- 20.08.2016, 12:59:23
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SWV - Matznetter: „Wertschöpfungsabgabe bringt wirksame Senkung der Arbeitgeberbeiträge“
Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und Kleinstbetriebe sollen durch einen Freibetrag nicht belastet werden - Wer Wertschöpfungsabgabe ablehnt, ist wirtschaftsfeindlich
Utl.: Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und Kleinstbetriebe sollen
durch einen Freibetrag nicht belastet werden - Wer
Wertschöpfungsabgabe ablehnt, ist wirtschaftsfeindlich =
Wien (OTS) - „Die Wertschöpfungsabgabe ist ein zukunftsfittes
Gegenmodell zum bisherigen Beitragssystem“, signalisiert Christoph
Matznetter, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes
Österreich (SWV) und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich
(WKÖ) seine Unterstützung zum vorliegenden SPÖ-Konzept, wie die
„Presse“ in ihrer Samstagsausgabe berichtet hat. „Das entspricht
unserer Forderung, dass von Berufsgruppen mit hoher Wertschöpfung und
hohen Profiten künftig mehr eingefordert wird, während
Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und Kleinstbetriebe durch einen
Freibetrag nicht belastet werden“, zeigt sich der SWV-Präsident
zufrieden, der nochmals betont, dass die Wertschöpfungsabgabe
aufkommensneutral und keine Steuer auf Investitionen und
Abschreibungen sei.
Das SPÖ-Konzept sieht nämlich eine Verbreiterung der
Bemessungsgrundlage, auf Mieten, Pachten, Gewinnen,
Fremdkapitalzinsen vor und stellt eine alternative Finanzierungsform
zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) dar, die der SWV stets zur
Verringerung der hohen Dienstgeberbeiträge auf 3 Prozent gefordert
hat. „Denn jeder Euro, der von einem Bauern, einem Vermieter oder
kapitalintensiven Unternehmen mit hohen Profiten gezahlt wird, ist
ein Euro weniger, den unsere Betriebe zahlen müssen. Das Modell
bringe rund 2,5 Milliarden Euro für die Wirtschaft. Wer diese
Verbreiterung der Bemessungsgrundlagen ablehnt, ist letztlich
wirtschaftsfeindlich, weil mit jedem Euro, den Landwirtschaft, freie
Berufe und andere künftig zahlen, eine Entlastung für die
produzierende Wirtschaft eintritt,“ erklärt der SWV-Präsident, der
alles andere als Trittbrettfahrerei sieht, wenn Familien- und
Sozialleistungen nur von der Lohnsumme gespeist werden, „Es ist daher
nur positiv zu bewerten, dass man sich auf die Suche nach Geldquellen
begibt, wie in Zukunft der Sozialstaat finanziert werden soll.“
In Richtung des Koalitionspartners meint Matznetter, dass nun ein
Konzept vorliege, das man diskutieren könne. "Ständig nur auf dem
Bremspedal zu stehen, bringt den Wirtschaftsstandort auch nicht
weiter. Wir müssen daher jetzt gemeinsam auf das Gaspedal steigen, um
den Faktor Arbeit zu entlasten und Beschäftigung und Wachstum
anzukurbeln. Alles andere ist kontraproduktiv“, so Matznetter.
Der SWV wird sich jedenfalls mit der Forderung nach einem Freibetrag
für geringverdiendende EPU und KMU stark machen und sich in den
Verhandlungen für die Ausdehnung der Wertschöpfungsabgabe auf
Lizenzgebühren einsetzen, um so den Praktiken der konzerninternen
Steuerverschiebung und -vermeidung entgegenzuwirken. (Schluss)
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