• 22.08.2016, 09:30:01
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Mitterlehner: Klein- und Mittelbetriebe rüsten sich für Industrie 4.0

Fünf Millionen Euro für Qualifizierungsnetze stärken Innovationskraft von heimischen Unternehmen - Chancen der Digitalisierung aktiv nützen, nicht mit Sondersteuern belasten

Utl.: Fünf Millionen Euro für Qualifizierungsnetze stärken
Innovationskraft von heimischen Unternehmen - Chancen der
Digitalisierung aktiv nützen, nicht mit Sondersteuern belasten =

Wien (OTS/BMWFW) - Durch das Programm "Forschungskompetenzen für die
Wirtschaft" können aktuell elf neue Qualifizierungsnetze mit
insgesamt fünf Millionen Euro gefördert werden. Der Schwerpunkt der
dritten Ausschreibung liegt auf dem Wandel in Richtung Industrie 4.0,
worauf gleich fünf Projekte gezielt eingehen. „Die Digitalisierung
ist für das Technologieland Österreich eine große Chance, die wir
nützen müssen. Damit können wir nicht nur unsere Wettbewerbsfähigkeit
erhöhen, sondern auch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal entwickeln.
Das sichert Wachstum, Beschäftigung und Wertschöpfung im Land“, sagt
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner anlässlich der
Förderentscheidungen. „Unternehmen profitieren von innovativen
Forschern und gut ausgebildeten Fachkräften. Durch sie entstehen neue
Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle“, verweist
Mitterlehner auf den Mehrwert der geförderten Qualifizierungsnetze.
„Anstatt auf die unausweichliche Digitalisierung mit neuen Steuern zu
reagieren, müssen wir heimische Betriebe gerade jetzt gezielt
unterstützen“, bekräftigt Mitterlehner.

Das Förderprogramm setzt direkt bei Klein- und Mittelbetrieben an,
die ihr Innovationspersonal systematisch weiterqualifizieren wollen.
Ebenso unterstützt werden Universitäten und Fachhochschulen, die
durch Kooperationen mit Unternehmen das benötigte Know-how ermitteln
und gemeinsam Bildungsangebote erarbeiten. Die Inhalte orientieren
sich direkt an den Bedürfnissen der beteiligten Betriebe. “Damit
können Unternehmen ihre Innovationskraft nahe am Markt steigern“,
hebt Mitterlehner hervor.

Qualifizierungsnetze richten sich an Unternehmen, die mit eigenem
Personal und Budget Forschung und Entwicklung betreiben. Die
Projektlaufzeit liegt zwischen einem und maximal zwei Jahren, die
Förderung beträgt bis zu 500.000 Euro je Projekt. „Betriebe fördern
damit die Weiterentwicklung ihres Personals und statten es mit
Know-how aus. Hochschulen wiederum erarbeiten Angebote, die am Markt
derzeit nicht vorhanden, aber für die Wirtschaft wichtig sind“, so
Mitterlehner.

Die geförderten Projekte im Überblick

* COMSYSBAU (Industrie 4.0): Universität Innsbruck - Institut für
Konstruktion und Materialwissenschaften, insgesamt 31 Partner
(darunter sechs wissenschaftliche Partner, 14 kleine Unternehmen,
fünf mittlere Unternehmen und sechs Großunternehmen). Das Projekt
zielt auf die computergestützte Planung und Fertigung mit
systematisierten Bauweisen aus Holz ab. Der verstärkte Austausch
zwischen Wissenschaft und Handwerk soll die Zusammenhänge
begreifbarer machen und die Kommunikations- und
Innovationsbereitschaft in den Unternehmen fördern.

* eNDUSTRIE4.0 (Industrie 4.0): Sonnenplatz Großschönau GmbH,
insgesamt 18 Partner (darunter fünf wissenschaftliche Partner, neun
kleine Unternehmen, ein mittleres Unternehmen und drei
Großunternehmen). Das Projekt fokussiert auf eine Kompetenzvertiefung
im Themenfeld Industrie 4.0. Die Ergebnisse sollen die Forschungs-,
Entwicklungs- und Innovationskompetenz in den beteiligten Unternehmen
erhöhen sowie einen Beitrag zur nachhaltigen Etablierung von
branchenrelevantem, innovativem Wissen und neuen Kooperationen
leisten.

* Q-WEST (Industrie 4.0): Universität Innsbruck - Institut für
Mechatronik, insgesamt 27 Partner (darunter sechs wissenschaftliche
Partner, acht kleine Unternehmen, drei mittlere Unternehmen und zehn
Großunternehmen). Ziel dieses Qualifizierungsnetzes ist es, den
beteiligten Firmenpartnern rechtzeitig das notwendige Know-how in die
Hand zu geben, um die Vorteile von Industrie 4.0 im eigenen
Unternehmen bewerten und umsetzen zu können. Durch die rechtzeitige
Einführung neuer Technologien können sich die 21 Firmen aus Tirol,
Vorarlberg und Salzburg einen Vorsprung im internationalen Wettbewerb
sichern.

* TRUC (Industrie 4.0): SBA Research gGmbH, insgesamt zwölf Partner
(darunter vier wissenschaftliche Partner, sechs kleine Unternehmen
und zwei Großunternehmen). TRUC – kurz für Trusted Code - umfasst die
Planung und Umsetzung hochspezialisierter Module und Wissensaustausch
zum Thema "Sichere Softwareentwicklung". Ziel dieses Projekts ist es,
benötigtes Spezialwissen aus relevanten
Informationssicherheitsbereichen zu kombinieren, um damit das
Detailwissen der beteiligten Mitarbeiter/-innen der Partnerfirmen auf
ein - im internationalen Vergleich - Spitzenniveau zu heben.

* V-Net (Industrie 4.0): Technische Universität Graz - Life Long
Learning, insgesamt 23 Partner (darunter drei wissenschaftliche
Partner, 13 kleine Unternehmen, drei mittlere Unternehmen und vier
Großunternehmen). Das Projekt beschäftigt sich mit der Qualifizierung
des Value Networks Süd in den High-Tech-Bereichen Elektronik, IT &
Systemlösungen. Ziele sind die nachhaltige Stärkung der
Innovationsfähigkeit sowie die Fähigkeit von Unternehmen,
Veränderungen zu antizipieren und sich an diese rasch anpassen zu
können. Dazu kommt die Vermittlung eines modernen Zugangs zur
System- und Software-Entwicklung sowie zu kooperativem Leadership.

* Gebäude-Softskills: Donau-Universität Krems - Department für Bauen
und Umwelt, insgesamt 36 Partner (darunter sechs wissenschaftliche
Partner, 24 kleine Unternehmen, zwei mittlere Unternehmen und vier
Großunternehmen). Das Projekt zielt darauf ab, die komplexen
Mensch-Gebäude-Interaktionen zu verdeutlichen und im Baubereich
etabliertes Wissen mit humanwissenschaftlichem Know-how zu vernetzen.
In drei Phasen und in mit den Bedürfnissen der Teilnehmer/-innen
abgestimmter Form erfolgt ein Wissenstransfer, der sowohl Unternehmen
als auch Forschungseinrichtungen neue Kompetenz- und
Betätigungsfelder eröffnet.

* HdZ2Market: Technikum Wien GmbH, insgesamt 20 Partner (darunter
sechs wissenschaftliche Partner, neun kleine Unternehmen, ein
mittleres Unternehmen und vier Großunternehmen). Das Projekt bietet
Kompetenzvertiefung für Unternehmen zur Entwicklung und Umsetzung
innovativer, nachhaltiger Gebäudekonzepte. Vorrangige Ziele des
Qualifizierungsnetzwerks umfassen die Verankerung des Wissens und die
Erhöhung der Innovationsfähigkeit in den Unternehmen. Zusätzlich geht
es um den Aufbau langfristiger Kooperationen zwischen den
teilnehmenden Unternehmen und zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

* Hydrovation: ASMET - The Austrian Society for Metallurgy and
Materials, insgesamt 16 Partner (darunter vier wissenschaftliche
Partner, fünf kleine Unternehmen und sieben Großunternehmen).
Bestehende und neue Wasserstofftechnologien haben das Potenzial, CO2
freie Stahlerzeugung und Mobilität zu ermöglichen, die Erderwärmung
zu stoppen und nahezu den gesamten Energiebedarf aus erneuerbarer
Wind-/Sonnenenergie zu decken. Ziel dieses Projekts ist eine
zertifizierte Ausbildung zum Thema Wasserstofftechnologie für
Unternehmen. Der Lehrgang ist in drei miteinander vernetzte
Hauptblöcke unterteilt, in denen Grundlagen und Anwendung gelehrt
werden.

* InKuBa: Montanuniversität Leoben - Lehrstuhl für Spritzgießen von
Kunststoffen, insgesamt 18 Partner (darunter drei wissenschaftliche
Partner, sechs kleine Unternehmen, vier mittlere Unternehmen und fünf
Großunternehmen). Dieses Projekt beschäftigt sich mit neuen
Entwicklungen und Methoden für die Auslegung von intelligenten
Kunststoff- und Hybridbauteilen. Die Qualifizierungsmaßnahme
ermöglicht den teilnehmenden Unternehmen, die Entwicklungen/Methoden
in ihre eigenen Produkte zu integrieren bzw. abzuschätzen, wo
interessante Entwicklungen erfolgen.

* Poly-GENFEROS 4.0: Universität Linz - Institute of Polymer Product
Engineering, insgesamt 16 Partner (darunter fünf wissenschaftliche
Partner, sechs kleine Unternehmen, ein mittleres Unternehmen und vier
Großunternehmen). Das Projekt strebt einen durchgängigen
Wissensaufbau der generativen Fertigungstechnologien im Themenfeld
Kunststoff und der Einbindung und des Verfügbarmachens in die
operative Produktionskette der Unternehmen an. Ziel ist es, neue
Fertigungsprozesse mit den Methodiken der generativen Fertigung für
innovative Dienstleistungen (für Produktentwickler) und im Kontext
von technologischen Supply Chains in einer immer mehr vernetzen
Produktion mit realen Projekten aus den Unternehmen zu hinterlegen.

* QnHT 3.0: Human.technology Styria GmbH, insgesamt 20 Partner
(darunter vier wissenschaftliche Partner, zehn kleine Unternehmen,
ein mittleres Unternehmen und fünf Großunternehmen). Ziel ist es, die
hohe F&E Quote in den Humantechnologiebetrieben weiter zu steigern
sowie das Ankommen der Medizintechnik-Innovationen auf den Märkten
sicherzustellen. Qualifizierung im Verbund (inter-company learning)
soll zudem weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit eröffnen.
Vertieft werden soll die Vernetzung der beteiligten Unternehmen mit
den Bildungsanbietern, die im Bereich Medizintechnik über
hervorragendes Fachwissen verfügen.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und
Wirtschaft (BMWFW) wird das Programm „Forschungskompetenzen für die
Wirtschaft“ von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)
abgewickelt.

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