- 22.08.2016, 08:46:05
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21. August Tax Freedom Day – Kein Feiertag, sondern ein Gedenktag!

Wien (OTS) - Während die Bürger so mancher früheren Sowietrepublik
bereits im ersten Drittel des Jahres oder zu Beginn des zweiten
Drittels ihre Pflichten gegenüber dem Staat erfüllt haben, arbeiten
österreichische Steuerzahler bis zum 21. August ausschließlich für
die Erfüllung ihrer Abgabenpflichten.
Der Tax Freedom Day (TFD) markiert den Zeitpunkt eines Jahres, an dem
rechnerisch das Einkommen des durchschnittlichen Steuerzahlers nicht
mehr zur Deckung von Steuern und Abgaben weitergegeben wird, sondern
zur alleinigen Verfügung demjenigen bleibt, der es erwirtschaftet
hat. Seit 1976 ist das Datum des TFD vom 1.Juli stetig weiter nach
hinten im Kalender gerutscht. Der Höchststand 21. August wurde
bereits 2001 nach der „Internet Blase“ erreicht, in den Jahren bis
2006 gab es Entspannung, aber seither ist der Trend wieder eindeutig:
Österreichische Steuerzahler haben im internationalen Vergleich eine
deutlich höhere Last zu tragen und arbeiten deutlich länger für das
Gemeinwesen.
Barbara Kolm, Direktorin des Austrian Economics Center, sagt: „ Man
kann zwar verschiedener Ansicht darüber sein, welche Aufgaben vom
Staat erfüllt und damit vom Steuerzahler finanziert werden müssen.
Aber klar ist, dass die Entwicklung der Steuerbelastung den Standort
Österreich nicht attraktiver macht.“
Wirtschaftskrisen (wie Immobilienblase, Internetblase,
Finanzmarktkrise) schlagen sich natürlich auch im Tax Freedom Day
nieder. Die Gründe liegen im der Rückgang des Volkseinkommens während
die Fiskalpolitik nicht rasch genug oder zu unflexibel reagiert.
Gleichzeitig wachst in Krisenzeiten der Bedarf an Arbeitslosen- und
Sozialunterstützung.
Die lang ersehnte Steuerreform, die 2016 die Abgaben auf Arbeit
entlastet hat, griff deutlich zu kurz. Diese führt nur in diesem Jahr
zu einem geringfügigen Rückgang der Einkommensbelastungsquote um
weniger als einem Viertel Prozentpunkt. Es ist aufgrund der kalten
Progression davon auszugehen, dass der Tax Freedom Day in den
nächsten Jahren neue Höchststande markieren wird. Das Austrian
Economics Center betreibt in Kooperation mit dem Friedrich A.v. Hayek
Institut die homepage www.staatskosten.at, wo anschaulich über die
Entwicklung der Steuerlast, der Staatsausgaben und über die
Staatsverschuldung informiert wird. Der dramatische Anstieg des
Schuldenstandes „ist für kommende Generationen existenzbedrohend!“,
warnt Kolm und erklärt, dass „der Reformunwille im Allgemeinen und
beim Pensionssystem im Speziellen ein enormes Problem darstellt, denn
nach bisheriger Strategie würde zur Schuldentilgung die Abgabenquote
weiter erhöht werden. Ein heutiges Budgetdefizit, welches durch
Neuverschuldung beglichen wird, lässt somit uns und unsere Nachkommen
in Zukunft noch länger für den Staat arbeiten.“
Das Austrian Economics Center berechnet den Tax Freedom Day nach dem
Volkseinkommen [VE], nach dem Nettonationaleinkommen zu Marktpreisen
(NNE) und nach dem BIP. Je nach Methode liegt der TFD in der
Jahresmitte (BIP) bis Ende August (VE), jedenfalls ist der Zeitpunkt
aber deutlich später als in vergleichbaren Volkswirtschaften. Seit
1976 stieg das Volkseinkommen jährlich im Durchschnitt um 4,55%,
während die Steuern und Sozialabgaben jährlich um durchschnittlich
5,2% anstiegen. Die volkswirtschaftliche Einkommensbelastungsquote,
also das Verhältnis von Steuern und Sozialabgaben zum Volkseinkommen,
ist im gleichen Zeitraum von knapp unter 50% auf knapp 64% im Jahr
gewachsen.
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