SWV - Matznetter: „Wertschöpfungsabgabe bringt wirksame Senkung der Arbeitgeberbeiträge“

Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und Kleinstbetriebe sollen durch einen Freibetrag nicht belastet werden - Wer Wertschöpfungsabgabe ablehnt, ist wirtschaftsfeindlich

Wien (OTS) - „Die Wertschöpfungsabgabe ist ein zukunftsfittes Gegenmodell zum bisherigen Beitragssystem“, signalisiert Christoph Matznetter, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Österreich (SWV) und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) seine Unterstützung zum vorliegenden SPÖ-Konzept, wie die „Presse“ in ihrer Samstagsausgabe berichtet hat. „Das entspricht unserer Forderung, dass von Berufsgruppen mit hoher Wertschöpfung und hohen Profiten künftig mehr eingefordert wird, während Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und Kleinstbetriebe durch einen Freibetrag nicht belastet werden“, zeigt sich der SWV-Präsident zufrieden, der nochmals betont, dass die Wertschöpfungsabgabe aufkommensneutral und keine Steuer auf Investitionen und Abschreibungen sei.

Das SPÖ-Konzept sieht nämlich eine Verbreiterung der Bemessungsgrundlage, auf Mieten, Pachten, Gewinnen, Fremdkapitalzinsen vor und stellt eine alternative Finanzierungsform zum Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) dar, die der SWV stets zur Verringerung der hohen Dienstgeberbeiträge auf 3 Prozent gefordert hat. „Denn jeder Euro, der von einem Bauern, einem Vermieter oder kapitalintensiven Unternehmen mit hohen Profiten gezahlt wird, ist ein Euro weniger, den unsere Betriebe zahlen müssen. Das Modell bringe rund 2,5 Milliarden Euro für die Wirtschaft. Wer diese Verbreiterung der Bemessungsgrundlagen ablehnt, ist letztlich wirtschaftsfeindlich, weil mit jedem Euro, den Landwirtschaft, freie Berufe und andere künftig zahlen, eine Entlastung für die produzierende Wirtschaft eintritt,“ erklärt der SWV-Präsident, der alles andere als Trittbrettfahrerei sieht, wenn Familien- und Sozialleistungen nur von der Lohnsumme gespeist werden, „Es ist daher nur positiv zu bewerten, dass man sich auf die Suche nach Geldquellen begibt, wie in Zukunft der Sozialstaat finanziert werden soll.“

In Richtung des Koalitionspartners meint Matznetter, dass nun ein Konzept vorliege, das man diskutieren könne. "Ständig nur auf dem Bremspedal zu stehen, bringt den Wirtschaftsstandort auch nicht weiter. Wir müssen daher jetzt gemeinsam auf das Gaspedal steigen, um den Faktor Arbeit zu entlasten und Beschäftigung und Wachstum anzukurbeln. Alles andere ist kontraproduktiv“, so Matznetter.

Der SWV wird sich jedenfalls mit der Forderung nach einem Freibetrag für geringverdiendende EPU und KMU stark machen und sich in den Verhandlungen für die Ausdehnung der Wertschöpfungsabgabe auf Lizenzgebühren einsetzen, um so den Praktiken der konzerninternen Steuerverschiebung und -vermeidung entgegenzuwirken. (Schluss)

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