauer, erzählt von Franz Schuh

Franz Schuh spricht mit Willi Hemetsberger, einem der einflussreichsten Investmentbanker Österreichs mit Spitznamen „Der rote Willi“, über die Macht des Geldes. Er trifft den ehemaligen Chef der Raiffeisenbank, Christian Konrad, und erörtert mit ihm auch die Frage, ob Macht erotisch ist. Franz Schuh trifft die Zeitungsherausgeberin Eva Dichand. Information ist Macht, ist auch Wissen Macht? Den früheren Bundeskanzler Franz Vranitzky befragt Franz Schuh über politische Macht. Er besucht die zweite Vizepräsidentin der Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter, Sabine Matejka, und diskutiert mit ihr über Macht und deren Kontrolle. Von einem jungen Bundesheerrekruten erfährt Franz Schuh Interessantes über Sinn und Unsinn von militärischem Gehorsam. Mit Helmut Schüller spricht er über den Kampf der Pfarrerinitiative gegen alte, erstarrte Kirchenstrukturen.

Die Sendungen sind auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.

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