Kralinger: Medienwandel erfordert neue Rahmenbedingungen

Den Worten müssen nun endlich Taten folgen

Wien (OTS) - Die Ankündigung der Styria Media Group, mit 2. September 2016 die einzige Wirtschaftstageszeitung Österreichs, das „WirtschaftsBlatt“ einstellen zu wollen, hat verständlicherweise Betroffenheit ausgelöst. „Der Entschluss des Styria-Managements war mit Sicherheit kein leichter, allerdings ein Ergebnis des fortschreitenden Medienwandels, der die Geschäftsgrundlage für Massenmedien massiv verändert. Eine Anpassung der Rahmenbedingungen an diese Veränderungen, wie sie der Verband Österreichischer Zeitungen bereits seit mehreren Jahren fordert, ist dringend geboten,“ so VÖZ-Präsident Thomas Kralinger in einer Reaktion auf die Ankündigung der Einstellung des „WirtschaftsBlatts“.

Konkret sollte zunächst die Presseförderung – für die seit geraumer Zeit ein umfassendes Konzept mit zahlreichen strukturellen Elementen am Tisch liegt – zügig umgesetzt werden. „Die Presseförderung war nie ein Instrument zur Verlustabdeckung für Medienhäuser, wie manche Politiker meinen, sondern immer für den Erhalt der Medienvielfalt gedacht. Dieser Aufgabe kann aufgrund der jahrelangen finanziellen Kürzungen nicht mehr effizient nachgekommen werden. Gleichzeitig wird laut über eine Erhöhung der ORF-Gebühren nachgedacht. Dies würde die Schieflage am österreichischen Medienmarkt nur noch verstärken. Dennoch - wenn es um Inhalteförderung geht, scheuen die österreichischen Medienhäuser verlegerischer Herkunft keinen Vergleich“, so Thomas Kralinger weiter.

Aber auch zahlreiche andere Rahmenbedingungen, die heute Verlags- und Contentgeschäft erschweren, müssen dringend angepasst werden. Der erhöhte Steuersatz auf Digitalprodukte erschwert neue Angebote, die Ungleichbehandlung bei der Werbeabgabe bevorzugt Onlinewerbung vornehmlich von US-Plattformen, permanente Belastungen im Arbeits-und Sozialbereich für Medienunternehmen sowie die ungestrafte Ausbeutung fremder Leistungen auf Grund mangelnden urheberrechtlichen Schutzes von Inhalten sind nur ein kurzer Auszug einer langen Liste an Maßnahmen, die rasch in Angriff genommen werden müssen. „Den Worten müssen nun endlich Taten folgen!“, so der VÖZ-Präsident abschließend.

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